07.11.2012 - Der Kreiselternrat informiert:

Sinnlose Ressourcenverschwendung durch Jagd nach Namen und Kontaktdaten

Der Kreiselternrat Nordsachsen möchte auf einen Missstand aufmerksam machen und alle Beteiligten auffordern, zu helfen, folgenden Sachverhalt abzustellen.

Zu früheren Zeiten wurde nach den Wahlen der Elternsprecher der einzelnen Schulen in Sachsen von den Frischgewählten die Namen und Daten durch die Schulleitung abgefragt und an die SBAL (Sächsische Bildungsagentur Leipzig) weitergeleitet. Des Weiteren musste ein Formular ausgefüllt werden, womit die Weitergabe dieser Daten, z.B. für den Kreiselternrat (KER), freigegeben wurde. So kamen die Kontaktdaten auf einfachem Wege zu den Kreiselternräten, damit diese wie im Schulgesetz festgeschrieben, wählen und arbeiten können. Natürlich konnte man dem auch widersprechen, falls man die Freigabe der Daten nicht wollte. Es gab auch Fälle, bei denen die Daten der Schule angegeben wurden und die Kommunikation lief über die Schulsekretariate zu den Eltern. Dies war viel umständlicher und schwieriger, aber immer noch machbar.

Heute, nachdem vor einigen Jahren dieses Verfahren durch Kultus abgeschafft wurde, stehen wir vor riesigen Herausforderungen. Die SBAL ist trotz mehrmaliger Gespräche über die Problematik nicht in der Lage, zeitnah die aktuellen Elternsprecherdaten von ihren Schulen einzusammeln und an den KER weiterzuleiten. Die Listen die wir bisher erhielten, sind so veraltet das es vorkam, das noch Schulelternsprecher benannt wurden, die es schon nicht mehr gab, als unsere Kinder in diese Schulen gekommen sind.

Dazu meint Liane Richter, Schriftführerin des KER Nordsachsens: Es kann nicht sein, dass ich wochenlang den Daten hinterhertelefoniere, faxe oder maile usw. Unsere Aufgabe als Elternvertreter eines Landkreises im Ehrenamt ist so schon umfangreich genug, die Wege im Landkreis weit und die Probleme vielfältig, da ist es wenig hilfreich, so viel Zeit für eine Aufgabe zu verschwenden, die zentral so einfach gelöst werden könnten.

Thomas Pfeil, Vorsitzender des Kreiselternrates, dazu: Es ist so wichtig, dass Eltern sich schul- und kreisübergreifend austauschen. Viele Probleme lassen sich im Verbund viel besser lösen, denn gemeinsam sind wir stark und für manche Probleme hat eine andere Elternschaft/Schule schon eine Lösung gefunden. Da macht es keinen Sinn das Rad neu zu erfinden, sondern man kann einfach von den Erfahrungen der Anderen profitieren.

Die Unfähigkeit staatlicher Stellen sollte uns aber nicht bremsen, meint Andreas Geisler, stellvertretender Kreiselternrat-Vorsitzender. Eigentlich haben wir Eltern es ja selber in der Hand. Die ehemaligen Vorsitzenden können einfach versuchen den Neuen rechtzeitig in diese Kommunikationsketten einzubauen und den Staffelstab gewissermaßen in der Schule ohne Unterbrechung weiterzureichen. Die neu gewählten Schulelternsprecher könnten sich ihre Arbeit erleichtern, indem sie von der Arbeit des Kreiselternrates profitieren. Dazu könnten sie, außer sich auf unserer Webseite (www.landkreis-nordsachsen.de/r-kreiselternrat.html) zu informieren, einfach mit uns Kontakt aufnehmen. Und zum Schluss: Wenn Elternvertreter dies hier lesen, wenn sie mehr über uns erfahren wollen und die KER-Infos per Mail erhalten möchten - alles kein Problem! Zum Glück kosten Mails kein Porto und wir werden bestimmt keinen Elternsprecher einer Klasse hindern, sich die Infos bei uns direkt per Mail abzuholen. Wenn sie oder er uns dies mitteilt und uns seine Maildaten zur Verfügung stellt. Noch ein abschließender Satz: Schulleitungen sollten uns aktive Elternvertreter nicht als notwendiges Übel betrachten, sondern als Partner mit denen sie vieles gemeinsam erreichen können, was allein manchmal nicht möglich ist.