Sofortprogramm für Strukturwandel: Glascampus Torgau auf Platz eins

Auf der Liste der 24 Sofortmaßnahmen für den Strukturwandel infolge des Braunkohleausstiegs in Sachsen steht der Glascampus Torgau an erster Stelle.

Für Nordsachsen Landrat Kai Emanuel (parteilos) ist das Grund zur Freude, aber keine wirkliche Überraschung: „Wir investieren nicht in Beton, sondern in die Köpfe. Das wird von der Landesregierung gewürdigt und unterstützt.“

Mit dem Glascampus Torgau als Weiterbildungseinrichtung für die in Nordsachsen bedeutsame Glas-, Keramik- und Baustoffindustrie werde laut Emanuel gezeigt, was unter zukunftsfähiger Infrastruktur zu verstehen sei. „Wir schaffen genau das, was die regionale Wirtschaft auch tatsächlich braucht“, so der Landrat, der sich in den vergangenen Jahren immer wieder für einen nachhaltigen Strukturwandel durch einen geordneten Ausstieg aus der Braunkohle eingesetzt hat. Bereits 2017 initiierte er zum Beispiel die „Torgauer Erklärung“ von neun Landräten aus drei Bundesländern zur Schaffung einer leistungsfähigen Ost-West-Straßenverbindung unter der Bezeichnung „Milau“ (Mitteldeutschland/Lausitz). Kai Emanuel: „Das ist natürlich keine Sofortmaßnahme, aber inzwischen ebenfalls fester Bestandteil des Strukturwandel-Programms bis 2038.“    

Das jetzt auf den Weg gebrachte Sofortprogramm von Bund und Ländern umfasst insgesamt 260 Millionen Euro. Davon fließen 75,5 Millionen nach Sachsen. 24 Projekte werden damit gefördert. Für den auf Platz 1 der Maßnahmenliste gesetzten Glascampus Torgau hat das Landratsamt Nordsachsen 634.000 Euro als Anschub-Finanzierung bis 2022 beantragt. Schon diesen Herbst sollen die ersten Ausbildungsgänge in den Räumen des Torgauer Berufsschulzentrums starten.