19.08.2013 – Der Kreiselternrat informiert

Inklusion – Dorothea darf zukünftig an der Tauchaer Mittelschule (Oberschule) lernen

Der Kreiselternrat Nordsachsen begrüßt die Entscheidung, dass die geistig behinderte Dorothea (Pressebericht vom 7.8.2013) an der Tauchaer Mittelschule (Oberschule) lernen darf. Dies ist ein erster richtiger Schritt in Richtung Umsetzung der Inklusion. Uns ist es durchaus bewusst, dass auch lange Wege mit dem ersten Schritt beginnen müssen.
Wir wünschen uns sehr, dass möglichst viele Kinder diese Möglichkeit bekommen und dem Beispiel anderer Staaten, in denen es völlig selbstverständlich ist, dass Kinder mit Handicap gemeinsam mit „normalen" Schülern und Schülerinnen lernen können, gefolgt wird. Für alle Kinder soll der Weg an die Regelschulen offen stehen. Wir werden die Schüler und Schülerinnen deren Eltern, die diesen Weg einschlagen wollen, mit allen Kräften unterstützen. Dabei ist uns wohl bewusst, dass viele Eltern die Förderschule als geschützten Raum zum Lernen weiter wollen. Wir wollen die Förderschulen auch nicht abschaffen, jedoch brauchen wir die bestmögliche Bildung für jedes Kind und damit auch einen Abschluss wo immer es möglich ist, um damit die Voraussetzungen zu schaffen, für ein weitestgehend selbstbestimmtes Leben, wo immer es möglich und gewünscht ist.
Um die Inklusion auch hier in Sachsen umzusetzen und weiter voran zu treiben, ist es aus unserer Sicht jedoch dringend notwendig, das derzeitige Bildungssystem in Frage zu stellen, neu zu überdenken, zu bewerten und neu zu planen, um der Verschiedenartigkeit ALLER Schüler und Schülerinnen und deren Förderbedarf gerecht zu werden. Das sächsische Schulgesetz gehört auf den Prüfstand und muss den heutigen Erfordernissen angepasst werden. Bessere Zusammenarbeit der einzelnen Schularten und einfache Übergänge könnten erste Schritte sein.
Wir fordern für die Umsetzung der Inklusion ausreichende finanzielle, zeitliche und personelle Ressourcen. Weiterhin ist es aus unserer Sicht auch notwendig dem Lehrpersonal entsprechend mit Fortbildung und Sensibilisierung gutes Rüstzeug zu verschaffen, damit diese große Aufgabe gelingen kann.
Einzelne Modellprojekte, wie sie z.B. in Leipzig stattfinden oder die Erfolge einzelner Eltern mit ihren Kindern, dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass Sachsen bei der Umsetzung der Forderungen aus der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen weit hinterherhinkt und dass eine Bildungspolitik, die sich nur am Geldbeutel und nicht an den Bedürfnissen der Schüler orientiert, überholt ist.