Breitband-Ausbau in Nordsachsen: Gleich mehrere Anbieter im Rennen

Die digitale Breitband-Offensive von Nordsachsens Landrat Kai Emanuel (parteilos) ist einen großen Schritt vorangekommen. Nach dem Ende der europaweiten Ausschreibung liegen für alle sechs Ausbaugebiete jeweils mehrere Angebote von verschiedenen Telekommunikationsunternehmen vor.

Neben Schkeuditz und Eilenburg, die eigene Projekte verfolgen, wird somit der Breitbandkabel-Ausbau für schnelles Internet im gesamten Landkreis möglich. „Einzelne Gemeinden finden meist keine Anbieter, weil sie von den Unternehmen als zu klein und unwirtschaftlich betrachtet werden. Durch die Zusammenfassung und Aufteilung des Landkreises in sechs große Projektgebiete haben wir dieses Problem gelöst“, freut sich Landrat Emanuel.

Ausgeschrieben hat der Landkreis, wie vom Fördermittelgeber verlangt, technologie- und anbieterneutral. Mindestkriterium war allerdings eine flächendeckende Erschließung aller unterversorgten Gebiete Nordsachsens zu 80 Prozent mit einer Downloadgeschwindigkeit von 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) und zu 20 Prozent mit wenigstens 50 Mbit/s. Diese Anforderungen lassen sich kurzfristig durch das als förderfähig eingestufte Vectoring erfüllen. Bei der Vectoring-Technologie werden zwischen örtlicher Verteilerstation und Verbraucheranschluss die vorhandenen Kupferkabel zur schnellen Datenübertragung genutzt. „Wir bekommen damit deutlich mehr Dynamik in den Breitbandausbau“, sagt Landrat Emanuel. „Sobald das Glasfaserkabel im jeweiligen Ortsteil liegt, lässt sich das kostengünstige Vectoring-Verfahren zur Weiterleitung nutzen. So werden wir bereits Ende nächsten Jahres überall Geschwindigkeiten von mindestens 50 bis 100 Mbit haben und können dann den weiteren Glasfaserausbau je nach Bedarf bis etwa 2025 komplettieren.“

Als nächstes fordert das Landratsamt die nach der Ausschreibung ausgewählten Bewerber dazu auf, ihre Angebote zur Erschließung und Bewirtschaftung des Breitbandnetzes einzureichen. Nach deren Auswertung und Verhandlung wird zwischen dem Landkreis und dem jeweils am besten bewerteten Unternehmen ein Konzessionsvertrag abgeschlossen. Kai Emanuel: „Ziel ist, dass der Kreistag auf seiner Sitzung am 6. Dezember darüber beschließen kann.“

Wichtiger Vertragsbestandteil wird auch die Öffentlichkeitsarbeit sein. „Wer den Zuschlag bekommen will, muss eine umfassende und detaillierte Information der Bevölkerung garantieren können“, sagt der Landrat. „Nach dem Vertragsabschluss im Dezember erfahren die Bürger in den Ausbaugebieten dann ganz genau, wie sie vom jeweiligen Telekommunikationsunternehmen auf dem Laufenden gehalten werden.“