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Gefährliche Hunde

Gefährliche Hunde

Das in Deutschland beliebteste Haustier ist der Hund. Obwohl die Hunde zu den Haustieren gehören, welche vom Menschen als erstes domestiziert worden sind, ist der Anteil der verletzten Menschen, die durch Hunde gebissen worden, so hoch, dass sich der Gesetzgeber in Sachsen veranlasst gesehen hat, im Jahr 2000 ein Gesetz zum Schutz der Bevölkerung vor gefährlichen Hunden zu erlassen.

In Sachsen gelten die Hunde der Rassen Bullterrier, Pitbull Terrier und American Staffordshire Terrier als gefährlich. Halter dieser Tiere benötigen eine Erlaubnis. Sie können die Tiere ohne Erlaubnis halten, wenn in einem Wesenstest nachgewiesen worden ist, dass die Hunde nicht zu gefährlichen Reaktionen neigen. Vom Landratsamt wird in einem Negativbescheid die Vorlage des Wesenstest und damit die Haltungsgenehmigung ohne Erlaubnis bestätigt.

Aber auch Hunde anderer Rassen oder Mischlinge können gefährlich sein oder sich zu gefährlichen Hunden entwickeln. Die Ursachen können von der entsprechenden Anlage, über nicht artgerechte Haltung und Erziehung bis hin zur leichtfertigen bis vorsätzlichen Abrichtung der Tiere reichen.

Spätestens wenn ein Hund erstmals Mensch oder Tier gebissen hat, ist es höchste Zeit zu prüfen, ob der Hund als gefährlich eingestuft werden muss. Zuständig für die Prüfung und Feststellung der Gefährlichkeit im Einzelfall ist das Ordnungsamt beim Landratsamt.

Nur Hunde, welche zur kontrollierten Arbeit eingesetzt werden wie z. B. Herdenschutzhunde, Jagdhunde oder Schutzhunde der Behörden dürfen ihre Zähne als Angriffsmittel einsetzen.

Für den Fall, dass ein Hund auffällig geworden ist, reicht es nicht aus, den Beißvorfall bei der zuständigen Versicherung oder beim Tierarzt zu melden. Es sollte sich jeder Geschädigte darüber bewusst sein, dass der Hund, welcher einen Menschen oder ein Tier gebissen hat, aus dem Vorfall gelernt hat und vielleicht bei der nächsten ähnlichen Situation eher bereit ist, erneut zuzubeißen. 

Sollte es bei Hundebegegnungen zu Beißereien zwischen den Hunden kommen, kann das bei gut sozialisierten Hunden durchaus eine Art des Kräftemessens sein. Geraten aber Hunde aneinander, welche durch ihre körperlichen Unterschiede als nicht annähernd gleichstark zu bewerten sind, könnte es darauf schließen lassen, dass die Hunde Probleme in der innerartlichen Sozialisierung haben.

In diesem Fall sollten sich die Hundehalter schnellstens Rat und Hilfe bei erfahrenen Hundeausbildern holen. Im Landkreis Nordsachsen gibt es neben den gewerblichen Hundeausbildern auch die Möglichkeit, sich Hilfe bei den ortsansässigen Hundevereinen zu holen. In der Regel gibt es bei diesen Vereinen Personen, welche über Sachkundenachweise des Verbandes des Deutschen Hundewesens (VDH) oder eines angeschlossenen Vereins verfügen.

Es besteht natürlich auch die Möglichkeit, bei den bestellten Sachverständigen einen kostenpflichtigen Wesenstest durchführen zu lassen.