10.10.2013 – Der Kreiselternrat informiert

Die Vorstände des Stadtelternrates Leipzig und der Kreiselternräte in der Region Leipzig verabschieden folgende Resolution:

Schulsozialarbeit muss fester Bestandteil des sächsischen Bildungssystems werden!
Nach den zurzeit aufkommenden Diskussionen um Schulsozialarbeit möchten sich die SER-/KER-Vorstände der Region Leipzig wie folgt äußern. Der Freistaat Sachsen und damit die Staatsregierung hat in den letzten Jahren die Versorgung der Schulen mit Lehrern auf ein Minimum heruntergefahren, mit den allseits bekannten Auswüchsen von übergroßem Stundenausfall in Regionen oder einzelnen Schulen und durch den Abzug aller Lehrerstellen aus dem Ganztagesangebot (GTA). Wenn sich Sachsen rühmt deutschlandweit eine führende Rolle bei Ganztagesschulen einzunehmen, ist das einfach lächerlich. Einige Ganztagsangebote, durchgeführt durch bestimmt unglaublich bemühte Honorarkräfte, ersetzen nicht die Möglichkeit eine vollwertige Ganztagesschule zu besuchen. Festzustellen ist aber auch, dass immer mehr "besondere Kinder " unsere Schulen besuchen. Dort ist in anderer verbesserter Personalschlüssel und der Einsatz von planbarer, langfristig angelegter auf Vertrauen basierter Schulsozialarbeit ein Schlüssel im Kampf gegen die immer noch unsäglich hohe Quote von Schulabgängern ohne Abschluss.
Wir anerkennen die Bemühungen der Schulträger an aus eigener Kraft Schulsozialarbeit zu ermöglichen. Wir wissen, dass der Freistaat Schulsozialarbeit in BSZs mit Berufsvorbereitungsjahren unterstützt und wir waren sehr positiv überrascht als die Bundesregierung über das Bildungs-und Teilhabepaket mehr Schulsozialarbeit ermöglicht hat. Diese Schulsozialarbeiter haben einen tollen Beitrag zu guter Bildung an unseren Schulen geleistet.
Schulsozialarbeit muss nun dauerhafter Bestandteil des sächsischen Bildungssystems werden, dazu muss das Schulgesetz angepasst oder besser gleich komplett erneuert werden, was aus unserer Sicht schon längst überfällig ist. Politiker der verschiedenen Verantwortungsebenen sollten aufhören schöne Sonntagsreden zu halten oder gegenseitig mit dem Finger auf sich zu zeigen, sondern endlich Lösungen anbieten. Bund und Land können nicht immer mehr Aufgaben in die Kommunen verschieben, ohne die entsprechenden Mittel mitzuschicken. Das Leben findet in der Kommune statt und muss dort finanziell ermöglicht werden.
Unsere Bildungspolitik muss von frühkindlicher Bildung bis zum Schulabschluss deutlich verbessert werden. Die Staatsregierung ist gefordert inklusive Bildung für ALLE zu ermöglichen und einfache unterstützte Übergänge zu gestalten.
Solche Spielchen, wie die Kosten für ein Lernmittelurteil kleinzurechnen und nur 5 Mio. Euro im sächsischen Haushalt zur Verfügung zu stellen, obwohl es 30 Mio. Euro kostet oder tolle Pressekonferenzen kurz vor Bundestagswahlen zur Rettung der Schulen im ländlichen Raum sollten der Vergangenheit angehören. Eltern wissen sehr wohl ob Politiker wirklich Ahnung haben von den Problemen und an deren Veränderung arbeiten oder ob sich jemand mit platten Sprüchen profilieren will.
Und eins sollten unsere Politiker doch alle wissen, Schulsozialarbeit in Grundschule als Prävention eingesetzt ist immer noch viel billiger, als die Fehler dann viel später korrigieren zu müssen. Unsere Kinder haben es verdient das sie ein tolles Bildungssystem vorfinden wo keiner auf der Strecke bleibt.


Mit freundlichen Grüßen im Auftrag der Vorstände der Kreiselternräte Nordsachsen und Landkreis Leipzig sowie des Stadtelternrates Leipzig.


Andreas Geisler
Vorsitzender des SER/Stadtelternrat Leipzig
http://www.ser-leipzig.de/
Elternsprecher des BSZ Arwed Rossbach Leipzig
Berater des Vorstandes des KER/Kreiselternrat Nordsachsen
http://www.landkreis-nordsachsen.de/r-kreiselternrat.html
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