Nordsachens Wälder extrem gestresst

Waldbesitzer müssen Tot- und Bruchholz entfernen

Gleich zwei Extremereignisse haben Nordsachsens Wäldern zugesetzt und damit die Vermehrung von Schädlingen begünstigt. Das geht aus dem Bericht über die aktuelle Waldschutzsituation des Landkreises Nordsachsen hervor.

Wenn Borkenkäfer Zeit haben sich zu entwickeln, breiten sie sich auf umliegende Bäume aus“, erklärt Markus Bachmann von der Unteren Forstbehörde. Deshalb müssen Waldbesitzer handeln und das Wurf- und Bruchholz möglichst schnell aufarbeiten sowie aus den Beständen abfahren.

Die Sturmschäden, die „Friederike“ und „Herwart“ hinterlassen haben, sowie die extreme Hitze und der ausbleibende Regen haben zu hohen Vermehrungsraten bei Kiefernborkenkäfern, Bockkäfer- und Prachtkäferarten geführt. Weil die Wälder in Nordsachsen zu knapp 66 Prozent aus Kiefern bestehen, muss eine großflächige Ausbreitung verhindert werden.

Das gesamte Ausmaß möglicher Schäden ist momentan noch nicht absehbar. Je nach Witterung im nächsten Jahr ist allerdings mit einem vermehrten Absterben der Bäume zu rechnen. „Massenvermehrungen können verstärkt auftreten, weil viele Schadorganismen vom zunehmenden Klimawandel und damit geänderten Entwicklungsbedingungen profitieren. Zahlreiche Kiefern sind bereits jetzt in ihrer Vitalität eingeschränkt und gestresst.“, heißt es im aktuellen Bericht

vergrößern Der §18 des sächsischen Waldgesetzes verpflichtet die Waldbesitzer zur pfleglichen Bewirtschaftung ihres Waldes.

Dazu gehört:

1. den Waldboden und die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten oder zu verbessern,

2. naturnahe Wälder unter Verwendung eines hinreichenden Anteils standortheimischer Forstpflanzen zu erhalten oder zu schaffen,

3. die notwendigen Maßnahmen der Kultur-, Jungwuchs-, Jungbestands- und Bestandspflege rechtzeitig und sachgemäß durchzuführen,

4. der Gefahr einer erheblichen Schädigung des Waldes durch Naturereignisse,
Waldbrände, tierische und pflanzliche Forstschädlinge vorzubeugen,

5. tierische und pflanzliche Forstschädlinge rechtzeitig und ausreichend nach
pflanzenschutzrechtlichen Vorschriften zu bekämpfen.
Diese Gefahren den betroffenen Waldeigentümern zu verdeutlichen und in Form von forstaufsichtlichen Hinweisen auf eventuell drohende Kalamitäten hinzuweisen, bleibt mittelfristig eine wichtige Aufgabe der unteren Forstbehörde.