Die Honigbiene als Nutztier

Das Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt informiert:

Honigbienen werden vom Menschen seit Jahrtausenden als Haustiere gehalten. Die Biene als Haustier wird vom Imker (abgeleitet von niederdt. Imme für „Biene" und mittelniederdt. Wort kar für „Korb, Gefäß) gehalten. Vom Imker zu unterscheiden ist der Zeidler, der im Mittelalter den Honig wilder Bienenvölker sammelte.

In der neueren Zeit züchten die Imker ihre Bienen auf Sanftmut, Widerstandsfähigkeit und Honigleistung. Bienen halten und mit diesen züchten darf jeder ohne eine spezielle Ausbildung. Es gibt aber trotzdem auch einen zugehörigen Lehrberuf bezeichnet als Tierwirt mit Fachrichtung Imkerei.

Die Bienenhaltung kann man heute nicht nur im ländlichen Raum, sondern selbst in Außenbezirken von Großstädten finden und gilt als "ortsüblich". In der Tierseuchengesetzgebung wird die Biene als Haustier eingestuft. Es gelten somit alle allgemeinen tierseuchenrechtlichen Regelungen sowie die Bienenseuchen-Verordnung.

Nach der Bienenseuchen-Verordnung muss jeder der Bienen halten will, dies spätestens bei Beginn der Tätigkeit der zuständigen Behörde (in Sachsen dem Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt LÜVA) unter Angabe der Anzahl der Bienenvölker und ihres Standortes anzeigen.

Ebenso gilt für Imker, die nur vorübergehend ihre Bienen an einen anderen Ort verbringen (d.h. außerhalb des bei dem LÜVA gemeldeten Standortes), dass sie ihren Bienenstand mit einem Schild mit seinem Namen und seiner Anschrift sowie der Zahl der Bienenvölker in deutlicher und haltbarer Schrift gut sichtbar kennzeichnen müssen!

Außerdem hat der Imker für die an einen anderen Ort verbrachten Bienenvölker unverzüglich nach dem Eintreffen dem für den neuen Standort zuständigen LÜVA eine aktuelle Gesundheitsbescheinigung ausgestellt vom für den Herkunftsort zuständigen amtlichen Tierarzt vorzulegen. Aus der Bescheinigung muss hervorgehen, dass die Bienen als frei von Amerikanischer Faulbrut befunden worden sind und der Herkunftsort der Bienen nicht in einem Faulbrut-Sperrbezirk liegt.

Die Bescheinigung wird von dem für den neuen Standort zuständigen LÜVA -einbehalten. Die Bescheinigung wird dem Imker wieder ausgehändigt, wenn die Bienenvölker aus dem Zuständigkeitsbereich des LÜVAs verbracht werden.

Wir bitten dringend alle neuen Imker in Nordsachsen sich im LÜVA (Richard-Wagner-Straße 7a in 04509 Delitzsch, Tel.: 034202-9885202 oder Schlossstraße 27 in 04860 Torgau, Tel.03421-758 5256) anzumelden. Außerdem möchten wir alle Wanderimker an ihre o.g. Pflichten erinnern, um die Ausbreitung von Seuchen zu verhindern und damit die eigenen aber auch die Bienenvölker anderer Imker zu schützen. Nichtbeachtung dieser Gesetze sind Ordnungswidrigkeiten und können mit Bußgeld geahndet werden!

 Weitere Informationen zu Pflichten des Imkers sowie zur Bekämpfung der anzeigepflichtigen Tierseuche bei Bienen „Amerikanische Faulbrut" finden Sie unter http://www.landkreis-nordsachsen.de auf der Seite des LÜVAs unter dem Link Tierseuchenbekämpfung, Tiergesundheitsschutz, Tierschutz und Tierarzneimittelüberwachung (Anzeigeformular Tierhalter, Merkblatt, Leitlinie zur Bekämpfung der Amerikanischen Faulbrut etc.).

 

Die Amtstierärztin