Lyriker Peter Gosse erhält Gellert-Preis

Kunstpreis des Landkreises Nordsachsen und der Sparkasse zum 20. Mal vergeben

Der diesjährige Gellert-Preisträger heißt Peter Gosse. Mit dem 5.000 Euro dotierten Kunstpreis des Landkreises Nordsachsen und der Sparkasse Leipzig wurde der 79-jährige Lyriker Freitagabend im Bad Dübener Heide Spa für sein Lebenswerk geehrt. Zu diesem Urteil kam eine Fachjury, die sich einstimmig für den Leipziger entschied. Schrifsteller Manfred Jendryschik (75) hob bei seiner Laudatio die „widerhakengierige Sprache" Gosses hervor. Bis heute sei der Lyriker Aufklärer geblieben. „Ich bin gerührt", dankte Gosse den Stiftern und seinem Laudator.

Gosse wurde am 6. Oktober 1938 in Leipzig geboren. Nach dem Studium der Hochfrequenztechnik in Moskau und seiner Ingenieurtätigkeit ist er seit 1968 freischaffender Schriftsteller. Der Lyriker zählt zu den Autoren der „Sächsischen Dichterschule“. Nach einer 1971 begonnenen Lehrtätigkeit gehörte Peter Gosse ab 1984 zu den Dozenten des Leipziger Literaturinstitut „Johannes R. Becher" und fungierte 1993 als dessen kommissarischer Direktor. Von 2008 bis 2011 war er Stellvertretender Präsident der Sächsischen Akademie der Künste.

Der Gellert-Preis wurde bereits zum 20. Mal verliehen. Seit 1999 werden mit dieser Auszeichnung die Künste in Mitteldeutschland gewürdigt und zudem gefördert. „Unser Gellert-Preis ist seit nunmehr zwei Jahrzenten ein wichtiger Baustein im abwechslungsreichen nordsächsischen Kulturleben“, sagte Nordsachsens Landrat Kai Emanuel. Der Preis wird jährlich wechselnd in den Sparten Bildende Kunst, Musik und Literatur vergeben und gilt als einer der bedeutendsten Kulturpreise Mitteldeutschlands. Zu den bisherigen Preisträgern zählten unter anderem der Musiker Sebastian Krumbiegel, der Maler Reinhard Minkewitz und Schriftsteller Gunter Preuß.

Namensgeber ist Dichter Christian Fürchtegott Gellert, der während des Zeitalters der Aufklärung in Leipzig wirkte. Sein berühmtester Schüler war Johann Wolfgang von Goethe. Gellert pflegte zudem eine tiefe Freundschaft zu Graf Vitzthum von Eckstädt, der mit seiner Familie in Schönwölkau (Landkreis Nordsachsen) im Barockschloss lebte. Von 1758 bis 1766 zog sich Gellert regelmäßig auf den Landsitz zurück.

Gellert begann mit der Publikation seiner literarischen Werke bereits während seiner Studienzeit. Einen Höhepunkt erreichte sein Schaffen in den Jahren 1740–1750. Seine Werke – besonders seine Fabeln – zählten in der Übergangszeit zwischen Aufklärung, Empfindsamkeit und Sturm und Drang zu den meistgelesenen in Deutschland.

vergrößern Nordsachsens Landrat Kai Emanuel überreicht Peter Gosse (Mitte) die Urkunde des Gellert-Preises. Stadt- und Kreis-sparkassen-Chef Harald Langenfeld (links) gehört mit zu den Stiftern des Preises. Foto: Landratsamt Nordsachsen/Alexander Bley