Nordsächsischer Mobilitätstag: FLASH – die Zukunft beginnt

14.07.21

Bringen FLASH ins Rollen: Staatssekretär Dr. Frank Pfeil (l.) und Landrat Kai Emanuel.Foto: vergrößern FLASH ist auf der Straße: Bei einem Nordsächsischen Mobilitätstag rund um das Thema „Automatisiertes Fahren“ wurde heute (14.07.21) an der Schladitzer Bucht das Fahrerlose Automatisierte Shuttle des Landkreises erstmals vor Fachpublikum und Medien präsentiert. FLASH verkehrt ab sofort zwischen Bahnhof Rackwitz und Schladitzer See – zunächst im sogenannten Applikationsbetrieb, im nächsten Jahr dann im Pilotbetrieb mit Fahrgästen. Die Finanzierung der beiden finalen Projektphasen ist gesichert: Dr. Frank Pfeil, Staatssekretär im Sächsischen Staatsministerium für Regionalentwicklung, übergab Nordsachsens Landrat Kai Emanuel zum Auftakt des Mobilitätstags einen Fördermittelbescheid über 988.000 Euro.

FLASH (englisch: Blitz) wird mit bis zu 70 Stundenkilometern zu den schnellsten automatisiert fahrenden Bussen im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in Deutschland gehören. Mit dem automatisierten Pendelverkehr kommt die Schladitzer Bucht dann auch an das öffentliche Nahverkehrsnetz. Am Bahnhof Rackwitz besteht zudem Anschluss von und zu den S-Bahnen aus Richtung Leipzig und Delitzsch. FLASH kann rund 20 Personen gleichzeitig befördern und verfügt über ein hybrides Steuerungskonzept, das einen problemlosen Wechsel zwischen automatischem und manuellem Betrieb ermöglicht. Ein sogenannter Sicherheitsfahrer kann dadurch jederzeit eingreifen und den Bus übernehmen. In Zukunft soll das auch ferngesteuert und damit unterbrechungsfrei über eine Leitstelle möglich werden.

Projektpartner des Landratsamtes sind neben der kreiseigenen Omnibus-Verkehrsgesellschaft „Heideland“ (OVH), das Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme in Dresden, der Chemnitzer Standort von IAV Automotive Engineering und die TS Fahrzeugtechnik Weida. Letztere hat aus einem VW Crafter einen Midibus für den ÖPNV mit Heckniederflurbereich gemacht. IAV wiederum stattete diesen mit Sensor- und Automatisierungstechnik aus. Und das Fraunhofer-Institut begleitet das Projekt wissenschaftlich, entwickelt Schnittstellen und Applikationen, insbesondere zur Integration in eine Leitstelle, zur Planung und Begleitung des operativen Betriebs sowie zur durchgängigen Information der Fahrgäste.

Für den Landkreis ist das innovative Verkehrsangebot ein zukunftsweisender Bestandteil des Mobilitätsprojektes „Nordsachsen bewegt“, mit dem bedarfsgerechte ÖPNV-Lösungen für den ländlichen Raum geschaffen werden. So wird FLASH nach erfolgreichem Abschluss des Pilotbetriebs dann auch in das reguläre Linien- und Tarifnetz des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes integriert.

Auf dem Nordsächsischen Mobilitätstag stellten sich die Projektpartner bei einem Podiumsgespräch und an sogenannten Thementischen vor. Außerdem gab es zwei Fachvorträge zu den Themen „Digitalisierung der Mobilität – kooperativ-automatisiertes Fahren“ und „Die Rechtslage beim automatisierten Fahren“.

Unter den zahlreichen Gästen der Veranstaltung am Schladitzer See waren auch die ÖPNV-Verantwortlichen aller sächsischen Landkreise, die Geschäftsführer und Vorsitzenden der sächsischen Nahverkehrsverbände sowie die Geschäftsführer zahlreicher mitteldeutscher Verkehrsunternehmen.

Weitere Infos

www.flash-bus.de

Fahrzeug-Steckbrief(PDF, 1,7 MB)

vergrößern
Bringen FLASH gemeinsam auf die Straße: Die Partner von Landratsamt, TS Fahrzeugtechnik, Fraunhofer-Institut, IAV, OVH und MDV bei der Präsentation am Schladitzer See. Foto: Christian Hüller