Geld vom Bund für nächsten Schritt im automatisierten Nahverkehr

09.12.21

Automatisierte Fahrten im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in Nordsachsen rücken wieder etwas näher. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) fördert nach einer Studie nun auch die Umsetzung des Projektes „DiSpoGo“, das die Vernetzung autonomer Fahrzeuge sowie wegseitiger Verkehrsinfrastrukturen mit einer Leitstelle unter Nutzung der 5G-Technik zum Ziel hat. Den entsprechenden Bescheid über 550 000 Euro übergab das Ministerium kürzlich an die Projektpartner Landkreis Nordsachsen und Fraunhofer Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme.

Mit dem Fahrerlosen Automatisierten Shuttle (FLASH) erprobt der Landkreis bereits ein selbstfahrendes Fahrzeug unter realen Bedingungen. FLASH soll im Laufe des Jahres 2022 regulär zwischen S-Bahnhof Rackwitz und Schladitzer Bucht verkehren. In der aktuellen Ausbaustufe ist ein Sicherheitsfahrer an Bord, der jederzeit die Kontrolle übernehmen kann. Weil das aber wenig effizient ist, soll in etwa zwei bis drei Jahren eine zentrale Leitstelle dessen Aufgaben übernehmen, denn via 5G-Funktechnologie ist nun eine Überwachung und Fernsteuerung des Fahrzeugs möglich. Perspektivisch könnte eine Person von dieser Leitstelle aus auch mehrere Fahrzeuge überwachen.

„Ziel ist es, den öffentlichen Personennahverkehr durch den Einsatz selbstfahrender Fahrzeuge insbesondere im ländlichen Raum nachhaltig zu stärken und gleichzeitig den neuen gesetzlichen Rahmen zum hochautomatisierten Fahren zu berücksichtigen. Dabei werden die spezifischen Gegebenheiten und Anforderungen des Landkreises Nordsachsen zu Grunde gelegt, beispielsweise zur Untersuchung der Stabilität und Leistungsfähigkeit der Kommunikationsverbindung zwischen automatisiert fahrenden Fahrzeugen und Leitstelle“, erläutert Christian Hoyas vom Straßenverkehrsamt, der seitens der Kreisverwaltung das Projekt leitet.