Innereien von Wild nur gelegentlich verzehren

Das Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt Nordsachsen informiert:

Im Gegensatz zu den Innereien von zahlreichen Nutztieren, deren Belastung mit Dioxinen und Schwermetallen einen abnehmenden Trend zeigt, können Innereien von wildlebenden Tieren, wie zum Beispiel von Hasen, Rehen und Wildschweinen, erheblich mit Schwermetallen und auch mit Dioxinen und Polychlorierten Biphenylen (PCB) belastet sein. Daher empfiehlt das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU), Innereien jeglicher wildlebender Tierarten nur gelegentlich, das heißt im zwei- bis dreiwöchigen Abstand, zu verzehren.

Diese Empfehlung ist Ergebnis einer gesundheitlichen Bewertung des Bundesamtes für Risikobewertung zu vorliegenden Daten von Gehalten an Dioxinen und PCB im Muskelfleisch und in der Leber von wildlebenden Wildschweinen, Reh- und Damwild sowie Hasen. Diese Daten zu Dioxinen und PCB wurden durch das Bundesamt für Verbraucherschutz aus Untersuchungen durch die Bundesländer im Zeitraum von 2006 bis 2008 und für 2010 erhoben. Außerdem wurden Untersuchungsergebnisse des Umweltbundesamt aus der Umweltprobenbank für die Jahre 2001 bis 2003 und 2006 bis 2007 herangezogen.

Im Ergebnis der Datenerhebung und der Risikobewertung wurde festgestellt, dass es für die Allgemeinbevölkerung bei einem gelegentlichen Verzehr von Wildfleisch und Innereien trotz vergleichsweise hoher Gehalte an Dioxinen und PCB kein gesundheitliches Risiko gibt. Für Verzehrer aus Jägerhaushalten, in denen regelmäßig Lebern von Wildtieren gegessen werden, kann die tolerierbare wöchentliche Aufnahmemenge jedoch schnell ausgeschöpft werden und es ist eine gesundheitliche Beeinträchtigung möglich. Diese Verbrauchergruppen sollten daher die Verzehrsempfehlungen des BMU beachten.

Weitere wichtige Verbrauchertipps zur Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, wie zum Umgang mit Obst und Gemüse, zum Verzehr von Wildpilzen und von Flussfischen sind auf der Internetseite des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit zu finden unter: http://www.bmu.de/gesundheit_und_umwelt/lebensmittelsicherheit/verbrauchertipp/
doc/2423.php

Dr. Preuß
Amtstierarzt