ASP-Sperrzone: Veterinäramt gibt Hinweise für Schweinehalter und Jäger

10.11.22

Allen Gegenmaßnahmen zum Trotz hat sich die Afrikanische Schweinepest (ASP) in den vergangenen zwei Jahren über den gesamten Landkreis Görlitz sowie Teile der Landkreise Bautzen und Meißen ausgebreitet. Um diese Entwicklung einzudämmen, wird derzeit in den Landkreisen Nordsachsen und Mittelsachsen die Errichtung eines Schutzkorridors geplant. Rechtliche Grundlage dafür ist eine räumliche Erweiterung der sogenannten Sperrzone I. Die entsprechende Allgemeinverfügung der Landesdirektion Sachsen ist seit 4. November 2022 in Kraft. Die genannte Sperrzone umfasst im Landkreis Nordsachsen demnach Teile der Gemeinden Arzberg, Cavertitz, Liebschützberg, Naundorf, Mügeln sowie der Städte Belgern-Schildau und Oschatz.

Schweinehalter in den betroffenen Gebieten müssen ihre Tiere so unterbringen, dass sie nicht mit Wildschweinen in Berührung kommen können und außerdem Desinfektionsmöglichkeiten einrichten. Außerdem haben sie die Zahl der Schweine samt Nutzungsart und Standort ans Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt des Landratsamtes Nordsachsen (LüVa) zu melden. Eine Informationspflicht besteht auch bei verendeten oder erkrankten, insbesondere fieberhaft erkrankten Schweinen. Kann die Afrikanische Schweinepest nicht ausgeschlossen werden, sind virologische und gegebenenfalls serologisch Untersuchungen obligatorisch. Ins Ausland dürfen Schweine nur mit Genehmigung des LüVa gebracht werden.

Jäger in der Sperrzone sind verpflichtet, verstärkt Wildschweine ins Visier zu nehmen. Jedes erlegte Wildschwein sowie Fall- und Unfallwild muss unverzüglich unter Angabe des Fund- bzw. Erlegungsortes beim LüVa gemeldet, gekennzeichnet und auf ASP beprobt werden. Die Proben samt Begleitschein erhält ebenfalls das LÜVA. Aufbruch und Schwarte bzw. Tierkörper sind über die Kadaversammelpunkte unschädlich zu beseitigen.

Erlegte Wildschweine, frisches Wildschweinefleisch und Wildschweinefleischerzeugnisse, die Wildschweinefleisch von in der Sperrzone I erlegten Tieren enthalten, dürfen nicht innerhalb oder aus der Sperrzone I heraus bewegt werden. Eine Ausnahmegenehmigung ist auf schriftlichen Antrag nach Vorliegen des Untersuchungsergebnisses auf ASP möglich.

Der Einsatz von Jagdhunden zum Stöbern sowie von Jagdhelfern (Treibern) zur aktiven Beunruhigung des Wildes ist dem LüVa mindestens zwei Werktage vor Durchführung der Jagd anzuzeigen. Das Amt kann den im Einzelfall untersagen oder Auflagen erteilen.

Die Fallwildsuche in der Sperrzone I wird fortgeführt. Die Jagdausübungsberechtigten haben eigenverantwortliche, intensive Suchen nach verendeten Wildschweinen im eigenen Revier durchzuführen und bei den vom LüVa organisierten Suchaktionen im Rahmen ihrer Möglichkeiten mitzuwirken.