Innovativ: 5G-Fernsteuerungsidee wird vom Verkehrsminister gefördert

Automatisiertes Fahren wird im Landkreis Nordsachsen näher erforscht

vergrößern Die Projektidee der 5G-Leitstelle für automatisierte Fahrzeuge aus dem Landkreis Nordsachsen ist bei Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer auf besonderes Interesse gestoßen. Gefördert wird diese mit 100.000 Euro. Bis Mitte 2020 soll der Landkreis ein entsprechendes Konzept erarbeiten.
„Mit ihrem Engagement tragen Sie auf besondere Weise zu dem Erfolg des 5G-Innovationsprogramms und zur 5G-Einführung in Deutschland bei“, bedankte sich der Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) am Donnerstag (19.12.2019) bei Nordsachsens Landrat Kai Emanuel. Im Erich Klausener-Saal des BMVI in Berlin nahm der Landrat die Zuwendungsurkunde entgegen.

„Im ländlichen Raum ist Mobilität unerlässlich. Deswegen ist es konsequent, dass wir unsere Idee vom Nahverkehr der Zukunft weiterdenken und weiterentwickeln. Automatisiertes und autonomes Fahren soll in zehn Jahren funktionieren. Dafür müssen wir aber jetzt die wirtschaftlichen, technischen und juristischen Voraussetzungen schaffen. Unsere Leitstelle ist ein Teil dieses Projektes, bei dem die Datenübertragungsrate des 5G-Standards unbedingt gebraucht wird, damit wir effizient arbeiten können“, sagte Kai Emanuel.

Die Landkreis-Idee einer „Fernsteuerungszentrale“ basiert auf Überlegungen aus dem Pilotprojet, mit dem Ziel einen automatischen Bus zwischen Rackwitzer Bahnhof und Schladitzer Bucht pendeln zu lassen. Dabei muss allerdings immer ein Sicherheitsfahrer im Fahrzeug sitzen, um im Notfall einzugreifen. Das widerspricht dem Effizienzgedanken. Mithilfe des 5G-Standards können alle Daten aus dem Fahrzeug in Echtzeit übertragen werden. So könnte in der Leitstelle bei Problemen unmittelbar eingegriffen und das Fahrzeug manuell gesteuert werden. Der Sicherheitsfahrer an Bord wäre überflüssig.

Beim 5G-Innovationswettbewerb haben 138 kommunale Gebietskörperschaften eine Förderung beantragt. Ziel des Ministeriums ist es, innovative Anwendungen und Geschäftsmodelle voranzubringen, um die Möglichkeiten der 5. Generation des Mobilfunkstandards auszureizen. Die Landkreis-Idee „Leitstelle zur Fernüberwachung und -steuerung von automatisierten Fahrzeugen“ gehört zu diesen Pionierprojekten.




Landrat Kai Emanuel (links) erhält von Bundes-Verkehrsminister Andreas Scheuer in Berlin die Zuwendungsurkunde für das 5G-Pionierprojekt des Landkreises Nordsachsen. Moderiert wurde die Veranstaltung von Christiane Stein (rechts).
Foto: Landratsamt Nordsachsen/Mittag