Neue Form der Chinaseuche (RHDV-2) breitet sich in Nordsachsen aus

Betroffene Kaninchen sind apathisch und zeigen eine hochgradige Störung der Blutgerinnung mit Blutungen in allen Organen, Atemnot und vereinzelt auch Krämpfen.

In den vergangenen Wochen berichteten Kaninchenhalter im Landkreis Nordsachen über einen sehr starken Anstieg der Verluste. Einsendungen von verendeten Kaninchen aus ganz Sachsen an die Landesuntersuchungsanstalt Sachsen zeigen in diesem Jahr einen enormen Anstieg von RHDV-2 Infektionen als Todesursache.

Die Chinaseuche, auch RHD (Rabbit Heamorrhagic Disease) genannt, ist eine Viruserkrankung welche ausschließlich Kaninchen befällt und binnen kurzer Zeit zu zahlreichen Todesfällen bis zu 100 Prozent des Bestandes führt. Verstärkt wird in diesem Jahr das neue RHDV-2 Virus nachgewiesen. Betroffene Kaninchen sind apathisch und zeigen eine hochgradige Störung der Blutgerinnung mit Blutungen in allen Organen, Atemnot und vereinzelt auch Krämpfen. Die Tiere können auch ohne vorherige Krankheitssymptome innerhalb weniger Stunden verenden.

Das Virus ist in sämtlichen Ausscheidungen von infizierten Kaninchen nachweisbar. Es wird so über direkten Tierkontakt, über Insekten und auch über Gegenstände wie Futter, Kleidung und Transportkäfige weiterverbreitet. Wir bitten alle Kaninchenhalter, entsprechende Biosicherheitsmaßnahmen zu ergreifen, um ihre Tiere zu schützen.

Die Bekämpfung der RHD beim Hauskaninchen erfolgt im Wesentlichen durch eine frühzeitige Impfung und strikte Hygiene. Die in Deutschland zugelassenen Impfstoffe schützen zwar effizient gegen die klassische Variante der RHD, jedoch nur bedingt gegen RHDV-2. Aufgrund der großen Nachfrage nach zugelassenen Impfstoffen gibt es derzeit Lieferengpässe. Weiterhin besteht für praktizierende Tierärzte die Möglichkeit zugelassene Impfstoffe gegen das RHDV-2 aus anderen Mitgliedstaaten der EU zu beziehen. Leider ist auch hier die Verfügbarkeit begrenzt.

Das Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt Nordsachsen bittet alle betroffenen Tierhalter, die verendeten Tiere ordnungsgemäß über die Tierkörperbeseitigungsanstalt in Lenz (Tel. 03 52 49/73 50) zu entsorgen. Wahlweise können sich die Kaninchenhalter auch mit ihrer Gemeinde in Verbindung setzen und dort nach vorhandenen Kadavertonnen zur Sammlung nachfragen. Einzelne Tierkörper können auf dem eigenen Grundstück in ausreichender Tiefe von mindestens 50 cm vergraben werden. Durch die illegale, nicht sachgerechte Beseitigung der Tierkörper besteht die große Gefahr der Weiterverbreitung des Erregers in Haus- und Wildtierbestände. Das Virus kann viele Monate in der Umwelt überleben und bleibt infektiös.

 

Weitere Informationen zum download finden Sie hier.####(PDF, 235 kB)