Masern werden durch Viren ausgelöst und kommen weltweit vor. Sie sind hoch ansteckend. Eine Masern-Infektion ist keine harmlose Krankheit. Häufig treten Komplikationen und Folgeerkrankungen auf. In Deutschland ist die Häufigkeit von Masern-Erkrankungen durch Impfungen stark zurückgegangen. Trotzdem kommt es immer wieder zu Häufungen von Krankheitsfällen bei ungeschützten Personen.

Das Masernschutzgesetz gilt seit dem 1. März 2020. Alle nach 1970 geborenen Personen, die in einer Gemeinschaftseinrichtung betreut werden, müssen den Impfschutz nachweisen. Dies gilt auch für Personen, die bereits vier Wochen in einem Kinderheim betreut werden oder in einer Unterkunft für Geflüchtete untergebracht sind, sowie für in den genannten Einrichtungen und in Gesundheitseinrichtungen Tätige.

Für Kinder, die bereits am 1. März 2020 einen Kindergarten oder Schule besucht haben, sowie für Beschäftigte in Gemeinschafts- und Gesundheitseinrichtungen galt zunächst eine Nachweisfrist bis 31. Juli 2021. Diese wurde nun ein weiteres Mal verlängert auf den 31. Juli 2022.

Übersicht der Einrichtungen und Personen, die den Masernschutz vorweisen müssen:

Einrichtungen

  • Kinderkrippen
  • Kindertageseinrichtungen
  • Kinderhorte
  • Kindertagespflegen (§43 Abs. 1 SGB VIII)
  • Schulen
  • Ausbildungseinrichtungen mit >50% betreuten Minderjährigen
  • Musikschulen mit >50% betreuten Minderjährigen
  • Kinderheime
  • Gemeinschaftsunterkünfte für Asylbewerbern, vollziehbar Ausreisepflichtigen, Flüchtlingen und Spätaussiedlern
  • Krankenhäuser
  • Einrichtungen für ambulantes Operieren
  • Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen, in denen eine den Krankenhäusern vergleichbare medizinische Versorgung erfolgt
  • Dialyseeinrichtungen
  • Tageskliniken
  • Entbindungseinrichtungen
  • Behandlungs- oder Versorgungseinrichtungen, die mit einer der in den Nummern 1 bis 6 genannten Einrichtungen vergleichbar sind
  • Arztpraxen, Zahnarztpraxen
  • Praxen sonstiger humanmedizinischer Heilberufe
  • Einrichtungen des öffentlichen Gesundheitsdienstes, in denen medizinische Untersuchungen, Präventionsmaßnahmen oder ambulante Behandlungen durchgeführt werden
  • ambulante Pflegedienste, die ambulante Intensivpflege in Einrichtungen, Wohngruppen oder sonstigen gemeinschaftlichen Wohnformen erbringen

Personen mit Geburtsdatum ab 1.1.1971:

  • Kinder ab Alter von einem Jahr (eine Impfung)
  • Kinder ab Alter von zwei Jahren (zwei Impfungen)
  • Erzieher, Lehrer, Assistenzpersonal
  • Praktikanten, Studenten, Hochschullehrer
  • Hausmeister, Reinigungspersonal
  • Mitarbeiter der Essensversorgung
  • Tagesmütter /-väter, Heilerziehungspfleger
  • Ehrenamtler
  • in Gemeinschaftsunterkünften Beschäftigte und Untergebrachte
  • Ärzte, Apotheker
  • Pflegepersonal in Kranken- und Altenpflege
  • Diätassistenten, Ergotherapeuten, Logopäden, Masseure, medizinische Bademeister, Physiotherapeuten
  • Orthoptisten
  • Psychotherapeuten, Psychologen
  • Hebammen und Entbindungspfleger
  • Angehöriger sonstiger Heilberufe: Heilpraktiker, Ostheopathen, Sprachtherapeuten
  • Zahnärzte
  • Musiktherapeuten, Kunsttherapeuten, etc.
  • Notfallsanitäter, Rettungsassistenten
  • Radiologie-Assistenten, Operationstechnische Assistenten, Verwaltungspersonal

Wer in den betroffenen Einrichtungen arbeitet oder betreut wird, muss gegen Masern geschützt sein. Es sei denn, es gibt eine medizinische Kontraindikation (zum Beispiel Schwangerschaft oder Immunschwäche), die eine Masernimpfung verhindert.

Der Leiter der jeweiligen Einrichtung ist nunmehr gesetzlich verpflichtet, den Masernschutz der Beschäftigten und Betreuten zu kontrollieren. Wird dabei festgestellt, dass der Masernschutz oder eine Kontraindikation nicht vorliegen, muss das dem Gesundheitsamt gemeldet werden. Betroffene sollten in ihren Impfausweis schauen, ob sie zwei Masernimpfungen erhalten haben. Ist der Eintrag nicht zu finden, helfen der Hausarzt bzw. Kinderarzt oder das Gesundheitsamt weiter. Dort kann geimpft oder eine frühere Erkrankung an Masern durch eine Blutentnahme nachgewiesen werden. Termine sind im Gesundheitsamt des Landkreises Nordsachsen erhältlich.

Wer dem Masernschutzgesetz nicht nachkommt, wird vom Gesundheitsamt mit einem Betretungs- oder Tätigkeitsverbot belegt. Bei Schulpflichtigen werden Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen die Sorgeberechtigten mit Bußgeldern von bis zu 2.500 Euro pro Schuljahr eingeleitet.

Mitarbeiter

Torgau

  • Thomas Ihbe Sachgebietsleiter Verwaltung Krisenmanagement GesundheitsamtZimmer: 2. OG, Z. 308 Südring 17 04860 Torgau Tel.:03421 758-6353 Fax:03421 758-856310 Standort
  • Tina Döring Sachbearbeiterin Öffentlicher Gesundheitsdienst GesundheitsamtZimmer: 1. OG, Z. 209 Südring 17 04860 Torgau Tel.:03421 758-6306 Fax:03421 758-856310 Standort