Zwei neue Sonderausstellungen auf Schloss Hartenfels eröffnet

03.05.22

Landrat Kai Emanuel, Dr. Marius Winzeler Direktor der Rüstkammer und Torgaus OBM Romina Barth (v.l.). Foto: LRA/Bley vergrößern Dr. Marius Winzeler, Direktor des Grünen Gewölbes und der Rüstkammer an den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (Mitte) erzählt in der Sonderschau auf Schloss Hartenfels Landrat Kai Emanuel und Torgaus OBM Romina Barth Anekdoten zu den ausgestellten Geräten aus der Hofgärtnerei.

Anlässlich der Landesgartenschau in Torgau hat Nordsachsens Landrat Kai Emanuel heute (03.05.) auf Schloss Hartenfels gleich zwei neue Sonderausstellungen eröffnet: „Dornröschen. Das Märchenschloss im Blütentraum“ und „Der Kurfürst als Gärtner. Nützliches und Kurioses aus der Hofgärtnerei“. Prominenter Gast und Gesprächspartner war Schauspieler Jaecki Schwarz, der im DEFA-Märchenfilm „Dornröschen“ von 1971 mitgewirkt hatte. Schloss Hartenfels diente damals als Drehort, der Große Wendelstein als imposante Kulisse.

Schauspieler Jaecki Schwarz und Landrat Kai Emanuel vor dem Großen Wendelstein auf Schloss Hartenfels. vergrößern Ausgehend von dem Film-Klassiker stellt die Ausstellung „Dornröschen. Das Märchenschloss im Blütentraum" im ersten Geschoss von Flügel D in einem interaktiven Bilderbuch die Grundmotive und Erzählweisen von der „schlafenden Schönen“ in verschiedenen Ländern Europas vor und beleuchtet die literarischen Variationen und filmischen Adaptionen im 20. und 21. Jahrhundert. Diese bieten eine Vielzahl von Interpretationsebenen, die unter anderem auch die gesellschaftlichen Veränderungen der Geschlechterrollen in den Blick nehmen. Außerdem werden die Faszination der Rosenblüte, die historische Bedeutung des Flachses und die alte Handwerkstechnik des Spinnens thematisiert.
Die gedeihliche Zusammenarbeit mit dem Landkreis Nordsachsen und seinem Kulturbetrieb Schloss Hartenfels würdigte bei der feierlichen Ausstellungseröffnung Dr. Marius Winzeler, Direktor des Grünen Gewölbes und der Rüstkammer der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD). Neben der Dauerschau „Torgau. Residenz der Renaissance und Reformation“ zeuge davon nun auch die Sonderausstellung der SKD „Der Kurfürst als Gärtner. Nützliches und Kurioses aus der Hofgärtnerei“, die im Heinrich-Schütz-Saal, ebenfalls Flügel D, zu sehen ist.

Landrat Kai Emanuel (links) und Jaecki Schwwarz vor dem Wendelstrein, der bei Dornröschen als Filmkulisse diente.

Die kurfürstlichen Schlösser Sachsens waren im 16. Jahrhundert von Lust-, Küchen- und Obstgärten umgeben. Das Kurfürstenpaar August (1526–1586) und Anna (1532–1585) engagierte sich persönlich in seinen Gärten. Im regen Austausch mit anderen Fürstenhäusern gelangten Samen, Edelreiser, Pflanzen und Obstbäumchen von weit her nach Sachsen. Die Kurfürstin begeisterte sich für seltene und exotische Zier- und Nutzpflanzen, kultivierte zahlreiche Kräuter für ihre Arzneien und verarbeitete ein breites Sortiment an Gartenfrüchten in ihrer Hofküche. Kurfürst August entdeckte um 1570 seine Leidenschaft für die Aufzucht, Veredlung und Pflege von Obstbäumen. Seine von Werkzeug- und Instrumenten bestimmte Kunstkammer bereicherte er um qualitätsvolle Gartenwerkzeuge, die heute einmalig auf der Welt sind.

Eine Auswahl an fürstlichen Gartengeräten bezeugt das große Engagement des Herrscherpaares für die Kultivierung des Landes. Zum kurfürstlichen Kernsetzer gesellt sich zudem ein geschnitzter Kirschkern aus dem Grünen Gewölbe als Beispiel für die köstlichen Früchte, die aus der Verbindung von Gärtnerei und Kunstfertigkeit wuchsen.

Eröffnungsgäste erkunden die Dornröschen-Schau. vergrößern Eröffnungsgäste erkunden die Dornröschen-Schau. Fotos: LRA/Bley

Beide Sonderschauen sind vom 4. Mai bis 31. Oktober 2022 täglich außer montags 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist im Kombiticket für die Dauerausstellungen „Standfest. Bibelfest. Trinkfest.“ in den kurfürstlichen Gemächern im Flügel B und „Torgau. Residenz der Renaissance und Reformation“ im Erdgeschoss von Flügel D enthalten. Erwachsene zahlen fünf Euro, ermäßigt vier Euro, für Kinder und Jugendliche bis einschließlich 17 Jahren ist der Eintritt frei.