Tradition kehrt zurück: Schloss Hartenfels hat wieder einen Weinberg

27.01.22

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Nach knapp 200 Jahren wird im Garten zu Füßen von Schloss Hartenfels wieder Wein angebaut. Dazu wurde ein Teil der Terrassen zum Weinberg umgestaltet. Fachliche Unterstützung gab es vom Jessener Weingut Hanke. Die Pflege des Schloss-Weinbergs übernehmen Schülerinnen und Schüler des nahen Johann-Walter-Gymnasiums mit Unterstützung des Landschaftspflegeverbands.

Historischen Quellen zufolge wuchs im kurfürstlichen Garten - neben Birnen, Pfirsichen und Melonen - bereits 1541 Wein. Pläne von 1791, 1810 und 1835 weisen den Terrassenbereich zudem ausdrücklich als Weinberg aus. Danach endete diese Tradition offenbar, denn in späteren Plänen fehlen entsprechende Verweise. Stattdessen entstanden auf dem Gelände zunächst Lehr- und dann Kleingärten. Ende der 1950er-Jahre griff die Denkmalschutzbehörde ein und ließ den Schlossgarten nach Plänen von Hermann Schüttauf umgestalten. Für den Terrassen-Bereich sahen diese Pläne einen Staudengarten vor, der in späteren Jahren jedoch verwilderte.

Mit der 2020 begonnenen Neugestaltung des Areals kam nun die „Gartendenkmalpflegerische Rahmenkonzeption Schloss und Rosengarten Torgau“ zum Tragen. Darin heißt es, dass „der Anbau einiger Weinstöcke auf stärker besonnten oberen Teilflächen und an Mauerspalieren“ wünschenswert wäre, um an die frühere Nutzung zu erinnern. Die Landschaftsarchitekten griffen das auf - und so wurde im Dezember 2021 unter den fachkundigen Augen von Winzer Ingo Hanke der Wein gepflanzt. Geplant ist, das Gesamtvorhaben Schlossgarten bis Ende März abzuschließen und die Anlage spätestens zur Landesgartenschau in Torgau wieder für Besucher zu öffnen.