Der Dunker`sche Muskelegel- eine neue Gefahr?

Das Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt informiert:

Um den Verbraucher vor Erkrankungen zu schützen, die durch den Verzehr von Wildbret hervorgerufen werden könnten, wird das Wild vom Jäger einer Untersuchung unterzogen, welche bei Schwarzwild und allen anderen Tieren, die Träger von Trichinen sein können, durch die amtliche Trichinenuntersuchung ergänzt wird.

Im Landkreis Nordsachsen wurden im letzten Jahr 2573 Stück Schwarzwild amtlich auf Trichinen untersucht. Bei dieser Untersuchung können als Zufallsbefund auch andere Parasiten, z. B. der sog. Duncker`sche Muskelegel (DME), ein Jugendstadium des parasitisch lebenden Saugwurmes Alaria alata, nachgewiesen werden.

Dieser Nachweis gelang im November 2011als Zufallsbefund bei einer amtlichen Trichinenuntersuchung im LÜVA Nordsachsen. Da die Trichinenuntersuchung keine spezifische Nachweismethode zur Feststellung des Duncker`schen Muskelegels ist, wurden erneut Proben von den betreffenden Wildschweinen entnommen und zur Untersuchung an die Universität Leipzig gegeben. Dort wurden 2 Stück Schwarzwild von 18 als Träger des Duncker`schen Muskelegels ermittelt. Diese sind unschädlich beseitigt worden; die anderen 16 Stück konnten zum Verzehr freigegeben werden.

Der Duncker`sche Muskelegel parasitiert im Darm von Füchsen oder Marderhunden. Mit deren Ausscheidungen gelangen die Eier in die Umgebung und werden vom Zwischenwirt aufgenommen. Der Entwicklungszyklus ist an Wasser gebunden und so gelten als Zwischenwirte Schnecken, Kaulquappen, Frösche und Amphibien. Werden diese nun über die Nahrungskette vom Schwarzwild aufgenommen, entwickelt sich im Wild der Duncker`sche Muskelegel.

Bei Verzehr von infiziertem und nicht ausreichend erhitztem Fleisch durch den Menschen, kann es zum Krankheitsbild der larvalen Alariose kommen. Die Symptome sind eher unspezifisch. Atemwegs- und Hauterkrankungen können ebenso auftreten wie Netzhautschäden am Auge, die durch Schmierinfektionen hervorgerufen werden können.

In den vergangenen Jahren ist es besonders in Brandenburg und in der Oberlausitz, bei der Trichinenuntersuchung von Schwarzwild mittels Verdauungsverfahren, zu Funden des Duncker`schen Muskelegels (DME) gekommen. In einer Stellungnahme des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) wird darauf hingewiesen, dass im Sinne des vorbeugenden Verbraucherschutzes, Fleisch, welches mit dem Duncker`schen Muskelegel infiziert ist, als untauglich für den Verzehr durch Menschen zu beurteilen ist.

Der Duncker`sche Muskelegel wird durch Erhitzen abgetötet. Deshalb wird nachdrücklich darauf verwiesen, dass nur vollständig durchgegartes Fleisch vom Schwarzwild und erst nach dem Abschluss der Trichinenuntersuchung verzehrt werden sollte.

Am Institut für Lebensmittelhygiene wird derzeit ein spezielles Untersuchungsverfahren zum Nachweis des DME entwickelt. Experten rechnen aber frühestens ab 2012/2013 mit einer flächendeckenden Untersuchung auf diesen Parasiten.

 

 

Die Amtstierärztin