Schloss Hartenfels, Sitz des Landratsamtes Nordsachsen Schloss Hartenfels, Sitz des Landratsamtes Nordsachsenvergrößern Mit der am 22. und 23. Januar 2008 im Sächsischen Landtag verabschiedeten Gesetzgebung zur Funktional- und Kreisreform im Freistaat Sachsen wurden aus den beiden Landkreisen Delitzsch und Torgau-Oschatz der neue Landkreis Nordsachsen gebildet. Die Geschichte des neuen Landkreises ist daher noch nicht sehr alt.

Der Kreissitz befindet sich im Schloss Hartenfels in Torgau.

Am 10. Dezember 2008 wurde durch den Kreistag des Landkreises Nordsachsen ein neues Wappen beschlossen.

Die Entwicklungsgeschichte des Landkreises Delitzsch

Bis 1424 gehörte das Gebiet um Delitzsch, Eilenburg und Leipzig zur osterländischen Linie der Wettiner, zur Mark Landsberg.
1485 erfolgte die einschneidende Teilung der Wettinischen Länder in die ernestinische und 1816 albertinische Linie.
1656 entstanden vier albertinische Länder, wobei der heutige Landkreis zum Herzogtum Sachsen-Merseburg gehörte. 1814 umfasste beispielsweise das Delitzscher Amt 126 Dörfer und 2 Städte.
Nach dem Wiener Kongress (1815) fielen fast zwei Drittel des Kursächsischen Territoriums (367 Quadratkilometer, 864.000 Einwohner) mit dem Gebiet um Delitzsch an Preußen.
Durch fortschrittliche Reformen entstand eine moderne Verwaltungsstruktur, die den neuen Kreis wesentlich größer ausformte. Jede Provinz untergliederte sich in Regierungsbezirke und Kreise. Die Provinz Sachsen, also die Gebiete, die Preußen vom Sachsen erhielt, setzte sich aus 3 Regierungs-bezirken (Magdeburg, Merseburg und Erfurt) zusammen. Der Delitzscher Kreis, der aus den sächsischen Ämtern Delitzsch und Eilenburg im September 1816 geschaffen wurde, umfasste rund 175 Dörfer und die Städte Delitzsch, Eilenburg und Landsberg. Delitzsch war, wie schon seit Jahrhunderten, Verwaltungsmittelpunkt.
Mit der Kreisbildung kam es auch zu Gebietsausgleichungen. So trennte sich Delitzsch von Dörfern am Petersberg, wie Drehlitz, Döblitz, Ostrau u.a., erhielt dafür Orte, wie Lindenhayn, Tiefensee, Roitzsch u.a.
Diese Verwaltungsstruktur bestand genau 130 Jahre und prägte die Entwicklung der Kulturlandschaft, der Industrie, der Landwirtschaft und des Gewerbes ganz wesentlich.
Während des 2. Weltkrieges änderte sich mehrfach die Länderbezeichnung. Am 1. Juli 1944 wurde die preußische Provinz Sachsen aufgelöst und in die Verwaltung der Reichsverteidigungsbezirke eingegliedert. Im Mai 1945 erfolgte eine Umbenennung des Landes Anhalt, mit dem 1944 geschaffenen Provinzen Halle, Magdeburg und Merseburg, wieder in die Provinz Sachsen.
Mit dem Beschluss des Landtages vom 3. Dezember 1946 erhielt das Territorium den Namen Provinz Sachsen-Anhalt. Im Befehl Nr. 180 des SMAD vom 21. Juli 1947 wurde es dann endgültig in Land Sachsen-Anhalt umbenannt.
Der Kreis Delitzsch gehörte nun zum Land Sachsen-Anhalt.

Am 23. Juli 1952 beschloss die Volkskammer der DDR eine Neugliederung des Territoriums, die Einteilung in Bezirke. Die Länder deren Gliederung und Struktur fast ausschließlich noch aus der Kaiserzeit herrührte, wurden abgeschafft. Im Gebiet der ehemaligen Kreishauptmannschaft Leipzig entstanden neue Kreise.
Zum Bezirk Leipzig kamen vom Land Sachsen-Anhalt die Kreise Delitzsch, Eilenburg und Torgau dazu. Die Stadt Bad Düben gehörte nun zum Kreis Eilenburg und war somit auch wieder sächsisch. Die Grenzfestlegung der Bezirke erfolgte auf der Grundlage politischer Erwägungen und war wenig auf historische Belange abgestimmt. Delitzsch verlor mit dieser neuen Kreisbildung im westlichen Teil Orte wie Landsberg, Gollmenz, Sietzsch u.a.

Nach Herstellung der Einheit Deutschland, am 3. Oktober 1990, wurde mit der Länderbildung eine Gebietsreform vollzogen, die sich an historischen Gesichtspunkten orientierte. Delitzsch, Eilenburg, Bad Düben kehrten nach 175 Jahren zum Stammhaus Sachsen zurück, jedoch in der Kreisstruktur von 1952.
Am 1. August 1994 erfolgte die vorletzte Kreisreform, die die Kreise Delitzsch und Eilenburg zusammenfasste und den neuen Kreis Delitzsch entstehen ließ. Delitzsch wurde wieder Sitz der Kreisverwaltung.
Seit Januar 2000 gehören die Städte Schkeuditz und Taucha zum Landkreis Delitzsch.

Die Entwicklungsgeschichte des Landkreises Torgau-Oschatz

Nach dem Wiener Kongress wurde zum 1. Oktober 1816 der Kreis Torgau im Regierungsbezirk Merseburg in der preußischen Provinz Sachsen eingerichtet. Das Landratsamt war in Torgau. Der Landkreis ging aus dem kursächsischen Amt Torgau hervor.

Seit dem 1. Juli 1867 gehörte der Kreis zum Norddeutschen Bund und ab 1. Januar 1871 zum Deutschen Reich.

Zum 30. September 1929 fand im Kreis Torgau entsprechend der Entwicklung im übrigen Preußen eine Gebietsreform statt, bei der nahezu alle bisher selbstständigen Gutsbezirke aufgelöst und benachbarten Landgemeinden zugeteilt wurden. Zum 1. Januar 1939 führte der Kreis Torgau entsprechend der jetzt reichseinheitlichen Regelung die Bezeichnung Landkreis Torgau. Nach Auflösung der Provinz Sachsen zum 1. Juli 1944 gehörte der Kreis zur neuen Provinz Halle-Merseburg.

Im Frühjahr 1945 wurde das Kreisgebiet im Westen durch die amerikanischen Alliierten Streitkräfte und im Osten durch die Rote Armee besetzt. Bei Torgau trafen sich beide Streitkräfte am 25. April 1945 an der Elbe (Elbe Day).

Der Landkreis Torgau wurde nach der Auflösung Preußens 1947 Teil des neuen Landes Sachsen-Anhalt. Im Zuge der Verwaltungsreform von 1952 wurde der nun Kreis Torgau genannte Landkreis dem mehrheitlich sächsischem Bezirk Leipzig untergeordnet. Dabei wurden Teile des Landkreises Torgau an den neu gebildeten Kreis Eilenburg sowie an den Kreis Jessen im Bezirk Cottbus abgetreten und Teile vom Landkreis Liebenwerda übernommen.

Kreis Oschatz

Der Kreis Oschatz gehörte zum Königreich Sachsen.

1344-1365 Die Städte Oschatz, Grimma und Torgau schließen sich zu einem Städtebund, genannt "Die Geharnischten" gegen das Räuberwesen zusammen.

1522-1533 Zahlreiche Oschatzer Bürger, darunter Lehrer und Prediger, bekennen sich zur Lehre Luthers, werden dafür bestraft und z.T. aus der Stadt verwiesen.

1728 Oschatz wird Vorsitzende Stadt unter den allgemeinen Städten des Meißner Kreises.

1815 Der Friedensabschluss von Wien führt zur Verkleinerung Sachsens, somit sind die Landes- und Zollgrenzen 10 km nördlich von Oschatz entfernt gelegt. Das brachte für den Oschatzer Fernhandel große Nachteile.

Mitte des 18 Jhd. wurden Amtshauptmannschaften gebildet, die die Verwaltungsaufgaben einer unteren Verwaltungsbehörde im Königreich Sachsen übernahmen.

1875 wurde in Oschatz die Amtshauptmannschaft gebildet. Sie war rd. 570 km² groß; in ihr lebten etwa 52.000 Menschen. Sie bildeten den nordöstlichen Teil der Kreishauptmannschaft Leipzig.

Ab dem 1. Jan. 1938 wurden die Amtshauptmannschaften umbenannt in Landkreis.

Das Gebiet der DDR wurde 1952 neu gegliedert. Zu Sachsen zählten die Bezirke Chemnitz, Dresden und Leipzig, wobei der Kreis Oschatz genauso wie Torgau dem Bezirk Leipzig untergeordnet wurde.

Im Zuge der durchgeführten Kreisreform 1994 entstand durch die Zusammenlegung der Kreise Oschatz und Torgau sowie von sechs Gemeinden des ehemaligen Kreises Eilenburg der Landkreis Torgau-Oschatz. Als Verwaltungssitz wurde Torgau festgelegt.

Wappen des Landkreises Nordsachsen

Erläuterungen zum Wappenentwurf für den Landkreis Nordsachsen

Wappen Wappen des Landkreises Nordsachsenvergrößern Heraldisches Anliegen war es, ein Wappen zu entwickeln, mit dem sich beide ehemaligen Landkreise Delitzsch und Torgau-Oschatz identifizieren können. Es musste also eine Symbolik gefunden werden, deren Aussage sich auf beide genannten ehemaligen Landkreise bezieht.

In der regionalen Geschichte hatten die Markgrafschaft Meißen und die Markgrafschaft Landsberg, aus der die später herrschenden Wettiner stammten, prägende Bedeutung. Die Markgrafen von Meißen führten in ihrem Wappen in Gold einen rotbewehrten schwarzen Löwen. Dieser wurde auch in die Wappen der beiden ehemaligen Landkreise aufgenommen.

Der im Landkreiswappen von Torgau-Oschatz gezeigte Wellenbalken als Symbol für die Elbe und deren Landschaft wurde im neuen Wappen übernommen und durch einen weiteren ergänzt, der sinnbildlich für die durch den neuen Landkreis Nordsachsen fließende Mulde steht. Beide Flüsse und deren sowohl landschaftlich als auch wirtschaftlich bedeutungsvollen Flussauen sind im neuen Landkreiswappen als regionale Besonderheit heraldisch berücksichtigt worden. Zwischen diesen Flüssen erstreckt sich die Südregion der als Erholungsgebiet bekannten Dübener Heide. Die heraldische Platzierung der Flusssymbolik in senkrechter Form als blaue Wellenpfähle erinnert auch andeutungsweise an das Stammwappen der Wettiner, das in Gold zwei blaue Pfähle zeigt.

Das Wappen des Landkreises Nordsachsen, Blasonierung (Wappenbeschreibung): In Gold zwischen zwei blauen Wellenpfählen ein aufgerichteter rot bewehrter und gezungter schwarzer Löwe.

Die Flagge des Landkreises Nordsachsen: Drei gleich breite Querstreifen in den Farben Gelb-Blau-Gelb mit in der Mitte aufgelegtem Landkreiswappen, welches gleichmäßig in die beiden gelben Streifen hinein reicht.

Die Flagge als Hochformat (Banner) besteht aus drei gleich breiten Längsstreifen in den Farben Gelb-Blau-Gelb und trägt in der oberen Hälfte das senkrechte Landkreiswappen, das gleichmäßig in die beiden gelben Streifen hinein reicht.

Wappen- und Flaggenentwurf: Manfred Fischer