Amerikanische Faulbrut bei Bienen in Sachsen

Das Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt informiert

Im Landkreis Nordsachsen sowie weiteren sächsischen Kreisen häuften sich im April 2014 die Anzeichen für einen Verdacht auf das Vorliegen von Amerikanischer Faulbrut (AFB). Um den Verdacht sicher ausschliessen zu können, ist es besonders wichtig, sowohl klinische Untersuchungen von den Bienenvölkern als auch mikrobiologische Untersuchungen von Futterkranzproben bzw. Waben durchzuführen.

 

Was muss der Bienenhalter beachten?

In der Bienenseuchen-Verordnung ist geregelt, dass jede Bienenhaltung dem Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt unter Angabe der Anzahl der Bienenvölker und ihres Standortes anzuzeigen ist. Insbesondere jede Ortsveränderung der Völker ist der Behörde umgehend mitzuteilen, damit im Falle eines Seuchenausbruches die genauen Standorte der Bienenvölker bekannt sind.

Für die Wanderung von Bienenvölkern außerhalb des Landkreises sowie bei Verkauf in einen anderen Landkreis ist eine amtstierärztliche Bescheinigung notwendig. Diese erfordert sowohl die klinische Untersuchung der Bienenvölker durch einen Bienensachverständigen als auch - neu seit dem 1. April 2014 - eine Untersuchung von Futterkranzproben bei mindestens 20% der Völker!

Ohne das Vorliegen eines Untersuchungsbefundes zur Untersuchung von Futterkranzproben auf den Erreger der Amerikanischen Faulbrut wird durch das Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt Nordsachsen keine amtlichen Wander- oder Verkaufsbescheinigung mehr ausgestellt.

 

Was ist die Amerikanische Faulbrut?

Es handelt sich um eine anzeigepflichtige Tierseuche, die vom sporenbildenen Bakterium Penibacillus larvae ausgeht. Die Sporen gelangen ins Futter und werden von den Bienen aufgenommen. Nach 24 Stunden keimen diese im Darm der Bienenlarve aus. Ca. 50% der infizierten Larven sterben bereits vor der Verdeckelung und werden ausgeräumt. Die überlebenden infizierten Larven verenden im verdeckelten Zustand. Beim Reinigen der Waben sammeln sich Sporen im Haarkleid der Bienen, die letztendlich wieder im Futter landen und weitere Bienen infizieren. Alle Bienenarten können daran erkranken. Für den Menschen oder ander Tierarten ist die Krankheit ungefährlich.

 

Woran erkenne ich die Amerikanische Faulbrut?

Im fortgeschrittenen Infektionsstadium fallen deutlich die unregelmässigen Brutwaben auf. Viele davon sind leer. Vorhandene Zelldeckel sind verfärbt, angefressen und teilweise auch eingefallen. Die abgestorbenen Bienenlarven werden zu einer kaffeebraunen, schleimigen, fadenziehenden Masse zersetzt, die mittels eines Streichholzes oder einer Pinzette aus den Waben herausgezogen werden kann. Die Masse trocknet später ein und wandelt sich zu Schorf um, welcher in der unteren Zellrinne der Wabe festsitzt. Ein fauliger Geruch geht mit dem Krankheitsverlauf einher.

 

Wie wird die Krankheit übertragen?

Durch die Ausbildung von Sporen ist der Erreger sehr widerstandsfähig gegenüber Umwelteinflüssen. Die Erregerverteilung findet vor allem in den trachtarmen Monaten statt und wird von erwachsenen Bienen hauptsächlich durch Räuberei auf die Brut übertragen. Auch Imker können durch Geräte und Wabenaustausch sowie Ankauf erkrankter Völker zur Verbreitung beitragen. Eine weitere häufige Infektionsursache ist die Verfütterung von Honig aus fremden Beständen. Es ist möglich, dass die Krankheit erst mehrere Jahre nach der Infektion ausbricht.

 

Wie wird die Amerikanische Faulbrut bekämpft?

Da es sich um eine anzeigepflichtige Tierseuche handelt, ist das Auftreten klinischer Symptome und/oder ein positiver Laborbefund einer untersuchten Futterkranzprobe sofort dem zuständigen Veterinäramt zu melden.

Ein Verdacht liegt vor, wenn ein Volk entweder klinische Symptome zeigt oder die bakteriolgische Untersuchung einer Futterkranzprobe einen positiven Erregernachwies ergeben hat. Zur Abklärung werden weitere Untersuchungen durchgeführt und der Bienenstand unterliegt der amtlichen Sperre, sodass weder Bienen noch Waben, Wachs und Gerätschaften vom Standort entfernt werden dürfen. Wenn die Untersuchungen positiv ausfallen, muss die zuständige Behörde laut Bienenseuchenverordnung einen Sperrbezirk anordnen, in dem sämtliche Bienenvölker einer amtlichen Untersuchung unterliegen. Es dürfen keine Bienenvölker von ihrem Standort entfernt werden bzw. keine Völker in den Sperrbezirk hineingebracht werden.

Die Seuche wird entweder durch Kunstschwarmverfahren oder durch Tötung der befallenen Völker bekämpft. Eine Behandlung mit Medikamenten ist verboten!

Eine gründliche Reinigung und Desinfektion im Anschluss ist unbedingt erforderlich. Bienenwohnungen und Waben müssen verbrannt werden.

 

Empfehlungen für Imker:

Vor dem Verstellen von Bienenvölkern hat sich der Imker über bestehende Sperrbezirke bei der zuständigen Behörde zu informieren. Die Symptome der AFB muss jeder Imker erkennen können. In Zweifelsfällen ist der Bienensachverständige oder die zuständige Behörde zu Rate zu ziehen.

Frühes Erkennen verringert die Gefahr einer Verbreitung und Verschleppung der AFB und macht eine Sanierung leichter und effizienter.

 

DVM Mai

Amtstierärztin