Reise mit Heimtieren

Das Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt informiert:

Der Sommer rückt näher, und bei vielen Menschen in Sachsen wird zurzeit der Sommerurlaub geplant. Für unsere Hunde- und Katzenbesitzer stellt sich die Frage, ob sie ihr „tierisches Familienmitglied" mit in das Feriendomizil mitnehmen.

Wer außerhalb Deutschlands seinen Urlaub verbringen möchte, muss schon seit 2004 die Bestimmungen der EU-Verordnung 998/2003 über die Ein- und Ausfuhr von Heimtieren (Hunde, Katzen, Frettchen) zwischen EU-Mitgliedsstaaten sowie aus Drittländern in EU-Mitgliedsstaaten beachten. Heimtiere in der EU sollen vor allem vor der Einschleppung und Verbreitung der Tollwut durch vorbeugende Impfung geschützt werden, denn eine Infektion mit Tollwuterregern kann tödlich für Mensch und Tier sein!

Bis zum 03.07.2011 müssen alle Heimtiere beim Reisen zwischen EU-Mitgliedstaaten oder bei der Ein- bzw. Ausreise aus einem Drittland in die EU zur eindeutigen Identifikation tätowiert oder elektronisch gekennzeichnet sein.

Ab dem 04.07.2011 ist die Neukennzeichnung der Heimtiere ausschließlich mit einem Mikrochip (ISO-Norm 11784) gestattet, wenn ein internationaler Heimtierpass ausgestellt werden soll.

Die Tätowierung ist zur Identifikation beim Reisen außerhalb Deutschlands ab dem 04.07.2011 nicht mehr ausreichend! Allerdings besteht für alle Heimtiere, die bereits vor dem 04.07.2011 mit einer Tätowierung versehen wurden, keine Pflicht zur Nachkennzeichnung mit einem o.g. Mikrochip, sofern die Tätowierung zweifelsfrei lesbar ist!

Bei Reisen außerhalb Deutschlands muss der Heimtierausweis mitgeführt werden, der von einem ermächtigten Tierarzt ausgestellt wurde. Aus diesem muss hervorgehen, dass eine gültige Tollwutimpfung bzw. eine gültige Auffrischungsimpfung gegen Tollwut besteht.

Gültig bedeutet, dass ein Welpe bei der Erstimpfung mindestens 3 Monate alt ist und die Tollwutimpfung mindestens 21 Tage zurückliegt. Die Impfung muss entsprechend den Empfehlungen des Impfstoffherstellers wiederholt werden. Eine Wiederholungsimpfung ist dann unmittelbar gültig.

Die EU-Länder mit Ausnahme von Schweden, Irland, Malta und Großbritannien/Nordirland gestatten die Einreise eines Heimtieres, das jünger als drei Monate und nicht geimpft ist, wenn

1. für dieses Tier ein EU-Ausweis mitgeführt wird

2. es gechipt/tätowiert ist (bis 04.07.2011)

3. es seit seiner Geburt an dem Ort gehalten wurde, an dem es geboren ist und

4. ohne mit wild lebenden Tieren, die einer Infektion mit dem Tollwutvirus ausgesetzt gewesen sein könnten, Kontakt hatte (vom Tierarzt zu bestätigen).

Die Einreise ist auch gestattet, wenn es seine Mutter begleitet, von der es noch abhängig ist. In diesem Fall muss die Mutter die Einreisebedingungen erfüllen.

Diese genannten Bestimmungen gelten für Reisen nach Belgien, Bulgarien, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien/Nordirland, Irland, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakische Republik, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn, Zypern.

Einige EU-Länder (z.B. Schweden, Irland, Malta und Großbritannien/Nordirland) haben zusätzliche nationale Sonderregeln für die Einreise von Heimtieren.

Beim Verkauf oder bei der Eigentumsübertragung von Heimtieren gelten andere gesetzliche Bestimmungen!

 

Der Amtstierarzt