Sonderausstellung zu 200 Jahren Sächsisch-Napoleonische Festung Torgau

Im Jahr 2011 jährt sich zum 200. Mal der Baubeginn der sächsischen Landesfestung Torgau. Die Stadt Torgau würdigt dieses besondere Ereignis in der Zeit vom

01. April bis 30. Oktober 2011

mit einer Jubiläumsausstellung in Schloss Hartenfels. Die Festungszeit stellt fraglos einen der herausragenden Aspekte der Torgauer Stadtgeschichte dar, neben den Themen Residenzstadt, Reformation und Renaissance. Auf rund 270 Quadratmetern werden u. a. erstmals ausgestellte Exponate zur dramatischen Geschichte dieser herausragenden Festungsanlage präsentiert.

In vier Abteilungen lässt die Ausstellung den Besucher in das Torgau der napoleonischen Zeit eintauchen, als aus einer verschlafenen ehemaligen Residenzstadt eine der modernsten Festungsstädte Europas wurde.
In der ersten Abteilung Prolog Sachsen-Frankreich werden die politischen Umstände beleuchtet, in deren Ergebnis die Stadt und ihre Bürger in den Fokus der strategischen Planungen Napoleons rückten.
Das Abteilung Festung und Stadt / Stadt als Festung zeichnet den Transformationsprozess nach, der das Prestigeprojekt Landesfestung zwischen 1811 und 1813 erst zu der wichtigsten Baustelle des jungen Königreichs Sachsen und zum logistischen Zentrum des französischen Russlandfeldzugs von 1812 machte.
In der Abteilung Belagerung und Fall / Torgau wird preußisch wendet sich die Ausstellung einem der dramatischen Kapitel in der Stadtgeschichte zu. Die Freiheitskriege gegen das napoleonische Frankreich fanden im Oktober 1813 ihren Höhepunkt in der Leipziger Völkerschlacht, Napoleons Macht war gebrochen worden. Für Torgau, das zwischenzeitlich französische Garnison und Lazarett geworden war, trat nun der Ernstfall ein. Nach mehrmonatiger Belagerung und einer verheerenden Typhusepidemie ergab sich die Festung ihren preußischen Belagerern und Torgau wurde zur preußischen Garnisonsstadt.

Mehrere Vertiefungszonen präsentieren in den drei Abteilungen schlaglichtartig Themen des zivilen und militärischen Alltags in der Garnisonsstadt, die faszinierende Welt der Ingenieur-technik und Kriegsbaukunst oder Einblicke in die Medizin- und Pharmaziegeschichte. In biografischen Porträts zu Bürgern, Soldaten, zu wahren Helden und tragischen Gestalten der Festungsgeschichte wird dieses Ausstellung abgerundet.
Den Abschluss der Ausstellung bildet das Zukunftsforum Denkmal was nun? Hier soll das Ringen um den Umgang mit dem einstmals ungeliebten Festungserbe thematisiert und die Frage nach der identitätsstiftenden Kraft der Festung gestellt werden. Das Forum will lebendiges Gedächtnis sein das seismografisch die Stimmungen und Erinnerungen der Torgauer Bürger an ihre Festung zusammenfasst und vorstellt.

Vielfalt und Dynamik der Ausstellung sollen sich im Begleitprogramm wiederspiegeln. Eingeleitet von einem wissenschaftlichen Kolloquium, laden unterschiedliche Workshops zur Selbsterfahrung durch Interaktion ein. Die Bandbreite reicht von bunten Sonderveranstaltungen wie einem internationalen Biwag zur Zeit der Napoleonischen Kriege, das aktuell vorbereitet wird, bis hin zu Vorträge und Diskussionen zum Diskurs rund um den Diskurs um die Festung.

Das Gemälde zum Plakat (Delaroche, Napoleon I. zu Fontainebleau am 31. März 1814 nach Empfang der Nachricht vom Einzug der Verbündeten in Paris) wurde uns dankenswerter Weise
Vom Museum der bildenden Künste, Leipzig zur Verfügung gestellt.

Weitere Informationen zur Ausstellung erteilt Ihnen gerne der Kurator, Herr Alexander Süß (info@museograph.de).