16.07.2012 - Der Kreiselternrat informiert:

Ganztagsangebot (GTA)

Ob der Abzug der Lehrer aus dem Ganztagsangebot (GTA) sinnvoll ist oder nicht, da hat sicher jeder seine eigene Meinung. Fakt ist: Dadurch vertuscht die sächsische Staatsregierung die Versäumnisse der letzten Jahre, in dem sie versucht, mit jedem verfügbaren Lehrer aus dem GTA, den Verwaltungen usw. die riesige Lücke zu schließen, um den Unterrichtsgrundbedarf zu decken. Nach den vom Kultusministerium vorgelegten Zahlen, wird das wohl geradeso möglich sein. Ob die Zahlen belastbar sind, wird sich im neuen Schuljahr zeigen. Gerade der Abzug der Lehrer aus dem GTA beraubt die handelnden Personen um eine der letzten Reserven im System, um Krankheiten zu puffern und Ausfall zu vermeiden.

Wir als Kreiselternrat halten den kompletten Abzug der Lehrer aus dem GTA für falsch und das dieser Abzug so überhastet, also quasi bis zum ersten Schultag des neuen Schuljahres passieren soll, ist eine faktische Zerschlagung der Ganztagsangebote an vielen Schulen und ist genauso verheerend, wie die überzogenen Kürzungen im Sozialbereich im letzten Landeshaushalt. Wer gute Bildung will, muss dafür Geld in die Hand nehmen.

Gerade die Schulen die sich über gute GTA-Angebote einen Namen gemacht haben und sich für Ihre Schüler die verschiedensten Projekte und Angebote einfallen lassen, sollen jetzt bestraft werden. GTA war und ist Förderung für Lernschwächere, ist aber auch Förderung für Leistungsstarke, ist die Bildung sozialer Kompetenzen und nicht zuletzt im ländlichen Raum auch eine sinnvolle Beschäftigung der Kinder, während ihre Eltern arbeiten. Erfolgreiches gutes GTA macht aus einer Schule ein soziales Zentrum einer Gemeinde oder Stadt, verbindet im Idealfall das Vereinsleben der Kommune mit dem Schulalltag und schafft Ausgleichsmöglichkeiten für alle Schüler.

Das alles riskiert die Kultusministerin mit ihrem überhasteten und aus unserer Sicht falschen Abzug der Lehrer aus dem GTA.

Dazu meint Andreas Geisler, stellv. Vorsitzender des Kreiselternrates Nordsachsens (KER): "Bleibt nur zu hoffen, dass die Schulträger das auch verstanden haben und versuchen durch Honorarkräfte aus ihrem Gebiet möglichst viele Angebote zu erhalten. Erste Gespräche mit dem Landrat und lokalen Politikern lassen da Hoffnung aufkeimen."

Thomas Pfeil der Vorsitzende des KER und Liane Richter, Schriftführerin, ergänzen: Nicht zuletzt möchte sich der KER bei allen Lehrern bedanken, die trotz dass es nicht mehr ihre Arbeitsstunden sind und sie dafür nur ein mäßiges Honorar erhalten, ihre GTA-Stunden weiter betreiben und ihre Sport-, Musik-, Lern-, oder Theatergruppe weiter betreuen. Mögen Viele ihrem tollen Beispiel folgen. Und es bleibt zu hoffen, dass es im neuen Schuljahr trotz allem viele interessante Angebote für unsere Kinder gibt."

Hochachtung und Dank für diesen Einsatz von allen Eltern und dem Kreiselternrat Nordsachsen!