Höchste Waldbrandgefahrenstufe im nördlichen Nordsachsen

17.06.21

Aufgrund der anhaltenden Trockenheit bei derzeit hochsommerlichen Temperaturen und teilweise starkem Wind gilt im nördlichen Teil des Landkreis Nordsachsen aktuell die höchste Waldbrandgefahrenstufe 5. Das teilte die Untere Forstbehörde am Donnerstag (17.06.21) mit. Besuchern ist damit das Betreten des Waldes einschließlich der nichtöffentlichen Waldwege und der zum Reiten ausgewiesenen Wege verboten. Öffentliche Wege und Straßen durch den Wald dürfen nicht verlassen werden. Betroffen sind die Wälder in den Gemeinden Arzberg, Beilrode, Bad Düben, Delitzsch, Dommitzsch, Doberschütz, Dreiheide, Eilenburg, Elsnig, Laußig, Löbnitz, Mockrehna, Schönwölkau, Torgau, Trossin, Wiedemar und Zschepplin.

In den Gemeinden mit ausgerufener Waldbrandgefahrenstufe 4 bleibt das Betreten des Waldes möglich, ein Verlassen der Wege ist jedoch untersagt. Aktuelle Angaben zur Entwicklung der Waldbrandgefahren in Sachsen sind unter https://www.mais.de/php/sachsenforst.php erhältlich.

Um Waldbrände möglichst früh zu erkennen, setzt die Untere Forstbehörde des Landkreises das elektronische Waldbrand-Früherkennungssystem „Firewatch“ ein. „Wir unterhalten fünf Kamerastandorte auf Feuerwachtürmen“, so Forstoberrat Frieder Voigt. Die Spezialkamerabilder werden per Funk zur Zentrale nach Eilenburg übermittelt und dort von Mitarbeitern des Landratsamtes ausgewertet. „Die Sensorgeräte stammen aus der Weltraumforschung. In einer Entfernung von zehn Kilometern sind auf einer Fläche von zehn mal zehn Metern Grautonunterschiede exakt erkennbar“, erklärt Voigt. Brände können damit schnell identifiziert und die Feuerwehren ohne Verzögerung über die Leitstelle in Leipzig alarmiert werden. So hatte der Landkreis trotz ergiebiger Regenfälle im Frühling auch in diesem Jahr bereits vier Waldbrände zu verzeichnen. Mittels „Firewatch“ wurden diese aber schnell entdeckt und größere Schäden verhindert.

Damit es gar nicht erst zu einem Waldbrand kommt, appelliert der Forstoberrat an die Vernunft der Bürgerinnen und Bürger, den Wald, seine Erholungsfunktion und auch den heimischen Rohstoff Holz nicht zu gefährden. Jeder sei zu besonderer Vorsicht und hoher Wachsamkeit aufgerufen. Dazu zähle unabhängig von der Waldbrandgefahrenstufe auch, auf Waldwegen und Einmündungen nicht mit dem PKW zu parken. „Offenes Feuer jeder Art und der unvorsichtige Umgang mit brennenden oder glimmenden Gegenständen sind im Wald sowie im Abstand von hundert Metern zum Wald verboten“, sagt Voigt. „Insbesondere der unachtsam weggeworfene Zigarettenstummel ist oftmals die Brandursache. Darum mein Appell: Schützen wir gemeinsam unseren Wald!“