Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Weissrussland festgestellt

Das Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt informiert:

Mit einem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in der Weißrussischen Region Grodno hat diese exotische Tierseuche nun mittlerweile die weißrussisch-polnischen Grenze und somit unmittelbar die EU-Außengrenze erreicht.

Die Afrikanische Schweinepest ist in Deutschland bisher noch nie aufgetreten. Daher sind die deutschen Schweinebestände völlig ungeschützt. Ein Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland würde katastrophale Folgen haben. Zur Bekämpfung steht kein Impfstoff zur Verfügung, infizierte Schweine verenden innerhalb einer Woche. Die einzige Möglichkeit der Bekämpfung ist das Keulen, also das Töten und unschädliche Beseitigen ganzer Tierbestände.

Eingeschleppt wurde die Afrikanische Schweinepest 2007 aus Georgien nach Armenien, Aserbaidschan und schließlich in die Russische Förderation. Von da aus breitete sie sich immer mehr in benachbarte Länder aus. So ist zu befürchten, dass die Überschreitung der Grenze zur Europäischen Union nur eine Frage der Zeit ist.

Verbreitet wird die Seuche auf verschiedenen Wegen: So sehen Experten des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI), Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, ein erhöhtes Risiko bei Fahrzeugen, die für den Transport von Mast- und Schlachtschweinen verwendet wurden und leer aus den betroffenen Gebieten zurückkommen. Das höchste Risiko für eine Weiterverbreitung der Seuche besteht aber durch eingeführte Lebensmittel und Speiseabfälle.

Da das Virus sehr widerstandsfähig ist, hält es sich in gekühltem Fleisch mehrere Wochen und in gefrorenem Fleisch sogar jahrzehntelang. Auch in gepökelten und geräucherten Waren wie Salami kann der Erreger monatelang überleben. Solche Produkte dürfen keinesfalls von Urlaubsreisen mitgenommen werden. Lebensmittelreste, die Schweinefleisch enthalten und auf Raststätten oft achtlos weggeworfen werden, können die Afrikanische Schweinepest auf heimische Wildschweine übertragen. Landwirtschaftliche Nutztiere sollten niemals mit Speiseresten gefüttert werden.

Im eigenen Interesse sollten Schweinehalter entsprechend der Schweinehaltungshygieneverordnung nun besonders auf Biosicherheitsmaßnahmen achten. Gehäufte Krankheits- und Todesfälle sind sofort dem Tierarzt zu melden, der gemäß § 8 dieser VO entsprechende Ausschlussdiagnostik auf Schweinepest veranlassen muss. Fahrzeuge, in denen Schweine transportiert wurden, sind sorgfältig zu reinigen und zu desinfizieren. Besonderes Augenmerk ist dabei auf Fahrzeuge zu legen, die aus betroffenen Gebieten zurückkehren.

Das vermehrte Auftreten von Fallwild beim Schwarzwild kann ein Anzeichen der Afrikanischen Schweinepest sein. Derartige Funde sollten durch Jäger beim zuständigen LÜVA gemeldet werden.

 

 

DVM Mai

Amtstierärztin