Aus dem Schatten treten: Kreativwirtschaft plant nächstes Treffen in Torgau

Netzwerktreffen der Kultur- und Kreativschaffenden soll verstetigt werden

Das Netzwerktreffen der Kultur- und Kreativschaffenden im Landkreis Nordsachsen soll verstetigt werden. Zu dem Ergebnis kamen die 30 Teilnehmer bei der Premierenveranstaltung in der Theaterakademie am Oberen Bahnhof in Delitzsch. Geplant ist dieser im kommenden März in Torgau.

Größtes Manko der Branche bisher: Ihr Wirken ist für die Meisten so gut wie unsichtbar. Dabei gibt es im Landkreis 290 Unternehmer, die so ihren Lebensunterhalt bestreiten. „Das war mir so nicht bewusst“, gestand positiv überrascht Uta Schladitz, die Leiterin der Wirtschaftsförderung (WFG) des Landkreises bei der Begrüßung der Gäste. „Dabei sind es gerade Sie, die der gewerblichen Wirtschaft einen Input geben können“, sagte Uta Schladitz weiter.

Inwieweit die kreative Gilde vom Arbeiten auf dem Land profitieren kann und was sie dafür braucht, war Thema auf dem Podium. Dort hatten neben der WFG-Leiterin Uta Schladitz Maria Köhler (Vorstand Kreatives Leipzig), Conny Kanik, Musikerin (Geschäftsführerin RudyWouldLikeIt, Lissa) und Christoph Ruhrmann (Grafikdesigner, InhaberRuhrmann Design, Delitzsch) Platz genommen. Im Anschluss an die Talkrunde formulierten die Teilnehmer beim Brainstorming gemeinsame Ziele, werteten aber auch Schwachstellen aus.

Die Kultur- und Kreativwirtschaft gehört in Sachsen zu den aufstrebenden Wirtschaftszweigen. Bestehend aus zwölf Teilmärkten, darunter Architektur, Design, Werbung, Musik und Softwareproduktion, bietet die Branche im Freistaat inzwischen mehr Menschen Arbeit als die hiesige Automobilindustrie. Fast die Hälfte der Firmen hat ihren Sitz außerhalb der Großstädte Chemnitz, Dresden und Leipzig. In Nordsachsen gehören 290 umsatzpflichtige Unternehmen zur Branche - Tendenz steigend. Dabei profitiert die Region zunehmend von den steigenden Mieten und dem harten Konkurrenzkampf im benachbarten Leipzig, wodurch immer mehr Firmen die Stadt verlassen.

Die Initialzündung für das Netzwerktreffen kam von „KREATIVES SACHSEN“. Das Sächsische Zentrum für Kultur- und Kreativwirtschaft ist deutschlandweit die erste Fördereinrichtung, die – aus der Branche für die Branche – von Verbänden der Kultur- und Kreativschaffenden selbst getragen und vom Sächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr gefördert wird. Die WFG des Landkreises Nordsachsen unterstützt den Verein ebenfalls.

vergrößern Ein aufmerksames Auditorium, das ausbaufähig ist, lauscht den Podiumsgästen. Foto: Dirk Heinze Photographie