Afrikanische Schweinepest auf dem Vormarsch

Das Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt informiert

Seit 2007 verbreitet sich das Virus der Afrikanischen Schweinepest von Georgien aus nach Russland, Litauen und Weißrussland. Jetzt wurden die ersten beiden Fälle in der Wildschweinpopulation an der polnischen Grenze zu Weißrussland bestätigt. Erhöhte Vorsicht ist nun geboten, um einer Ausbreitung nach Deutschland und einer Einschleppung des Virus in die Hausschweinbestände vorzubeugen.

 

Was ist die Afrikanische Schweinepest?

Dabei handelt es sich um eine hochansteckende Viruserkrankung, die Haus- sowie Wildschweine befällt. Für den Menschen besteht keine Gefahr. Ursprünglich stammt sie aus afrikanischen Ländern südlich der Sahara, wo sie von Lederzecken auf Warzenschweine übertragen wird.

 

Woran erkenne ich die Afrikanische Schweinepest?

Bei einer Infektion kommt es zu einer unspezifischen Allgemeinsymptomatik aus hohem Fieber, Fressunlust, Abgeschlagenheit, Bewegungsstörungen und plötzlichen Todesfällen. Hinzu können Erbrechen und Durchfall, Atembeschwerden und Blutungen kommen. Sauen können in allen Trächtigkeitsstadien verferkeln.

Je nach Immunitätsstatus der Tiere erkranken diese in unterschiedlichen Schweregraden. Auch eine subakute und chronische Form sind bekannt. Es besteht weder eine Geschlechter- noch Alterspräferenz. Innerhalb von 5 bis 10 Tagen versterben betroffene Tiere.

Eine Unterscheidung von der Klassischen Schweinepest oder anderen fieberhaften Allgemeinerkrankungen anhand der Symptome ist nicht möglich.

 

Wie wird die Krankheit übertragen?

Eine Ansteckung kann durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren (Speichel, Exkremente, Blut) und deren Produkten, aber auch über kontaminierte Geräte, Fahrzeugreifen, Schuhwerk und andere unbelebte Vektoren erfolgen. Das verbotene Verfüttern von Speiseabfällen kann ursächlich für eine Erkrankung sein. Besonders über Blut kann sich ein Tier anstecken, weshalb bei der Jagd und dem Aufbrechen der Tierkörper Vorsicht geboten ist. Der Übertragungsweg über Lederzecken spielt in Deutschland vermutlich keine Rolle.

Die schnelle Verbreitung des Virus beruht auf der hohen Kontagiösität und der Fähigkeit, lange in eiweißhaltiger Umgebung zu überleben (Fleisch, Blut, Kot, Knochenmark). Tote Schweine bilden ein Virus-Reservoir.

 

Wie wird die Afrikanische Schweinepest bekämpft?

Zur Bekämpfung dieser anzeigepflichtigen Tierseuche existiert eine Verordnung zum Schutz gegen die Schweinepest und die Afrikanische Schweinepest (Schweinepestverordnung). Als Zielstellung gelten die Früherkennung sowie eine schnelle Diagnose, um eine Ausbreitung einzudämmen.

Einen Impfstoff oder eine Therapie gibt es nicht. Deswegen beschränken sich die Maßnahmen auf strenge Einhaltung der Hygieneregeln (Reinigung und Desinfektion, Hygieneschleuse, Personenbeschränkungen, kein Kontakt zur Wildschweinpopulation) sowie die Populationskontrolle der Wildschweine.

Im Falle eines Erregernachweises bei deutschen Wildschweinen wird ein Sperrbezirk eingerichtet, um den Handel mit Tieren aus diesem Gebiet zu unterbinden. Falls eine Infektion bei Hausschweinen vorliegt, müssen alle betroffenen Tiere getötet und unschädlich beseitigt werden.

 

Was muss sonst noch beachtet werden?

Gehäuft auftretendes Fallwild sollte zur labordiagnostischen Abklärung eingeschickt werden. Besonders Schweiß- und Milzproben sind geeignet.

Auch wenn in einem Schweinebestand vermehrt fieberhafte Erkrankungen auftreten, die nicht auf eine Antibiotika-Therapie ansprechen, sollte eine Probe eingesandt werden. Gleiches gilt für gehäufte Aborte und Todesfälle.

Jagdtourismus in kritische Gebiete wie Litauen oder Weißrussland sollte unter besonderer Beobachtung stehen, damit eine Virusverschleppung über die oben beschriebenen Wege nach Deutschland unterbleibt. Kleidungsstücke und Gegenstände dürfen nicht mit Blut behaftet sein. Auf die Mitnahme von Jagdtrophäen oder Schweinefleisch sollte man besser verzichten.

 

DVM Mai

Amtstierärztin