Im Landkreis Nordsachsen wurde erstmalig bei einem verendeten Hasen der Erreger der Hasenpest festgestellt.

Die Hasenpest oder auch Tularämie genannt ist eine Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Francisella tularensis hervorgerufen wird.

Betroffen sind viele Säugetiere, vorwiegend Nagetiere, aber auch eine Vielzahl anderer Tiere wie z.B. Hasen, Kaninchen, Füchse, Schwarzwild einschließlich Vögel mit unterschiedlicher Empfänglichkeit. Bei akutem Verlauf sind als Symptome Apathie, Fieber, Atembeschwerden und Fellsträuben zu beobachten. Je nach Infektionsdosis und Empfänglichkeit sind innerhalb von 2 bis 13 Tagen die meisten Tiere an einer Septikämie verendet. Bei chronischem Verlauf fallen hochgradige Abmagerung, Entkräftung, geschwürartige Hautveränderungen, Schwellung der Lymphknoten auf. Nach 2 bis 6 Wochen ist ein tödlicher Ausgang möglich.

Die Hasenpest oder Tularämie ist eine vom Tier auf den Menschen übertragbare Krankheit (Zoonose). Die Übertragung vom Tier auf den Menschen ist u. a. durch direkten Kontakt von infizierten Tieren mit dem Menschen, durch Insektenstiche oder durch das Einatmen erregerhaltigen Staubs möglich. Die Dauer von der Infektion bis zur Ausbildung der Erkrankung beim Menschen beträgt durchschnittlich 3 bis 5 Tage. Erste Anzeichen einer Erkrankung beim Menschen sind Fieber, Muskel-, Kopf- und Gelenkschmerzen. Danach können lokale Veränderungen an den Eintrittspforten des Erregers, wie Geschwüre auf der Haut, Durchfälle, Erbrechen, Atemnot oder Lungenentzündungen auftreten.

Menschen die zu den besonders gefährdeten Risikogruppen gehören, wie z. B. Wildbretthändler, Jäger, Waldarbeiter, Tierärzte, Laboranten oder Mitarbeiter in Gerbereien sollten bei Auftreten solcher Symptome nach Kontakt mit empfänglichen Wildtieren unbedingt einen Arzt aufsuchen. Die Krankheit ist im Anfangsstadium mit bestimmten Antibiotika gut behandelbar.

Laut Information des Robert-Koch-Institutes (RKI) lag die durchschnittliche Fallzahl bei Menschen in Deutschland in den vergangenen 20 Jahren bei weniger als 3 Infektionen pro Jahr. Trotz steigender Tendenz in den letzten Jahren wird das Infektionsrisiko in Deutschland laut RKI als gering eingeschätzt. Rund die Hälfte der neueren Fälle trat seit 2005 in Baden-Württemberg auf.

Menschen können sich gegen eine Ansteckung schützen, wenn die allgemeinen Grundregeln, die auch bei Infektionsgefahren anderer Zoonosen, wie Tollwut, Brucellose oder Geflügelpest gelten, eingehalten werden:

  • Verendetes, krankes oder sonst verdächtiges Wild nur mit Einmalhandschuhen anfassen.
  • Zur Untersuchung an der LUA vorgesehene Tiere in gut verschlossenen reißfesten Plastiksäcken versenden.
  • Spritzer und Staub beim Ausweiden von Wild vermeiden.
  • Nach der Be- und Verarbeitung von Wild gründlich die Hände waschen.
  • Wild nur in gut durchgegartem Zustand verspeisen.

In Sachsen sind bisher keine Infektionen und schon gar keine Erkrankungen bei Wildtieren mit diesem Erreger nachgewiesen worden. In anderen Regionen Deutschlands sind Einzelfälle infizierter Wildtiere bekannt geworden.

In Absprache mit der Landesuntersuchungsanstalt des Freistaates Sachsen soll durch vermehrte Untersuchung verendeter oder erkrankter Hasen und Kaninchen festgestellt werden, wie weit der Erreger der Hasenpest in unserer Region verbreitet ist.

Die Jäger des Landkreises Nordsachsen werden deshalb um die Mithilfe bei der Aufklärung über die Verbreitung dieses Infektionserregers gebeten.

Bei Einhaltung der Grundregeln des Infektionsschutzes im Umgang mit vor allem verendetem oder krankem Wild ist das Risiko einer Übertragung des Hasenpesterregers nicht höher als bei anderen Infektionskrankheiten.

Weitere Informationen zur Hasenpest sind im Internet

beim RKI z. B. unter http://www.rki.de/cln_160/nn_504578/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2007/07__07.html

oder

bei FLI  z. B.: unter

 http://www.fli.bund.de/1453.98.html  abrufbar.

 

Das LÜVA Nordsachsen gibt Auskunft unter den Telefonnummern 034202-9885202 oder 03421-785620.

 

Amtstierarzt