08.06.2012 - Der Kreiselternrat informiert:

Der Kreiselternrat von Nordsachsen verurteilt die Politik des Freistaates Sachsen, die unzureichende Ausstattung der Schulen mit Lehrern über Zusammenlegung von Klassen und Abzug der Lehrer aus dem Ganztagesangebot auszugleichen.

Fiskalische Gründe dürfen nicht über die Zukunft unserer Kinder entscheiden! Es gibt mehrere Beispiele in verschiedenen Schulen des Kreises, in denen Klassen immer dann zusammengelegt werden müssen, wenn rein rechnerisch die zusammengelegten Klassen die Maximalstärke von 28 erreichen. Ein Beispiel ist ein Gymnasium des Landkreises: Hier sollen aus 4 Klassen der Stufe 9, die zusammen genau 84 Schüler haben, 3 Klassen gemacht werden, die dann jeweils 28 (die Maximalschülerzahl) haben werden. Oder in einer Grundschule des Kreises: Es soll aus 2 Klassen der Stufe 2 eine Klasse mit 28 Schülern in der Klassenstufe 3 gemacht werden. Diese Liste lässt sich fast beliebig fortsetzen und mit Beispielen belegen. Zur Erklärung des ersten Beispiels für alle nicht direkt Betroffenen, kurz der Verlauf einer gymnasialen Schullaufbahn: Die Kinder werden eingeschult und durchlaufen hoffentlich normal die Grundschule. Dann nach der vierten Klasse werden die Schüler in Mittelschüler und Gymnasiasten aufgeteilt, je nach Leistung und Wunsch der Eltern. Nach der sechsten Klasse im Gymnasium wird wieder der Klassenverband geändert, in Schüler die ein Sprachprofil und Schüler die ein naturwissenschaftliches Profil belegen wollen. Normalerweise hält dieser Verband bis zur zehnten Klasse. Nach der zehnten Klasse wird dann wieder durchgemischt, weil die Schuljahre 11 und 12 nicht im Klassenverband sondern im sächsischen Kurssystem absolviert werden. Und als wenn diese Trennungen nicht schon genug wären, soll nach Willen des Kultusministeriums immer, wenn möglich, noch weiter zusammengelegt und damit wieder die Klassen verändert werden! Uns wird immer entgegengehalten, dass größere Klassen nicht automatisch schlechtere Lernleistungen bedeuten, zumindest gäbe es keine Studie die solches belegt. Aber wenn wir auf diesem Weg des häufigen Trennens und neu Zusammenfügens auch nur einen Schüler verlieren, der seinen Halt oder seine Ansprechpartner verliert und dem es schwer fällt, sich in ein neues Umfeld zu integrieren, geht die ganze Rechnung nicht mehr auf. Dazu meint der stellvertretende Vorsitzende des Kreiselternrates Andreas Geisler: „Die Kosten die jeder verlorene Schüler dem Freistaat und damit uns allen als Steuerzahler verursacht, wenn er nicht den für ihn bestmöglichen Abschluss erreichen kann, übersteigen bei Weitem die Kosten für einen Lehrer die die Zusammenlegung von Klassen auf Krampf einsparen soll! Genauso unverständlich ist es für uns, das die Ganztagesangebote aufs Spiel gesetzt werden, weil aufgrund der verfehlten Schulpersonalpolitik des Freistaates jetzt alle Lehrer zur Absicherung des Grundbereiches des Unterrichtes gebraucht werden und damit für die GTA Angebote maximal noch freiwillig zur Verfügung stehen.

Und Thomas Pfeil der Vorsitzende des KER ergänzt: „Wenn ich auch bekenne, das mir sparsame Haushaltsführung am Herzen liegt, aber ich wäre nicht dafür, einen schuldenfreien Freistaat dann unwissenden Kindern zu hinterlassen. Bildung ist Investition in die Zukunft und muss als solche gelebt werden gerade jetzt und heute. Da ist die Politik gefragt bessere Lösungen anzubieten. Abzug aller Lehrerstellen aus dem GTA heißt auch, es gibt keinerlei Ausgleich für erkrankte Lehrer und jeder kranke Lehrer führt sofort zu Schulausfall, weil es keinerlei Reserven mehr im System gibt."