Jahreszeitlicher Schutz für Bäume von März bis September

31.03.22

Bei der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes Nordsachsen gehen aktuell viele Anfragen zum Fällen von Bäumen ein. Gerade in der Frühjahrs- und Sommerzeit spreche das Bundesnaturschutzgesetz (§ 39 Absatz 5) mit dem Fällverbot allerdings eine ganz klare Sprache, erklärt Nordsachsens Bau- und Umweltdezernent Dr. Eckhard Rexroth. Denn in dieser Zeit würden viele unter Naturschutz stehende Vogel- aber auch Fledermausarten Bäume oder Hecken aufsuchen, um sich zu paaren, zu brüten und ihre Jungen aufzuziehen.

Das Gesetz verbietet es vom 1. März bis 30. September Bäume, die außerhalb des Waldes, von Kurzumtriebsplantagen oder gärtnerisch genutzten Grundflächen stehen, sowie Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze abzuschneiden, auf den Stock zu setzen oder zu beseitigen. Zulässig sind allein schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des Zuwachses der Pflanzen oder zur Gesunderhaltung von Bäumen. Wer dagegen verstößt, muss mit einer Anzeige und Bußgeldern rechnen, die bis zu 10 000 Euro betragen können. „Für den Erhalt der Artenvielfalt ist die Einhaltung des Fällverbotes unausweichlich, denn nur eine gesicherte Fortpflanzung kann das Überleben der Nachkommen ermöglichen“, fasst Dr. Rexroth zusammen.

Auch außerhalb dieser Schutzperiode unterliegen Baumfällungen bzw. umfangreiche Gehölzbeseitigungen den Regelungen des Bundesnaturschutzgesetzes und des Sächsischen Naturschutzgesetztes. So gelten beispielsweise alte Laubbäume, wie beispielswiese mehr als hundert Jahre alte Stiel-Eichen, oft als landschaftsprägende Naturelemente - auch im Siedlungsbereich. Wer die Fällung eines solchen Baumes beabsichtigt, muss die Untere Naturschutzbehörde informieren und eine Reihe gesetzlicher Hürden überspringen. Ebenso können beispielsweise einige Fledermausarten auch im Herbst und Winter in Baumhöhlen, abgeplatzten Rindenstücken oder Spalten einen Unterschlupf suchen und dann durch die Baumfällung getötet werden. Auch sie werden durch rechtliche Vorschriften geschützt.

„Unstrittig ist, dass insbesondere alte Laubbäume einen außerordentlich hohen ökologischen Wert besitzen, der niemals leichtfertig vernichtet werden sollte. Mehr als hundert Jahre alte Eichen, Eschen, Ulmen und viele weitere heimische Baumarten generieren immense Leistungen für die Natur, die Landschaft, das Klima und schließlich auch für uns Menschen. Der Schutz und Erhalt dieser Bäume sollte daher im ureigenen Interesse der Gesellschaft stehen. Die Fällung eines Baumes muss immer das letzte Mittel der Wahl sein“, wirbt der Bau- und Umweltdezernent für sorgfältiges Abwägen und nachhaltige Landschaftsplanung.

Für genauere Auskünfte können sich Bürger an die Untere Naturschutzbehörde des Landratsamtes Nordsachsen oder auch an ihre Gemeindeverwaltungen wenden.