21.12.2012 - Der Kreiselternrat informiert:

Pressemeldung des Kreiselternrates Nordsachsen zur Lernmittelfreiheit

Der Kreiselternrat (KER) Nordsachsen begrüßt ausdrücklich das sich das Kabinett in Dresden nach langem Anlauf endlich durchgerungen hat, das Urteil zur Lernmittelfreiheit umzusetzen. Astronomen hätten früher ausgerufen: "Und sie bewegen sich doch!".

Aber - und das geht uns völlig gegen den Strich - warum braucht man für die Umsetzung eines Urteils in Dresden so lange? Das erste Urteil ist 2 Jahre alt und selbst das nächste Urteil ist schon vom April 2012. Da verunsichert man über Monate die Eltern, Schüler, Schulen und Schulträger und wenn man dann zu einer Entscheidung kommt, dann soll es noch bis ins nächste Schuljahr dauern, bis sie umgesetzt wird. Das kann nicht sein! Andreas Geisler, Berater des KER, dazu: Urteile, die der öffentlichen Hand Kosten verursachen müssen genauso schnell umgesetzt werden, wie die welche Geld in die Kassen spülen. Die Kommunen und Kreise, die als Schulträger die Kosten übernommen und in ihre Haushalte schon für dieses Schuljahr eingestellt haben, dürfen nicht im Regen stehen. Wir bedanken uns ausdrücklich bei allen Lokalpolitikern die dort Weitsicht gezeigt haben. Einziger Wermutstropfen ist das Einsammeln der Arbeitshefte am Schuljahresende. Weil diese unbedingt zur Prüfungsvorbereitung benötigt werden, sollte das mindesten bis nach den Prüfungen bei den Kindern verbleiben können, zumindest in den weiterführenden Schulen.

Thomas Pfeil und Julia Alt, das neue Spitzenduo des KER, bemängeln, dass nur gedruckte Lernmittel kostenfrei sein sollen. Einerseits ist es schön und es war wünschenswert, das Atlanten, Wörterbücher und vor allem Tafelwerke endlich mit eingeschlossen sind, aber es geht nicht weit genug. Die Spitze des KER ist der Überzeugung: Alle Lernmittel, die nötig sind, um die Inhalte des Lehrplanes abzudecken, müssen von der Schule bzw. vom Kultusministerium kostenfrei gestellt werden. Dazu gehören aus unserer Sicht natürlich auch die grafischen Taschenrechner mit ihren Sonderfunktionen, die eigentlich nur schulisch genutzt werden können und deren Benutzung laut Lehrplan vermittelt werden muss. An den uns übermittelten Preisspannen für den gleichen Casio Rechner aus verschiedenen Schulen von 90 bis über 120 Euro, sieht man, was für ein Einsparpotential vorhanden ist, wenn Kultus diese in größeren Mengen erwerben würde. Und es geht ja weiter: Warum muss an manchen Schulen in einer Jahrgangsstufe mit Büchern verschiedener Verlage gearbeitet werden? Übrigens ein hausgemachtes Problem was mit den vielen Wanderlehrern verstärkt wurde, die als Abordnung in verschiedenen Schulen einzelne Fächer unterrichten und dann natürlich in allen Schulen mit den gleichen Büchern arbeiten wollen, auch wenn dort vielleicht von den Kollegen ein anderes Buch bevorzugt wird. Was gäbe das für ein Einsparpotential, wenn das Kooperationsverbot der Bundesländer in ein Kooperationsgebot gewandelt würde und man sich auf einheitlichere Lernmittel verständigen würde.
Und wenn man rechnen kann, stellt man fest: 5 Millionen Euro werden hinten und vorne nicht reichen. Dort muss deutlich mehr eingeplant werden. Die Politik des Freistaates, die Aufgaben nach unten durchzureichen ohne das Geld mitzuschicken, muss ein Ende finden! Vor allem darf dies nicht auf Kosten der Kinder ausgetragen werden. Die Schulträger müssen klar wissen, welche Gelder pro Schulkind aus Dresden für die Umsetzung des Urteils zu erwarten sind. Und ja, die Präzisierung zur Lernmittelfreiheit muss genauso ins sächsische Schulgesetz, denn eigentlich steht sie dort schon, muss aber endlich klar beim Namen genannt werden. Dort bleiben die Formulierungen des Gerichtes und von Kultus noch viel zu vage.

Der KER würde sicher nicht so weit gehen, Turnschuhe über Lernmittelfreiheit bezahlen zu lassen, das wäre sicher dann doch des Guten zu viel, aber ........ und da kommen wir zum Schluss: Alles was nötig ist, um die Inhalte des Lehrplanes abzudecken und nur für schulische Zwecke gebraucht werden kann, gehört dort rein. Wenn sich ein Bundesland rühmen will, bei Bildung an der Spitze mitzuspielen, kostet das nun mal Geld.