UMA-Betreuung: Jugendamt braucht Unterstützung

15.12.22

Landkreises Nordsachsen vor große Aufgaben. Denn immerhin jeder fünfte Migrant ist unter 18 Jahren alt. In diesen Fällen ist der Landkreis nicht nur für eine angemessene Unterbringung der ihm zugewiesenen unbegleiteten minderjährigen Ausländer (umA) verantwortlich. Hinzu kommen Sozialbetreuung und Begleitung durch sozialpädagogische Fachkräfte. Die entsprechenden Personalkapazitäten des Jugendamts sind allerdings erschöpft, so die Leiterin des Jugendamts, Mandy Renner. Deshalb sucht die Kreisverwaltung nun nach Verstärkung. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten dazu:

Was ist Sozialbetreuung?
Betreuungspersonen und UMA arbeiten über einen begrenzten Zeitraum eng und strukturiert zusammen. Durch dauerhafte und belastbare Betreuungsmöglichkeiten sowie verlässliche Optionen der Krisenintervention entsteht ein Vertrauensverhältnis als Basis für den Erfolg der Arbeit.

Was beinhaltet die Sozialbetreuung?
Die Betreuungspersonen unterstützen unbegleitete ausländische Jugendliche beim Ankommen in der neuen Umgebung, der sozialen Integration wie der Anbindung an Schule, Ausbildung und Beruf. Sie fördern den Spracherwerb, die persönliche Entwicklung, das Einbringen individueller Fähigkeiten und Begabungen sowie eine eigenständige Lebensführung. Außerdem helfen die Betreuungspersonen bei der Bewältigung von persönlichen Krisen infolge von Heimweh, Fluchterfahrungen oder gesundheitlichen Beeinträchtigungen.

Wie sieht die Arbeit in der Sozialbetreuung konkret aus?
Das Gros der Arbeit wird innerhalb einer Wohngruppe geleistet. Die Betreuer unterstützen ihre Schützlinge bei der Bewältigung des Alltags, helfen beim Strukturieren und Organisieren. Dazu gehört die Förderung des Selbstbewusstseins und einer eigenverantwortlichen Lebensführung beispielsweise durch Anleitung beim Einkaufen, Wäsche waschen, Kochen sowie beim Umgang mit Geld. Gleichzeitig unterstützen die Betreuer den Spracherwerb und schaffen Verbindungen zu Schulen, Ausbildungsberatung oder -betrieben, vermitteln beim Umgang mit Behörden und forcieren die soziale Integration. Das kann unter anderem durch die Anbindung an regionale Projekte, Vereine oder andere sinnvolle Freizeitgestaltungen geschehen. Ebenso wichtig sind Hilfestellungen bei gesundheitlichen Problemen und psychischen Belastungen sowie die Unterstützung dabei, sich mit gesellschaftlichen Gegebenheiten, Werten und Normen in Deutschland vertraut zu machen, um am Ende eine realistische Lebensperspektive zu entwickeln.

Wer wird für diese Arbeit gesucht?
Frauen und Männer mit folgenden Qualifikationen werden gesucht: anerkannte Erzieher, Sozialarbeiter, Sozialpädagogen, Personen mit abgeschlossenem Studium soziale Arbeit oder Erziehungswissenschaften mit Schwerpunkt/Hauptfach Sozialpädagogik, Heilpädagogen mit Fachschul- und Hochschulabschluss; Personen mit abgeschlossener Weiterbildung zur Fachkraft für soziale Arbeit; Kindheitspädagogen, staatlich anerkannte Sozialassistenten, Erzieher, Heilerziehungspfleger, Rehapädagogen, Pädagogen. Zudem wird eine mindestens zweijährige Berufserfahrung in der Kinder- und Jugendbetreuung als Eignung anerkannt. Gesucht werden auch Hauswirtschaftskräfte zur Unterstützung bei der Anleitung und Erlernung hauswirtschaftlicher Fähigkeiten.

Wohin können sich Interessenten wenden?
Wer sich dieser Aufgabe stellen möchte, wendet sich am besten an das Jugendamt des Landkreises Nordsachsen – per E-Mail an jugendamt@lra-nordsachsen.de oder per Post an Landratsamt Nordsachsen, Jugendamt, 04855 Torgau.