Ein Jahr Pandemie - das sagt der Landrat

17.03.21

Seit März 2020 kämpft der Landkreis Nordsachsen mit der Bewältigung der Corona-Pandemie. Viele Menschen fragen sich, wie Bund, Länder und Kommunen einen Weg aus der Krise finden können. Dazu Landrat Kai Emanuel:

"Die Pandemie ist für alle ein Lernprozess. Doch wir sollten ein Jahr nach deren Beginn nicht wie die Schulanfänger dastehen. Hohe Inzidenzwerte sind heute nicht mehr automatisch gleichbedeutend mit einer Überlastung des Gesundheitssystems. Inzwischen verfügen wir über präventive Testmöglichkeiten und wirksame Impfstoffe, die insbesondere die Hochrisikogruppen schützen. In den nordsächsischen Pflegeheimen zum Beispiel haben wir damit das Infektionsgeschehen nahezu zum Erliegen gebracht.
Dass der mündige Bürger solche Mittel und Möglichkeiten erhält, um sie selbstbestimmt und eigenverantwortlich nutzen zu können, gehört für mich zum Wesen einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Angst und Hysterie sind genauso wenig hilfreich wie maßloses Anspruchsdenken oder der typisch deutsche Hang zur Überregulierung.
Im Bemühen um Differenzierung sind juristische Regelmonster entstanden, die kaum noch einer nachvollziehen, geschweige denn kontrollieren kann – und die dadurch immer weniger ernst genommen werden. Das erhöht nicht nur das Infektionsrisiko, sondern höhlt den Rechtsstaat aus, schafft Unverständnis, Verweigerung und Frust.
Es muss jetzt vor allem darum gehen, ausreichend Impfstoffe und Tests für alle zu beschaffen, damit Grundrechte nicht länger eingeschränkt bleiben. Wer krank ist, der geht zum Arzt. Für Diagnostik und Therapie ist nicht der Staat zuständig. Der muss sich vielmehr um die bestmöglichen Rahmenbedingungen dafür kümmern."