West-Nil-Virus bei einem Habicht in Bad Düben nachgewiesen

Virus in seltenen Fällen auf Menschen übertragbar, gehäufte Funde von toten Vögeln melden 

Bei einem in Bad Düben gehaltenen Habicht wurde am Mittwoch (19.09.2018) durch das Friedrich-Loeffler-Institut das West-Nil-Virus nachgewiesen. Somit ist erstmals bei einem Vogel im Landkreis Nordsachsen die West-Nil-Erkrankung amtlich festgestellt worden.

Die wichtigsten Wirte sind Vögel, in selteneren Fällen kann auch eine Übertragung auf Pferde und den Menschen stattfinden. Das Virus wird über blutsaugende Stechmücken übertragen und zirkuliert in der Natur in einem Vogel-Stechmücken-Vogel-Kreislauf. Bei Vögeln bleibt eine Infektion in den meisten Fällen symptomlos. Einige Vogelarten sind jedoch sehr empfänglich, so dass es zu einer Häufung von kranken und verendeten Tieren kommen kann.

Über Mückenstiche kann das West-Nil-Virus auch auf Menschen und Pferde übertragen werden. Die West-Nil-Erkrankung tritt seit Jahren gelegentlich in Süd- und Südosteuropa auf. In letzter Zeit gab es zudem Berichte über West-Nil-Virus bedingte Erkrankungen in Österreich und Tschechien. In Deutschland sind bisher keine Fälle bekannt.

Die West-Nil-Virus-Erkrankung verläuft beim Menschen meistens ohne Beschwerden. Bei 20 Prozent zeigen sich leichte Krankheitssymptome wie Fieber und grippeähnliche Erscheinungen. Dieser klassische Verlauf der Krankheit wird deshalb auch als „West-Nil-Fieber“ bezeichnet. In weniger als einem Prozent der Infektionen kommt es allerdings zu einem schweren, hoch fieberhaften Krankheitsverlauf mit Meningitis oder Enzephalitis, der zu bleibenden neurologischen Schädigungen führen kann und in seltenen Fällen tödlich endet.

Bei Pferden verläuft eine West-Nil-Virus-Infektion ebenfalls überwiegend ohne Symptome. Bei etwa jedem vierten Pferd treten nach der Infektion fiebrige Allgemeinerkrankungen auf, die in wenigen Fällen zu deutlichen zentralnervösen Ausfallerscheinungen, bisweilen auch mit Todesfolge, führen können. Mensch und Pferd gelten als sogenannte Fehlwirte, d.h. von ihnen geht keine Infektionsgefahr aus.

Mitte August diesen Jahres trat die West-Nil-Erkrankung erstmals in Deutschland auf. Bei einem 3,5 Jahre alten männlichen Bartkauz in Halle (Saale), der in seiner Voliere tot aufgefunden worden war, wurde die Infektion mit dem West-Nil-Fieber festgestellt.

Gehäufte Funde von toten Vögeln können Bürgerinnen und Bürger dem Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt des Landkreises Nordsachsen auch telefonisch (03421/7585202) melden.

Weitere Informationen finden Sie auf den Internetseiten des Friedrich-Löffler-Institutes sowie des Robert-Koch-Institutes.

https://www.fli.de/de/aktuelles/tierseuchengeschehen/west-nil-virus/

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/W/WestNilFieber/West-Nil-Fieber.html