Notfalldosen und Erste-Hilfe-Auffrischung für Kümmerer

07.07.22

vergrößern Die Stoffbeutel mit der Aufschrift „Ich kümmere mich“ gefüllt mit Notfalldosen: Pflegekoordinatorin Carolin Scheffler (rechts) und Dirk Friese (links) mit den Kümmerern beim Torgauer Treffen auf Schloss Hartenfels. Foto: LRA/Stöber

 

Nordsachsens Kümmerer haben sich in den zurückliegenden Wochen an verschiedenen Orten des Landkreises getroffen, um ihre Kenntnisse in Erster Hilfe aufzufrischen und Notfalldosen für die Verteilung in ihren Zuständigkeitsbereichen entgegen zu nehmen. Die grünen Notfalldosen gehören gut sichtbar in den Kühlschrank und beinhalten alle wichtigen Angaben zum Bewohner, was bei einem notärztlichen Einsatz lebensrettend sein kann.

Neben Name und Geburtsdatum, Blutgruppe und Impfstatus sind in der Dose auch Infos über Medikamente, Allergien, Vorerkrankungen und Patientenverfügung sowie Kontaktdaten von Hausarzt und Angehörigen zu finden. Damit die Retter von der Notfalldose erfahren, soll ein Aufkleber an der Innenseite der Wohnungstür sowie am Kühlschrank den Weg weisen.

Die Notfalldosen würden älteren Menschen aber auch ihren Angehörigen zusätzliche Sicherheit vermitteln und so dazu beitragen, dass ein selbstbestimmtes Leben zu Hause bis ins hohe Alter möglich sei, so Nordsachsens Pflegekoordinatorin Carolin Scheffler.

Dass nun die Kümmerer dabei helfen, die Dosen dorthin zu bringen, wo sie gebraucht werden, liegt auf der Hand. Die Kreisverwaltung hat dieses Netzwerk 2019 geschaffen, indem sie die Menschen zusammenbrachte, die sich in ihren Heimatorten aktiv um die Belange der Bewohner kümmern oder dort Ansprechpartner für die sind, die sich kümmern. Das sind rührige Nachbarn genauso wie Mitglieder von Sport- oder Heimatvereinen, aber auch Vertreter professioneller Strukturen wie Volkssolidarität, ASB oder AWO sowie Mitarbeiter von Verwaltungen.

Seither treffen sich die Kümmerer regelmäßig, um Erfahrungen auszutauschen. Über das Landratsamt Nordsachsen erhalten sie Schulungen beispielsweise zum altersgerechten Wohnen oder wie zuletzt in Erster Hilfe. „Wir konnten Dirk Friese vom DRK Torgau-Oschatz gewinnen, der unsere Kümmerer sehr praxisnah und anschaulich auf den letzten Stand gebracht hat“, so Carolin Scheffler, die sich über ein reges Interesse an den Veranstaltungen in Torgau, Eilenburg, Oschatz und Delitzsch freute.

Ein nächstes Treffen der Kümmerer ist für Herbst diesen Jahres geplant. Dabei werden die Themenvorschläge der Kümmerer selbst berücksichtigt. Wer Interesse hat, sich als „Kümmerer“ mit im Netzwerk anzuschließen, kann sich gern bei Carolin Scheffler melden. Telefonisch unter 03421 758 6204 oder per E-Mail: pflegekoordination@lra-nordsachsen.de. Das Projekt Pflegekoordination, die Notfalldosen und die Durchführung der „Kümmerer“-Veranstaltungen werden mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.

vergrößern Dirk Friese vom DRK Torgau-Oschatz demonstriert bei der Zusammenkunft in Oschatz, wie in Notfällen vorzugehen ist.
Foto: LRA