Offizieller Baustart für Förderschulcampus in Delitzsch

11.10.22

Mit dem symbolischen Spatenstich haben offiziell die Bauarbeiten zum neuen Förderschulcampus in Delitzsch begonnen. 24, vergrößern

Beim symbolischen ersten Spatenstich packten neben den Schulleiterinnen Katrin Schinke (Pestalozzischule) und Bärbel Bachner (Fröbelschule) sowie zwei Kindern aus den Bildungseinrichtungen auch Nordsachsens Landrat Kai Emanuel, der Delitzscher Bürgermeister Thorsten Schöne, Kultus-Amtschef Wilfried Kühner, der 2. Beigeordnete des Landkreises Nordsachsen, Jens Kabisch, sowie der Leipziger Niederlassungsleiter der Firma Implenia Hochbau, Holger Rößner mit an (von links). Foto: LRA/Bley

 

Mit dem symbolischen ersten Spatenstich hat am 11. Oktober 2022 offiziell der Neubau von zwei Förderschulen als Förderschulcampus Delitzsch begonnen. Der Landkreis Nordsachsen investiert 24,2 Millionen Euro in den Gebäudekomplex an der Richard-Wagner-Straße. Ab Sommer 2024 werden dort unter modernsten Bedingungen 300 Schülerinnen und Schüler der Pestalozzischule und der Fröbelschule mit ihren jeweiligen Förderbedarfen unterrichtet. An ihren alten Standorten waren beide Bildungseinrichtungen an Kapazitätsgrenzen gestoßen und Modernisierungen nur noch begrenzt möglich.

Sowohl die Planung als auch der Bau des Komplexes liegen in den Händen der Implenia Hochbau GmbH. Das Unternehmen hatte sich im Rahmen eines europaweiten Verhandlungsverfahrens mit Teilnahmewettbewerb durchgesetzt.

Die Finanzierung des Millionenprojekts realisiert der Landkreis zu großen Teilen über einen Kredit aus eigener Kraft. Trotz der angespannten Haushaltslage hatte es dafür breite Rückendeckung vom Kreistag gegeben. Die bundeseigene Kreditanstalt für Wiederaufbau steuert drei Millionen Euro für die Umsetzung des Energiekonzepts bei. Ein wichtiger Baustein sind zudem Gelder des sächsischen Kultusministeriums zur Verbesserung der schulischen Infrastruktur. Den Fördermittelbescheid über 9,8 Millionen Euro übergab zum Baustart Wilfried Kühner, Amtschef im Sächsischen Staatsministerium für Kultus, an Nordsachsens Landrat Kai Emanuel.

„Dieser Neubau ist ein Kraftakt für alle Beteiligten und gleichzeitig eine Verpflichtung gegenüber den Schwächsten unserer Gesellschaft“, sagte der Landrat. Er sei dankbar für die finanzielle Unterstützung durch Land und Bund, die professionelle Bearbeitung des Bauantrags durch die Stadtverwaltung Delitzsch und nicht zuletzt die Entschlusskraft des Kreistags, der das Projekt von Beginn an zu 100 Prozent mitgetragen habe.

Kai Emanuel nahm auch Bezug auf die unlängst gefallene Entscheidung, die Großforschungseinrichtung „Center for the Transformation of Chemistry“ (CTC) in Delitzsch anzusiedeln – übrigens in direkter Nachbarschaft zum jetzt entstehenden Schulkomplex. Die Richard-Wagner-Straße entwickle sich zu einem Aushängeschild sowohl der Stadt Delitzsch, als auch des Landkreises Nordsachsen. „Beide Projekte sind auf ihre Art zukunftsweisend und Bausteine für die Entwicklung unserer Region.“ In beiden Fällen entscheide zudem die Kooperation aller Beteiligten über den langfristigen Erfolg.

Obwohl die Delitzscher Pestalozzi- und Fröbelschule künftig denselben Gebäudekomplex nutzen, sind die Räume genau auf ihre jeweiligen Bedürfnisse zugeschnitten. Die Bildungseinrichtungen bleiben eigenständig und haben separate Eingänge. Bindeglied ist die „Gemeinsame Mitte“. So nennen die Planer einen 1.538 Quadratmeter großen Bereich, der Mensa, Fachkabinette, Sporthalle und Außen-Sportanlagen einschließt. Er steht den Kindern beider Schulen zur Verfügung. Ein bauliches Highlight des Komplexes sind die innenliegenden Höfe. Durch sie sind alle Schulbereiche von Tageslicht durchflutet. Die Sichtbeziehung der umlaufenden Gänge zu den Hoffreiflächen erleichtert zudem die Orientierung im Gebäude.

Die Räumlichkeiten der Fröbelschule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung nehmen künftig rund 2.554 Quadratmeter in Anspruch. Sie sind ausschließlich im Erdgeschoss untergebracht, um Barrierefreiheit zu gewährleisten. Deshalb befindet sich auch die „Gemeinsame Mitte“ auf diesem Niveau. Ausgelegt sind die neuen Räume, die zudem Platz für Therapie und Pflege bieten, für die Beschulung und Betreuung von 70 Mädchen und Jungen. Die Schülerzahl liegt unter den derzeitigen Bedingungen noch bei rund 50.

4.159 Quadratmater umfasst nach Fertigstellung der Bereich der Pestalozzischule mit dem Förderschwerpunkt Lernen. Er erstreckt sich über die beiden oberen Geschosse, wobei Räume für Unter- und Oberstufe jeweils auf einer Etage liegen. 230 Schülerinnen und Schüler finden künftig hier Platz. Aktuell sind es 180, wobei 1. und 2. Klasse sowie der Hort aus Raumnot ins Berufliche Schulzentrum Delitzsch ausgewichen sind.

Über diesen Link gelangen Sie zu einer Karte, die den genauen Standort des künftigen Förderschulcampus' zeigt.