Landrat: Strukturwandel kann nicht in Atommüll-Lager münden

Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hat heute (28.09.20) einen Zwischenbericht veröffentlicht, in welchem 90 Gebiete in Deutschland benannt sind, die günstige geologische Voraussetzungen für die sichere und dauerhafte Endlagerung hochradioaktiver Abfallstoffe erwarten lassen. Laut BGE handelt es sich dabei um einen Zwischenschritt in Phase I des insgesamt über drei Phasen laufenden Standortauswahlverfahrens. Auch ein Teil des Landkreises Nordsachsen gehört zu einem solchen Gebiet, in welchem es Gesteinsformationen gibt, die prinzipiell für die Atommüll-Endlagerung als geeignet erscheinen.

Nordsachsens Landrat Kai Emanuel warnt: „Wir haben es gerade bei Corona erlebt: Angst- und Panikmache sind schlechte Ratgeber, auch die Pandemie ist nicht nur rein virologisch, sondern auch sozial, wirtschaftlich und kulturell zu betrachten. Nicht anders verhält es sich beim Atommüll. Der vorliegende Bericht beinhaltet nur eine rein geologische Betrachtung, wonach halb Deutschland für ein Endlager infrage käme. Das muss nun wissenschaftlich akribisch untersucht und nach weiteren Kriterien immer mehr eingegrenzt werden, bevor hier die Politik tatsächlich entscheiden kann. Es ist für mich allerdings schon heute nur schwerlich vorstellbar, dass der Strukturwandel im Mitteldeutschen und Lausitzer Braunkohlerevier, für den Bund und Land viele Milliarden Euro in die Hand nehmen, in ein Atommüll-Endlager mündet. Unter ,Lebenswerter Landkreis‘, dem unser Kreisentwicklungskonzept gewidmet ist, verstehe ich gleichfalls etwas Anderes.“