Fragen und Antworten zum Mindesthaltbarkeits- und Verbrauchsdatum


Das Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt informiert:

 

Lebensmittel sind unterschiedlich lange haltbar. Bei verpackten Lebensmitteln informiert das Mindesthaltbarkeitsdatum die Verbraucher darüber, wie lange das Lebensmittel mindestens einwandfrei sein wird.

Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) wird von den Herstellern festgelegt und muss auf der Verpackung mit der Angabe „mindestens haltbar bis…“ angegeben werden. Oft sind Lebensmittel auch nach Ablauf des MHD genießbar. Weil dann aber die „Garantie“ des Herstellers abgelaufen ist, müssen die Verbraucher selbst prüfen, ob das Produkt noch „gut“ ist. Anders ist das beim Verbrauchsdatum. Es wird angegeben bei Lebensmitteln, die in mikrobiologischer Hinsicht leicht verderblich sind wie etwa Hackfleisch. Diese Lebensmittel sollten nach Ablauf des Datums nicht mehr gegessen werden

 

Was sagt das Mindesthaltbarkeitsdatum aus?

Verpackte Lebensmittel müssen ein Mindesthaltbarkeitsdatum tragen. Es gibt an, bis wann das ungeöffnete Lebensmittel bei angemessenen Aufbewahrungsbedingungen seine spezifischen Eigenschaften behält. Hierzu gehören nicht nur die einwandfreie mikrobiologische Beschaffenheit, sondern auch Farbe, Geruch, Geschmack und Nährwerte. Das MHD ist also kein „Verfallsdatum“ oder „Ablaufdatum“, sondern die Garantie des Herstellers für das Vorhandensein der charakteristischen Produkteigenschaften bis zum angegebenen Zeitpunkt.

 

Wie wird das Mindesthaltbarkeitsdatum angegeben?

Anzugeben ist das Mindesthaltbarkeitsdatum mit den Worten „mindestens haltbar bis…“. Dann müssen Tag, Monat und Jahr in dieser Reihenfolge genannt werden. Je nach Dauer der Haltbarkeit können jedoch Datumsbestandteile entfallen:

 

Haltbarkeit Angabe Bsp. Warengruppen
bis 3 Monate Jahr kann entfallen "mindestens haltbar bis Tag/Monat" Milchprodukte, Brot, Brötchen
> 3 Monate Tag kann entfallen "mindestens haltbar bis Monat/Jahr" Mehl, Reis, Nudeln, Soßen, Säfte
> 18 Monate Tag und Monat können entfallen "mindestens haltbar bis Ende Jahr" Konserven, Konfitüren, Gewürze, Mineralwasser

                      

Welche zusätzlichen Angaben muss ich beachten?

Sind bestimmte Lagerungsbedingungen erforderlich, um die Haltbarkeit zu gewährleisten – z.B. die Einhaltung konkreter Temperaturen – so steht auf der Verpackung in Verbindung mit der Datumsangabe ein entsprechender Hinweis: „bei +5°C mindestens haltbar bis…“ oder „Kühl und Trocken lagern. Mindestens haltbar bis…“.

Speziell die Temperatur hat einen großen Einfluss auf die Haltbarkeit eines Lebensmittels. Tiefkühlkost muss z.B. bei mindestens -18°C gelagert werden. Auch das Öffnen einer Lebensmittelverpackung hat zur Folge, dass sich das Mindesthaltbarkeitsdatum verkürzt. Daher sollten angebrochene Lebensmittel rasch aufgebraucht werden.

 

Kann ich Lebensmittel mit abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum noch essen?

Das Mindesthaltbarkeitsdatum gibt an, wie lange ein Lebensmittel „mindestens“ haltbar ist. Schon weil die Hersteller die Garantie der Mindesthaltbarkeit nur geben können, wenn sie einen „Sicherheitszuschlag“ geben, sind viele Lebensmittel auch nach Ablauf des angegebenen Datums noch genießbar. Weil dann aber die „Garantie“ des Herstellers abgelaufen ist, müssen Verbraucher selbst die Lebensmittel prüfen. Ein untypischer Geruch, Veränderungen in Farbe und Konsistenz oder gar Schimmel sind Anzeichen dafür, dass ein Lebensmittel nicht mehr verzehrt werden sollte.

 

Dürfen Lebensmittel mit abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum noch verkauft werden?

Lebensmittel dürfen auch nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums weiter verkauft werden. Der Verkäufer stellt durch Stichproben sicher, dass das Produkt noch genießbar ist.

 

Gibt es Lebensmittel, die kein Mindesthaltbarkeitsdatum benötigen?

Ein Mindesthaltbarkeitsdatum ist nicht erforderlich bei:

-       ungeschältem, nicht verarbeitetem Obst und Gemüse

-       alkoholischen Getränken (mind. 10 Vol.% Alkohol)

-       alkoholfreien Erfrischungsgetränken, Säften und alkoholischen Getränken in Behältnissen über 5 Liter

-       Speiseeis in Portionspackungen

-       Backwaren, die üblicherweise innerhalb von 24 Std. verzehrt werden

-       Speisesalz (außer Jodsalz)

-       Zucker in fester Form

-       Kaugummi und ähnlichen Erzeugnissen zum Kauen

-       Zuckerwaren, die fast nur aus Zucker, Aroma und Farbstoffen bestehen

-       Wein und Schaumwein

 

Wie wird das Mindesthaltbarkeitsdatum festgelegt?

Das Mindesthaltbarkeitsdatum und das Verbrauchsdatum legen die Hersteller fest. Sie kennen die Produkteigenschaften, also die mikrobiologische Beschaffenheit (Entwicklung von Keimen, pH-Wert) und die sensorische Qualität (Farbe, Aussehen, Geruch, Geschmack) am besten. Alle Produkte der Lebensmittelwirtschaft unterliegen während der Herstellung ständigen Qualitätskontrollen. Aufgrund dieser Testergebnisse und Erfahrungen wählt der Hersteller das Mindesthaltbarkeitsdatum so, dass das Lebensmittel bis zu diesem angegebenen Datum seine charakteristischen Eigenschaften mindestens behält. Der Hersteller garantiert also bis zum angegebenen Datum für Qualität und Haltbarkeit.

 

Was ist das Verbrauchsdatum?

Bei in mikrobiologischer Hinsicht leicht verderblichen Lebensmitteln wird statt des Mindesthaltbarkeitsdatums ein Verbrauchsdatum angegeben. Dies ist beispielsweise erforderlich bei rohem, zerkleinertem Fleisch wie Hackfleisch, Geschnetzeltem oder rohen Würsten sowie bei Geflügel.

Bei diesen Lebensmitteln müssen unbedingt die angegebenen Lagerungsbedingungen, sprich Kühltemperaturen, eingehalten werden.

Ausgewiesen wird das Verbrauchsdatum mit den Worten „verbrauchen bis…“.

Ist das Verbrauchsdatum abgelaufen, sollte das Lebensmittel nicht mehr verzehrt werden, da es gesundheitsschädlich sein kann. Außerdem darf Ware mit abgelaufenem Verbrauchsdatum nicht mehr verkauft werden.

 

Seit wann gibt es das Mindesthaltbarkeitsdatum?

Die Angabe eines Mindesthaltbarkeits- oder Verbrauchsdatums ist für verpackte Lebensmittel seit Inkrafttreten der Lebensmittelkennzeichnungs-Verordnung (LMKV) vom 22. Dezember 1981 in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben.

Quelle: http://www.bll.de/de/infomaterial/broschueren-flyer/pb-mindesthaltbarkeitsdatum

 

Die Amtstierärztin