Landrat Emanuel: Nordkurve ist keine Entweder-oder-Frage

Nordsachsens Landrat Kai Emanuel (parteilos), zugleich Vorsitzender des Zweckverbandes für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL), hat sich in die Diskussion um die Nordkurve der Deutschen Bahn in Wiederitzsch eingeschaltet.

Befürchtungen, dass die ICE-Züge dann nicht mehr im Leipziger Hauptbahnhof halten würden, trat der Landrat entschieden entgegen: „Es handelt sich dabei nicht um eine Entweder-oder-Frage, sondern um ein Sowohl-als-auch. Natürlich sollen die ICE wie bisher zum Hauptbahnhof fahren. Dort ist für die Fahrgäste der zentrale Umsteigepunkt. Doch es gibt noch weitere ICE, die im Moment an Leipzig und dem Flughafen vorbeirauschen. Das sind die Sprinter zwischen Berlin und München. Um die geht es.“

Die Nordkurve stelle keine bestehenden Bahnverbindungen infrage, sondern ermögliche zusätzlich eine schnelle Direktverbindung zwischen den Flughäfen Berlin und Leipzig/Halle. Wie wichtig diese sei, habe nicht erst die Havarie am Dienstag in Schönefeld gezeigt, als Flugreisende nach Leipzig umgelenkt werden mussten. „Zu einer starken Metropolregion Mitteldeutschland gehört ein starker, gut angebundener Flughafen. Darum hat mir auch der Kreistag auf seiner jüngsten Sitzung den Auftrag erteilt, mich für den Bau der Nordkurve einzusetzen“, so Kai Emanuel.

Die Nordkurve bezeichnet eine Verbindung zwischen den Bahnstrecken Leipzig – Delitzsch – Berlin und Leipzig – Flughafen Leipzig/Halle – Erfurt. Über diese könnten die ICE Sprinter direkt zum Airport rollen, was für Reisende dorthin eine deutliche Zeitersparnis brächte. Derzeit fahren stündlich die ICE-Züge von und nach Berlin über Leipzig Hauptbahnhof, halten im weiteren Streckenverlauf aber nicht noch mal am Flughafen. Die Sprinter wiederum verkehren nur über Halle. Zum Airport fährt jeweils halbstündlich die S-Bahn.