Naturschutzbehörde klärt auf: Baumschutz wichtiger denn je

29.09.22

Der zurückliegende Sommer hat es einmal mehr deutlich gemacht: Alten schattenspendenden Bäumen kommt eine große Bedeutung zu. Sie sind zudem Nahrungsquelle und Lebensstätte für unzählige Tierarten, bereichern das Landschaftsbild und wirken sich vor allem innerorts positiv auf das Mikroklima aus. Andererseits nimmt die Holznutzung aufgrund steigender Energiepreise mehr und mehr zu. Viele Bäume leiden stark unter Trockenheit, sind anfälliger für Krankheiten, zeigen vermehrt abgestorbene Äste oder lassen vorzeitig die Blätter fallen.

Vor diesem Hintergrund macht die Untere Naturschutzbehörde im Landkreis Nordsachsen darauf aufmerksam, dass Baumfällungen wie jedes Jahr ab 1. Oktober zwar wieder grundsätzlich möglich sind, dabei aber geltende Rechtsvorschriften zwingend beachtet werden müssen. So bedarf die - vorrangig zu vermeidende - Fällung von ortsbild- oder landschaftsprägenden Bäumen in jedem Fall einer Genehmigung durch die Untere Naturschutzbehörde.

Gleiches gilt für Bäume mit Baumhöhlen. Diese stellen besondere Lebensräume dar und sind in der Regel als Biotop „höhlenreicher Einzelbaum“ gesetzlich geschützt. Fledermausarten, die in Bäumen ihren Unterschlupf gefunden haben, unterliegen gleichfalls einem strengen Schutz.

Durch kommunale Baumschutzsatzungen kommen in vielen Städten und Gemeinden noch gesonderte Vorschriften hinzu, die dringend beachtet werden müssen. Verstöße ziehen Bußgelder bis zu 10.000 Euro nach sich. Bei Verletzungen von artenschutzrechtlichen Vorschriften kann es auch zur Verfolgung als Straftat kommen.

„Allgemein bekannt ist, dass insbesondere alte Laubbäume einen außerordentlich hohen, teilweise nicht wiederherstellbaren ökologischen Wert besitzen, der niemals leichtfertig beseitigt werden sollte. Mehr als hundert Jahre alte Eichen, Eschen, Ulmen und viele weitere, heimische Arten generieren immense Leistungen für die Natur, die Landschaft, das Klima und somit auch für uns Menschen“, sagt Bau- und Umweltdezernent Dr. Eckhard Rexroth.

„Der Schutz und Erhalt dieser altehrwürdigen Bäume muss im ureigensten Interesse von uns allen liegen. Ihre Funktionen für den Naturhaushalt lassen sich nicht einfach durch die Nachpflanzung von Jungbäumen ersetzen. Zudem bleibt die langfristige Entwicklung heute gepflanzter Bäume in Anbetracht der tendenziell schwierigeren klimatischen Bedingungen ungewiss.“

Wer Auskünfte zum Baumschutz haben möchte und geplante Gehölzpflegemaßnahmen oder Fällungen anzeigen will, der möge sich bitte an die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises oder an die jeweilige Gemeindeverwaltung wenden, so Dr. Rexroth.