Neues Masernschutzgesetz: Gesundheitsamt weist auf Konsequenzen hin

Am Sonntag (01.03.20) tritt bundesweit das neue Masernschutzgesetz in Kraft. Darauf weist das Gesundheitsamt des Landkreises Nordsachsen hin und hat in nachfolgender Übersicht zusammengestellt, welche Einrichtungen und Personen davon insbesondere betroffen sind:

Einrichtungen

  • Kinderkrippen
  • Kindertageseinrichtungen
  • Kinderhorte
  • Kindertagespflegen (§43 Abs. 1 SGB VIII)
  • Schulen
  • Ausbildungseinrichtungen mit >50% betreuten Minderjährigen
  • Musikschulen mit >50% betreuten Minderjährigen
  • Kinderheime
  • Gemeinschaftsunterkünfte für Asylbewerbern, vollziehbar Ausreisepflichtigen, Flüchtlingen und Spätaussiedlern
  • Krankenhäuser
  • Einrichtungen für ambulantes Operieren
  • Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen, in denen eine den Krankenhäusern vergleichbare medizinische Versorgung erfolgt
  • Dialyseeinrichtungen
  • Tageskliniken
  • Entbindungseinrichtungen
  • Behandlungs- oder Versorgungseinrichtungen, die mit einer der in den Nummern 1 bis 6 genannten Einrichtungen vergleichbar sind
  • Arztpraxen, Zahnarztpraxen
  • Praxen sonstiger humanmedizinischer Heilberufe
  • Einrichtungen des öffentlichen Gesundheitsdienstes, in denen medizinische Untersuchungen, Präventionsmaßnahmen oder ambulante Behandlungen durchgeführt werden
  • ambulante Pflegedienste, die ambulante Intensivpflege in Einrichtungen, Wohngruppen oder sonstigen gemeinschaftlichen Wohnformen erbringen

Personen mit Geburtsdatum ab 1.1.1971:

  • Kinder ab Alter von einem Jahr (eine Impfung)
  • Kinder ab Alter von zwei Jahren (zwei Impfungen)
  • Erzieher, Lehrer, Assistenzpersonal
  • Praktikanten, Studenten, Hochschullehrer
  • Hausmeister, Reinigungspersonal
  • Mitarbeiter der Essensversorgung
  • Tagesmütter /-väter, Heilerziehungspfleger
  • Ehrenamtler
  • In Gemeinschaftsunterkünften Beschäftigte und Untergebrachte
  • Ärzte, Apotheker
  • Pflegepersonal in Kranken- und Altenpflege
  • Diätassistenten, Ergotherapeuten, Logopäden, Masseure, medizinische Bademeister, Physiotherapeuten
  • Orthoptisten
  • Psychotherapeuten, Psychologen
  • Hebammen und Entbindungspfleger
  • Angehöriger sonstiger Heilberufe: Heilpraktiker, Ostheopathen, Sprachtherapeuten
  • Zahnärzte
  • Musiktherapeuten, Kunsttherapeuten, etc.
  • Notfallsanitäter, Rettungsassistenten
  • Radiologie-Assistenten, Operationstechnische Assistenten, Verwaltungspersonal

Wer in den betroffenen Einrichtungen arbeitet oder betreut wird, muss gegen Masern geschützt sein. Es sei denn, es gibt eine medizinische Kontraindikation (zum Beispiel Schwangerschaft oder Immunschwäche), die eine Masernimpfung verhindert.

Der Leiter der jeweiligen Einrichtung ist nunmehr gesetzlich verpflichtet, den Masernschutz der Beschäftigten und Betreuten zu kontrollieren. Wird dabei festgestellt, dass der Masernschutz oder eine Kontraindikation nicht vorliegen, muss das dem Gesundheitsamt gemeldet werden. Betroffene sollten in ihren Impfausweis schauen, ob sie zwei Masernimpfungen erhalten haben. Ist der Eintrag nicht zu finden, helfen der Hausarzt bzw. Kinderarzt oder das Gesundheitsamt weiter. Dort kann geimpft oder eine frühere Erkrankung an Masern durch eine Blutentnahme nachgewiesen werden. Termine im Gesundheitsamt des Landkreises Nordsachsen sind unter der Telefonnummer 03421-7586303 (Anja Viereckl) erhältlich.

Wer dem Masernschutzgesetz nicht nachkommt, wird vom Gesundheitsamt mit einem Betretungs- oder Tätigkeitsverbot belegt. Bei Schulpflichtigen werden Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen die Sorgeberechtigten mit Bußgeldern von bis zu 2.500 Euro pro Schuljahr eingeleitet.

Anja Viereckl SB AÄD Gesundheitsamt Südring 17 04860 Torgau Tel.:03421 758-6303 Standort