Die Einsatzeinheiten der Freiwilligen Feuerwehren sind neben dem Katastrophenschutz, der Polizei und dem Rettungsdienst fundamentaler Bestandteil der Gefahrenabwehr und damit ein Element der kritischen Infrastrukturen!

Als Ergebnis einer Risikoanalyse kann festgehalten werden, dass:

  • die Angehörigen der Feuerwehren den Querschnitt der Bevölkerung abbilden und damit die vom RKI für die Bevölkerung bestimmte Infektionswahrscheinlichkeit, die zwischen mäßig bis hoch eingestuft ist, auch hier gilt.
  • das Schadensausmaß, welches in Folge einer nichteinsatzbereiten Feuerwehr zu erwarten ist, als hoch einzustufen ist.

Für die Bewältigung pandemischer Lagen einschließlich der Vorbereitung dafür erforderlicher Maßnahmen sind die Gesundheitsbehörden der Landkreise, kreisfreien Städte und des Freistaates Sachsen verantwortlich.

Die Verantwortlichen der Gemeindeverwaltungen (=örtliche BS-Behörden) sind auch in pandemischen Lagen für die Sicherstellung der örtlichen Gefahrenabwehr sachlich zuständig. Hierfür sind durch diese entsprechende, individuell auf die Besonderheiten der Gemeinde angepasste Festlegungen zu treffen.

Allgemeine Schutzmaßnahmen zum Erhalt der Einsatzbereitschaft

Sofern die Aufgaben des Pandemie-Koordinators nicht vom Gemeindewehrleiter selbst wahrgenommen werden, ist durch den Gemeindewehrleiter ein Ansprechpartner und ein Vertreter für die Kameradinnen und Kameraden zu benennen.

Die Angehörigen der Feuerwehr sind regelmäßig in geeigneter Form und Umfang über die aktuelle Lage, insbesondere in ihrem Zuständigkeitsbereich, zu informieren. Dazu sollten Informationskanäle genutzt werden, die kein direktes Zusammentreffen erfordern (z. B. Aushänge, geschlossene soziale Netzwerkgruppen, E-Mail).

Für unbefugte und unberechtigte Personen ist der Zutritt zu Feuerwehrhäusern und vergleichbaren Objekten zu verhindern. Dementsprechend sollten insbesondere in pandemischen Lagen Feuerwehrhäuser nicht als Bürgerinformationszentren (KatS-Leuchttürme) genutzt werden.

Maßnahmen im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit, zu denen Personen oder Personengruppen, die nicht Angehörige der Feuerwehr sind, in Feuerwehrhäuser und vergleichbare Objekte eingeladen werden, sollten ausgesetzt werden. Sinngemäß sollte auch mit den bestehenden Nutzungsvereinbarungen von Räumlichkeiten der Feuerwehr durch Vereine o. ä. umgegangen werden.

Öffentlich zugängliche Veranstaltungen, die durch die Feuerwehren durchgeführt werden (Brauchtumsfeuer, Gerätehausfest etc.), sollten mit Blick auf die Empfehlungen bzw. Festlegungen auch weiterhin bis auf Widerruf abgesagt werden.
Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit anderer Organisationen, zu denen die Angehörigen der Feuerwehr, insbesondere Einheiten aus Mannschaft und Einsatzmittel eingeladen werden, sind abzusagen.

Anfragen zu Unterstützungsleitungen durch die Feuerwehr, wie z. B. Parkplatzeinweisungen oder Personenstromregelungen bei Veranstaltungen, sollten nicht bestätigt bzw. abgesagt werden.

Planmäßige Veranstaltungen (Jahreshauptversammlung, Auszeichnungsveranstaltung etc.) und reguläre Dienste der Feuerwehr und insbesondere der Jugendfeuerwehr sowie Zusammenkünfte der Alters- und Ehrenabteilungen sollten nicht stattfinden.

Ein Aufenthalt im Feuerwehrhaus sollte nur zur Erfüllung unaufschiebbarer dienstlicher Maßnahmen mit dem hierfür zwingend erforderlichen Personenkreis stattfinden.

Kameraden*innen, bei denen grippeähnliche Symptome erkennbar sind, die sich in Quarantäne befinden oder als Verdachtsfall gelten, dürfen nicht an Maßnahmen der Feuerwehr teilnehmen, bis sich der Verdacht nachweislich nicht bestätigt hat.
Jegliche Form der Aus-, Fort- und Weiterbildung (auch Übungen) auf Ebene der Gemeinden und Landkreise (Kreisausbildung) sollten abgesagt werden.

Sinngemäß gilt das auch für die Teilnahme an Maßnahmen der Bildungseinrichtungen auf Ebene von Bund und Ländern, sowie der Gremien der Bundes-, Landes- und Kreisverbände einschließlich der Jugendfeuerwehr.
Zur Vertiefung des vorhandenen Fachwissens, insbesondere im Zusammenhang mit der fachgerechten Nutzung von Schutzkleidung und MNS etc., wird an dieser Stelle auf die Nutzung der Angebote aus dem Internet oder entsprechender Fachliteratur verwiesen.

Trainingsmaßnahmen und Geräteüberprüfungen, die dem Erhalt der Leistungsfähigkeit und der Einsatzbereitschaft der Feuerwehr dienen, sollten im o. a. Zeitraum nur unter folgenden Maßgaben stattfinden:

  • Einbeziehung nur des unbedingt erforderlichen Personenkreises.
  • das Training (z. B. Atemschutz), die Überprüfung (z. B. von Mess- und Nachweisgeräten) ist trotz Ausnutzung von Fristen und möglicher Fristverlängerungen im betreffenden Zeitraum zwingend erforderlich.
  • eine Einweisung in neue Geräte und Ausrüstungen ist zwingend erforderlich.

Darüber hinaus sind die Festlegungen und Hinweise der Unfallkasse Sachsen, z. B. zu Abweichungstatbeständen, zu beachten.

Jegliche Form der Jugendarbeit, bei der ein unmittelbarer Kontakt im Sinne der empfohlenen Schutzmaßnahmen der Jugendlichen untereinander, zu aktiven Angehörigen der Feuerwehr oder zu Angehörigen der Alters- und Ehrenabteilung nicht auszuschließen ist, sollte im Zweifelsfall ausgesetzt werden. Eine Nutzung von Räumen der Feuerwehr als Ersatz für den Kita- und Schulbetrieb sollte versagt werden. Als Orientierung für den Dienstbetrieb empfehlen wir die Öffnung / Schließung von Schulen und Kindertageseinrichtungen. Sind diese Einrichtungen im Ort regulär (dazu zählt die Notbetreuung nicht!) geöffnet, kann man in Absprache mit dem Gemeindewehrleiter und unter strikter Einhaltung der aktuell gültigen Hygienemaßnahmen Dienste planen und durchführen.

Bestehende Informationskanäle zu den Jugendlichen sind zu nutzen, um regelmäßig Kontakt zu halten und umfassend zu informieren.

Die Hinweise des RKI zum Schutz bestimmter Bevölkerungs- und Risikogruppen sind mit Blick auf die Mitglieder der Alters- und Ehrenabteilungen unbedingt zu berücksichtigen. Diese Personengruppe ist im angegeben Zeitraum ausdrücklich nicht zu Tätigkeiten, auch nicht im rückwärtigen Bereich, der Feuerwehr einzusetzen.

Über die Aufhebung der Maßnahmen entscheiden die Gemeindeverwaltungen (örtliche BS-Behörde) i. d. R. auf Grundlage der Empfehlungen der Gesundheitsbehörden.

Die gesamte Fachempfehlung können Sie HIER(PDF, 520 kB) abrufen. Nützliche Informationen der DGUV erhalten Sie HIER(PDF, 629 kB). Aktuelle Hinweise des RKI für nicht-medizinische Einsatzkräfte werden HIER veröffentlicht.

Der Brandschutz obliegt in Deutschland traditionell den Kommunen. Sie haben schon von altersher für den Brandschutz gesorgt und auch künftig zu sorgen. Die Kontrolle des Landkreises als untere BRK-Behörde beschränkt sich dabei im Rahmen einer Rechtsaufsicht ausschließlich auf die Gesetzmäßigkeit des Handelns der Kommune . Eine Fachaufsicht verbietet sich schon allein durch die verfassungsrechtlich garantierte kommunale Selbstverwaltung.

Die kommunale Selbstverwaltung ist ein grundgesetzlich verbrieftes Recht aber auch die Pflicht jeder Stadt und Gemeinde. Darunter fällt der örtliche sowie vorbeugende Brandschutz. Dieser stellt sich als weisungsfreie Pflichtaufgabe der Kommunen dar.

 

Aufgabenschwerpunkte des Landkreises als untere BRK-Behörde im Bereich Brandschutz:

Der Landkreis ist für den überörtlichen Brandschutz zuständig. Er ist nicht Träger der Feuerwehr und den Kommunen zudem nicht weisungsbefugt.

Insbesondere berät und unterstützt er die kreisangehörigen Kommunen bei der Sicherstellung des örtlichen Brandschutzes, unterhält gemeindeübergreifende Alarmierungs- und Nachrichtenübermittlungssysteme und übernimmt Aufgaben bei der Durchführung der Ausbildung.

Es kommen dafür verschiedene Maßnahmen in Betracht, wobei es der unteren BRK-Behörde obliegt, ob und welche durchzuführen erforderlich sind. Es gibt keinen Rechtsanspruch auf bestimmte Beratungs- und Unterstützungsleistungen seitens der kreisangehörigen Kommunen.

Unterstützung kann in materieller und immaterieller Form ausschließlich zugunsten des Brandschutzes in den Kommunen erfolgen. Der Landkreis ist jedoch nicht dazu verpflichtet, den örtlichen Brandschutz sicherzustellen. Dies obliegt gemäß § 6 SächsBRKG allein der örtlichen Brandschutzbehörde (Kommunale Selbstverwaltung).

Diese Zuständigkeit des Landkreises bezieht sich nicht nur auf Spezialausrüstungen der Feuerwehren (z.B. Hitzeschutzanzüge, Strahlenschutzausrüstung sowie Ausrüstung für den Einsatz bei Unfällen mit gefährlichen Gütern), sondern vor allem auf die Beschaffung von Spezialtechnik (Rüstwagen, Gerätewagen, Schlauchwagen). Diese Ausrüstungen werden den Kommunen zur Nutzung und Wartung unter Maßgabe einer überörtlichen Einsatzbereitschaft überlassen.

Die Wartung, Pflege und Prüfung der Feuerwehrtechnik ist regelmäßig notwendig und eine Pflichtaufgabe der unteren BRK-Behörde. Aus diesem Grund werden im Landkreis mehrere Prüf- und Pflegezentren in Form von Feuerwehrtechnischen Zentren (FTZ) betrieben.

Ein FTZ pflegt Fahrzeuge, Geräte und Materialien der Feuerwehren. Dies schließt jedoch die einfache Pflege im Rahmen deren Unterhaltung durch die örtliche Brandschutzbehörde gemäß § 6 (1) SächsBRKG nicht aus.

Zur Unterstützung der Gemeinden und Landkreise gewährt der Freistaat Sachsen Zuwendungen zu den notwendigen Beschaffungen und Baumaßnahmen zur Erfüllung der ihnen auf dem Gebiet des abwehrenden Brandschutzes und der technischen Hilfe obliegenden Aufgaben. Seit nunmehr 2004 sind die Landkreise Bewilligungsbehörde für die Vergabe dieser Förderung an kreisangehörige Kommunen.

Näheres zu Förderverfahren, Zuwendungsvoraussetzungen, Art, Umfang und Höhe der Zuwendung finden Sie in der Förderrichtlinie Feuerwehrwesen. Eine aktuelle Version können Sie hier(PDF, 86 kB) herunterladen. Die Anlagen und Anträge für die Förderung erhalten Sie als Download hier(PDF, 326 kB).

Gefördert werden u.a. die Beschaffung von Ausrüstungsgegenständen, Notsignalgebern für Atemschutzgeräteträger, Feuerwehrfahrzeugen, Dienstkleidung, Schutzkleidung und PSA sowie die Errichtung und Einrichtung von Feuerwehrhäusern sowie Feuerwachen aber auch deren Erwerb, Um- und Anbau sowie technische Anpassungen, der Erwerb von Funk- und Alarmierungseinrichtungen, einsatzunterstützender Hard- und Software sowie die Errichtung und Einrichtung feuerwehrtechnischer Zentren, um nur einige Maßnahmen zu nennen. Eine abschließende Aufzählung können Sie in der Richtline nachlesen.

 

Technische Hinweise / Richtlinien / Normen (informativ)

Richtlinie Feuerwehrförderung

Ausrüstungsgegenstände

Gerätehausbau

  • DIN 14 092 (Feuerwehrhäuser und –wachen, feuerwehrtechnische Zentren)
  • DIN 14 093 (Atemschutzübungsanlagen)

Einsatz- und Leitfahrzeuge inkl. Erstausstattung Löschmittel

Künstliche Löschwasserentnahmestellen

  • DIN 14210 (Löschwasserteiche)
  • DIN 14220 (Löschwasserbrunnen)
  • DIN 14230 (Löschwasserbehälter)

Veröffentlichungen der Unfallkassen

-

 

Allgemeine Fördermittelunterlagen

Investitionsplanung für das kommende Jahr (Anmeldung jeweils bis 30.10.)

Antragsunterlagen

Auszahlung der Fördermittel

Verwendungsnachweis

 

Spezielle Fördermittelunterlagen

Löschwasserzisterne

Bekleidung/Ausrüstung

Gerätehausbau

KFZ (Ausstattungs- und Beladelisten)

Bitte beachten Sie:
Für die Vollständigkeit und Richtigkeit der Listen können wir keine Gewährleistung übernehmen.

Die Notrufe bei Bränden, Unfällen oder anderen Schäden aus dem Landkreis Nordsachsen gehen bei der Integrierten Rettungsleitstelle ein. Diese alarmiert und steuert die Einsätze der Feuerwehren, des Rettungsdienstes, der Notärzte und des Katastrophenschutzes.

Seit Ende 2016 betreibt unser Landkreis gemeinsam mit dem Landkreis Leipzig und der Stadt Leipzig die Integrierte Regionalleitstelle. Ihr Standort ist Leipzig.

Im Notfall wählen Sie auf Ihrem Telefon immer die Rufnummer 112.

 

Die Ermittlung der Gefahrenpotentiale ist erforderlich, um im Vorfeld Vorkehrungen für gemeindeübergreifende Einsätze zu treffen. Dazu bedarf es genauer Kenntnis der Gefahrenquellen und -potentiale auf dem Gebiet des Landkreises.

Die Kommunen sind verpflichtet, gemeindeübergeifende Gefahrenpotentiale bei der Aufstellung des Brandschutzbedarfsplanes zu beachten und einzuarbeiten.

Die untere BRK-Behörde übernimmt Aufgaben bei der Durchführung der Ausbildung von Feuerwehrangehörigen ergänzend zur gesetzlichen Pflicht der örtlichen Brandschutzbehörde gemäß § 6 Abs. 1 Nr. 2 SächsBRKG. Das heißt, dass die Durchführung der Maßnahmen zur Ausbildung ausschließlich die gemeindeübergreifende Zusammenarbeit der Feuerwehren zum Gegenstand haben. Dabei ist darauf zu achten, dass die Zuständigkeiten der Kommunen nicht eingeschränkt und keine Aufgaben der Landesfeuerwehrschule übernommen werden.

Bei folgenden Ausbildungen können sich die örtlichen Brandschutzbehörden der durch den Landkreis angebotenen Einrichtungen und Lehrgänge bedienen:

    • Grundausbildung Truppmann
    • Ausbildung zum Truppführer, zum Atemschutzgeräteträger, zum Maschinisten für Löschfahrzeuge, zum Sprechfunker, zum Motorkettensägenführer und zum Sicherheitsbeauftragten.
    • Ausbildung im Bereich der Jugendfeuerwehrarbeit sowie der Technischen Hilfe und der Brandbekämpfung nach Bahnunfällen.

Der Begriff Durchführung umfasst ausschließlich die organisatorischen Maßnahmen wie z.B.:

  • die Lehrgänge zu planen und umzusetzen,
  • Unterrichtsräume sowie Lehr- und Lernmaterial bereitzustellen und
  • die Ausbildung der Dozenten an der Landesfeuerwehrschüle zu fördern.

Der Landkreis hält keine eigenen Ausbilder vor. Die Kommunen finanzieren die Ausbildungsmaßnahmen gemeinsam.

Brandverhütungsschauen sind eine wichtige Maßnahme des vorbeugenden Brandschutzes. Sie sind gemäß § 22 SächsBRKG durchzuführen. Der Landkreis hat die örtliche BRK-Behörde hierbei mit entsprechend qualifiziertem Personal zu unterstützen.

Gemäß § 15 Sächsische Feuerwehrverordnung düfen Brandverhütungsschauen nur von Angehörigen der Feuerwehr durchgeführt werden, die über die Befähigung für den gehobenen oder höheren feuerwehrtechnischen Dienst verfügen oder mindestens über die Befähigung für den gehobenen bautechnischen Dienst oder eine vergleichbare Ausbildung verfügen und an der Landesfeuerwehrschule oder einer vergleichbaren Ausbildungsstätte die Zugführerausbildung in der Feuerwehr erfolgreich absolviert haben.

Darüber hinaus dürfen Brandverhütungsschauen auch von Angehörigen der Feuerwehr durchgeführt werden, die an der Landesfeuerwehrschule oder einer vergleichbaren Ausbildungsstätte einen Lehrgang zur Durchführung von Brandverhütungsschauen erfolgreich absolviert haben und über die Befähigung für den mittleren feuerwehrtechnischen Dienst verfügen oder den sechsmonatigen Einführungslehrgang und den dreimonatigen Abschlusslehrgang der theoretischen Ausbildung zum mittleren feuerwehrtechnischen Dienst an der Landesfeuerwehrschule oder eine vergleichbare Ausbildung und ein sechswöchiges Praktikum mit dem Schwerpunkt „Vorbeugender Brandschutz“ in einer Berufsfeuerwehr erfolgreich absolviert haben.

Ein Kreisbrandmeister wäre fachlich durchaus in der Lage, Brandverhütungsschauen durchzuführen, allerdings hat der Gesetzgeber für ihn andere Aufgaben festgelegt. So heisst es in § 24 (2) SächsBRKG:

Der Kreisbrandmeister überprüft Aufstellung, Ausrüstung, Leistungsstand und Einsatzbereitschaft der Feuerwehren. Er unterstützt die überörtliche Zusammenarbeit. Ihm können auch Aufgaben des Katastrophenschutzes übertragen werden.

Die Kreisausbildung im Landkreis Nordsachsen ist der Grundstein einer soliden Feuerwehrausbildung. Die Kreisausbilderinnen und Kreisausbilder führen die Ausbildung der Freiwilligen Feuerwehren eigenverantwortlich durch.

Seit 2020 stellt der Landkreis Nordsachsen mit dem MobiKat Stammdatenportal, welches vom Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI entwickelt wurde, ein modernes Verwaltungssystem zur Verfügung. Über dieses Portal wird auch die Kreisausbildung koordiniert. Es ist unter der Adresse https://sdp.mobikat.net erreichbar. Eine Lehrgangsübersicht kann man sich HIER verschaffen.

Die Website ist u.a. ein Ausbildungsportal für die Kreisausbildung der Freiwilligen Feuerwehren. Sie beherbergt eine Reihe von passgenauen Abläufen in einem nicht territorial begrenzten Gebiet, die es ermöglichen, die Kreisausbildung der Feuerwehren zu "automatisieren". Es ist unabhängig von Zeit, Ort und Territorium und kann daher an jede Struktur angepasst werden. Ziel bei der Erstellung war es, die Kreisausbildung modernen und benutzerfreudlichen Standards anzupassen, die Bearbeitungs-. und Portokosten drastisch zu senken, sowie die Vereinheitlichung und damit auch die Vereinfachung der Prozederen zu ermöglichen. Es bietet den Gemeinde- sowie Orstwehrleitern die Möglichkeit zeitnah auf die verschiedensten Dinge zu reagieren, zu jeder Tages- und Nachtzeit Teilnehmer für Lehrgänge anzumelden und sich über den laufenden Prozess der Ausbildung zu informieren.

Das MobiKat Stammdatenportal ist ein nutzerfreundliches, webbasiertes System, welches sich in Umfang und Funktionalität von gewöhnlichen Feuerwehrverwaltungsprogrammen abhebt.

Aufgrund des flexiblen und modularen Aufbaus ermöglicht es die dezentrale Verwaltung aller relevanten Stammdaten – nicht nur für die Feuerwehren, sondern auch im Bereich des Katastrophenschutzes und der Hilfsorganisationen. Die jeweils Verantwortlichen (Bürgermeister, Wehrleiter, Sachbearbeiter BRK, Kreisausbilder) erfassen und aktualisieren dabei alle Informationen zu Kräften und Mitteln, Technik, Standorten und Schwerpunktobjekten.

Alle Daten müssen nur an einer Stelle zentral eingetragen und gepflegt werden. Der administrative Aufwand wird somit für alle Beteiligten minimiert. Allen anderen MobiKat-Modulen steht damit eine einheitliche sowie stets aktuelle Datenbasis zur Verfügung.

Neben der Erfassung allgemeiner Informationen zu Organisationsstrukturen und zu verfügbarem Personal können auch spezifische und umfangreiche Daten zu Fahrzeugen, deren Beladung und vorhandener Technik dokumentiert werden. Aufgrund eines klar definierten Rollen- und Rechtekonzepts verwaltet dabei jeder Nutzer immer nur die Informationen, die in seinem persönlichen Zugriffsbereich liegen. Durch die Erfassung der einzelnen Daten auf den unteren Ebenen (Standorte/Fahrzeuge) werden auf den höheren Ebenen (u. a. Gemeinden, Landkreise) aggregierte Werte automatisch berechnet. Dadurch kann beispielsweise für einen Standort auf einen Blick der gesamte Technikbestand inklusive aller bereits auf den Fahrzeugen verladenen Technik eingesehen werden.

Dank der detaillierten Pflege der Personaldaten sind verschiedene Exporte nach Excel sowie als PDF möglich. Dazu zählen neben allgemeinen Exporten wie Personendatenblättern, Geburtstags- und Anwesenheitslisten auch Feuerwehrspezifische Übersichten zu Dienst-Jubiläen und Atemschutzgeräteträgern.

Komplettiert wird das Stammdatenportal durch eine umfangreiche Lehrgangsverwaltung, die direkt ins System integriert und mit den hinterlegten Personaldaten verknüpft ist. Diese ermöglicht nicht nur die simple Erfassung von Lehrgängen, sondern bildet auch den damit verbunden Prozess vollständig ab: Nach dem Anlegen eines Lehrgangs durch den Kreisausbilder und der Freigabe durch die Kommune und den entsprechenden Mitarbeiter im Landratsamt ist dieser öffentlich sichtbar, sodass Anmeldungen durchgeführt und Teilnahmen genehmigt werden können. Im Nachgang eines Lehrgangs hat der Ausbilder die Möglichkeit, für jeden Teilnehmer eine Bewertung zu hinterlegen. Dabei werden bestandene Lehrgänge automatisch in die Akte des Teilnehmers übertragen sowie Urkunden durch das Landratsamt generiert. Neben der Verwaltung der Lehrgänge ist es ebenso möglich, die Feuerwehrspezifischen Atemschutz-Übungsanlagen zu organisieren.

Die im Stammportal eingetragen Informationen können automatisiert im MobiKat-Modul Einsatzführung genutzt werden. Erforderliche Statistiken (z. B. FEU 905-Bogen) können jederzeit aus dem Stammdatenportal heraus generiert werden. Das MobiKat Stammdatenportal stellt mehrere Schnittstellen zur Verfügung, um die gespeicherten Daten auch in Fremdsystemen zu nutzen, insbesondere für DISMA. Das Stammdatenportal verfügt darüber hinaus mit den eingebauten Exportfunktionen über eine Möglichkeit, die Daten auch offline weiter zu verarbeiten.

Für eine optimale Anwendung ist es wünschenswert, dass alle Feuerwehren des Landkreises Nordsachsen sich am Projekt beteiligen.

Das MobiKat Stammdatenportal wurde 2020 eingeführt. Es befindet sich seitdem in der praktischen Anwendung.

Zu den wichtigsten Merkmalen gehören:

  • Darstellung von Geoinformationen über den Einsatzraum, z. B. Verkehrsnetz, Luftbild, Bebauung, Landnutzung, Geländeinformation
  • Visualisierung einsatzspezifischer Information – z. B. Überflutungsflächen, Löschwasserentnahmestellen, kritische Infrastrukturen, aktuelle Pegelstände, Wetter, Baustellen
  • Übersicht hinsichtlich der vorhandenen Einsatzkräfte und –mittel
  • Überblick über Schäden, betroffene Personen und Maßnahmen
  • Dokumentation des Einsatzablaufes
  • Optimierungsalgorithmen zur Entscheidungsunterstützung
  • Synchronisierung aller Lageinformationen
  • Offlinefähigkeit und lokale Speicherung der Daten

Die Funktionen umfassen neben der zuvor beschriebenen ebenen- und organisationsübergreifenden verteilten Lageführung mit integrierter Lagekarte eine Auftrags- und Terminverwaltung, angepasste Übersichten zum aktuellen Lagebild sowie Analysen und Dokumentationsmöglichkeiten.

Ein Planungsmodul zur Erstellung von Bereichsfolgen, Hilfsfristanalysen, Unterstützung bei der Erstellung von Brandschutzbedarfsplänen sowie ein webbasiertes Stammdatenportal zur Verwaltung von sämtlichen Ressourcen, vor allem für den Feuerwehrbereich, ergänzen den Funktionsumfang des MobiKat-Systems.

Einsatzführung und –dokumentation

Digitale Unterstützung für die Führung verschiedenster Einsätze ist eine Kernkompetenz von MobiKat. Auf der Basis wählbarer Grundlagenkarten wird die Einsatzlage mit Hilfe von taktischen Zeichen übersichtlich dargestellt. MobiKat eignet sich sowohl für kleinere Lagen als auch das Management von Katastrophen wie bspw. Hochwasser oder Extremwetterlagen. Neu eintreffende Kräfte – z.B. in aufwachsenden Lagen - können in Echtzeit hinzugefügt werden. Sämtliche Informationen, u.a. die Echtzeitpositionen der Einsatzkräfte, werden über den MobiKat-Lageserver synchronisiert und sind so auf allen MobiKat-Instanzen verfügbar – auch in der App für Android.

Diese Synchronisierung ermöglicht das ebenen- und organisationsübergreifende Führen eines gemeinsamen Lagebildes. Die Lageführung wird vom System automatisch dokumentiert und kann nach Einsatzabschluss als Textprotokoll oder Lagefilm ausgegeben werden. Zusätzliche Erläuterungen werden im digitalen Einsatztagebuch aufgenommen.

Führungsorganisation

MobiKat unterstützt die Führungsorganisation durch übersichtliche Visualisierung der Zuordnung von Einheiten und Fahrzeugen zu Einsätzen, Einsatzabschnitten oder Stabsbereichen. In der „Führungsharke“ sind die Führungsebenen, vor-/ nachgeordnete Stellen, Befehlsverhältnisse und Aufgabenbereiche klar erkennbar. Jede Veränderung in Status, Stärke oder Zuordnung ist sofort auf allen MobiKat-Arbeitsplätzen sichtbar. MobiKat unterstützt eine beliebige Anzahl an Führungsstufen und ist für unterschiedliche Organisationformen bei Feuerwehr, Polizei, oder Rettungs- und Sanitätsdiensten, sowie im Katastrophenschutz oder bei Sicherheitsdiensten einsetzbar.

Mobile Einsatzführung / Einsatzleitwagen

MobiKat läuft auf allen üblichen PCs, Notebooks oder Tablet-PC und eignet sich deshalb für die mobile Führung in Kommandowagen sowie Einsatzleitwagen in ihren verschiedenen Größen. Zur Synchronisierung des Informationsstandes an mehreren mobilen Führungsstellen dient der MobiKat-Lageserver.

Massenanfall von Verletzten und Erkrankten

Bei einem Massenanfall von Verletzten und/oder Erkrankten sind zahlreiche Personen gemäß ihrer Sichtungskategorie zu behandeln, auf umliegende Krankenhäuser zu verteilen und zu transportieren. MobiKat bietet eine auch unter widrigsten Arbeitsbedingungen sicher zu bedienende Smartphone-App zur zügigen Registrierung relevanter Daten über die zu behandelnden Personen. Die App unterstützt Rettungskräfte bei der nichtärztlichen Vorsichtung. Dem Führungspersonal bietet MobiKat eine Übersicht zu gemeldeten Behandlungskapazitäten von Krankenhäusern und der aktuellen Belegung.

Optimierung der Brandbekämpfung

Werden bei Bränden große Wassermengen benötigt - bspw. bei einem Waldbrand - so muss Löschwasser gegebenenfalls über längere Wegstrecken herangeführt werden. MobiKat unterstützt die Feuerwehr bei der optimalen Positionierung der Löschwasserpumpen. Nach Auswahl der verfügbaren Schlauchlängen und –querschnitte und der menügestützten Platzierung der geplanten Förderstrecken in der Lagekarte visualisiert MobiKat den Druckverlauf und ermittelt optimale Pumpenstandorte.

Vermisstensuche

Wenn eine Person in Waldgebieten oder landwirtschaftlich genutzten Flächen vermisst wird, gibt es die Suchstrategien Wegesuche, Kettensuche und Flächensuche. Für alle Strategien werden Suchtrupps gebildet. Zur Koordinierung der Suchtrupps im Fall einer Wegesuche können Suchrouten berechnet werden, um eine gleichmäßige Auslastung der Trupps bei optimaler Suchdauer zu gewährleisten.

Videoüberwachung kritischer Objekte

Hält der Damm dem Hochwasser stand? Wie voll ist der Platz vor der Bühne? In vielen Situationen ist ein optischer Eindruck hilfreich. Die wahlweise auch akkubetriebenen MobiKat-Kamerasysteme sind regelmäßig bei Hochwasserlagen und Veranstaltungen im Einsatz. Per Mobilfunk senden sie in kurzen Abständen Bilder vom Einsatzort in die Führungsstelle. Die Bilder werden automatisch archiviert und lassen sich im Nachgang auswerten. Bei vorhandener Netzwerkverbindung (drahtlos, drahtgebunden) können auch Livestreams abgerufen werden.

Der Zugriff auf die Bilder der mobilen oder fest installierten Kameras ist über die nutzerfreundliche MobiKat-Kamerawebseite von jedem internetfähigen PC, Tablet oder Smartphone aus möglich. Im Websystem können hierfür differenzierte Berechtigungen konfiguriert werden.

Mitarbeiter

Delitzsch

  • Mario Theilemann Sachbearbeiter Brandschutz SG Brand- und KatastrophenschutzZimmer: Haus B - 6.21 Richard-Wagner-Straße 7 a 04509 Delitzsch Tel.:03421 758-5422 Standort

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