Ausländerbehörde des Landkreises ausschließlich elektronisch erreichbar

14.07.22

Das Amt für Migration und Ausländerrecht (AMA) des Landkreises Nordsachsen ist ab sofort ausschließlich elektronisch erreichbar. Die Kontaktaufnahme in dringenden Angelegenheiten ist über die E-Mail-Adresse des jeweils zuständigen Mitarbeiters beziehungsweise die Adresse auslaenderamt@lra-nordsachsen.de möglich. Die allgemeinen Öffnungszeiten sind zunächst ausgesetzt, die telefonische Erreichbarkeit kann nicht durchgehend sichergestellt werden.

Ziel der Maßnahme ist es, die Arbeitsfähigkeit des Amtes aufrechtzuerhalten. In den zurückliegenden fünf Jahren hat sich der Arbeitsaufwand verdoppelt, während die Personalausstattung trotz beständiger Suche nicht Schritt halten konnte. Zuletzt waren nur 52 der 65 Stellen im Amt besetzt. Es fehlen insbesondere Verwaltungsfachangestellte mit Kenntnissen im Ausländerrecht. Infolge des Ukraine-Kriegs sind die Aufgaben zudem weiter gewachsen. Betreut das AMA regulär circa 12.500 Personen aus Drittstaaten und der EU, sind seit Februar 2022 etwa 2.200 Menschen aus der Ukraine hinzugekommen. Neben diesen strukturellen Herausforderungen bleiben auch die Beschäftigten des AMA von der aktuellen Corona-Welle nicht verschont.

Der 2. Beigeordnete und Verwaltungsdezernent Jens Kabisch weist zudem darauf hin, dass nach zwei Jahren, in denen alle Fachbereiche des Landratsamtes hunderte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Bewältigung der Corona-Pandemie abgestellt hatten, die Möglichkeiten deutlich reduziert sind, intern weiteres Personal zusammenzuziehen. Fachaufgaben, die während der Pandemie niedrigere Priorität hatten, müssten nun abgearbeitet werden. Die gesetzlichen Regelungen sowie zahlreichen Fachverfahren im Ausländerrecht seien zudem schlichtweg zu komplex, um ohne spezielle Ausbildung in diesem Bereich effektiv arbeiten zu können, so Kabisch weiter.

Vor dem Hintergrund der personellen Einschränkungen fokussiert die nordsächsische Ausländerbehörde ihre Kapazitäten nun auf die Bearbeitung bzw. Verlängerung von Aufenthaltsdokumenten und Arbeitserlaubnissen sowie die Gewährung von Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Anfragen zum Sachstand laufender Verfahren können nicht beantwortet werden. „Ich bitte angesichts der geschilderten Situation um Verständnis. Wir wollen schnellstmöglich zur gewohnten Erreichbarkeit und Bearbeitung zurückkehren“, sagt der Leiter des Amts für Migration und Ausländerrecht, Christian Nieling.

Ausführliche Informationen für Ukraine-Flüchtlinge sowie zu sonstigen aufenthaltsrechtlichen Fragen sind auch online unter www.landkreis-nordsachsen.de zu finden.