04.11.2013 – Der Kreiselternrat informiert

Erklärung der Eltern- und Schülerräte der Region Leipzig zur Schülermobilität und zur Forderung des Landeselternrates zum kostenfreien Schülerverkehr in Sachsen

Die Eltern- und Schülerräte der Region Leipzig, also des SBA Bezirkes Leipzig, begrüßen ausdrücklich das Begehren um kostenfreie Schülerbeförderung in Sachsen.
Unser gemeinsames Ziel mit dem Landeselternrat muss es sein, kostenfreies sachsenweites Fahren zur Ausbildung, zur Schule, zu Praktika, zu Schnuppertagen, zu Tagen der offenen Tür in Universitäten, Betrieben und weiterführenden Schulen und alles was zu Schule und Bildung nötig ist, durch einfaches Vorzeigen des Schülerausweises für ALLE Schüler zu ermöglichen.
Die Kammern und Wirtschaftsverbände sollten uns in diesem Bemühen unterstützen. Könnte es doch ein einfacheres Zusammenfinden von Schülern und den passenden Berufen bewirken.
Adäquate Übergänge zwischen Schule und Ausbildung könnten die Quote an Abbrechern massiv senken, so der Wirtschaft Kosten sparen und einem Fachkräftemangel entgegenwirken.
Auch wenn in den großen Städten die Problematik nicht annähernd so stark brennt, wie auf dem Land, denn die Fahrkarten kann man in Städten einfach nachhaltiger nutzen, als in den Kreisen, in denen oft nur am Morgen ein Bus zur Schule und am Mittag ein bis zwei Busse zurück nach Hause fahren.
Die Elternräte der kreisfreien Städte sichern ihre Unterstützung zu, um die erforderliche Menge an Stimmen für das Begehren zu gewinnen. Und möglicherweise lassen sich Probleme der stark wachsenden Großstädte mit kostenfreien Schülerverkehr lösen, weil man durch die Beseitigung eines Hemmnisses in der Mobilität die Schulen in dem ländlichen Raum rund um die Städte besser auslasten kann und Kapazitätsprobleme in den Großstädten abbauen könnte.
Durch die übermäßige Ausdünnung des Schulnetzes hat der Freistaat die dadurch entstehenden (Fahr-)Kosten, auf die Kreise also die Schulträger und vor allem die Eltern umgelegt. Die Einsparungen bei den Lehrerkosten finden hierbei keine Beachtung.
Nicht nur, dass unsere Kinder ihre knappe Freizeit immer häufiger stundenlang mit Warten und Fahren im Schülerverkehr zu bringen und dabei oft an die Grenzen der im Schulgesetz festgelegten maximalen Schulwegezeiten stoßen, nein sie und ihre Eltern bezahlen das auch noch größtenteils selbst.
Also denken wir, dass auch die Landkreise, die mit diesen Kosten immer häufiger überfordert sind, ein großes Interesse daran hätten, Schulwegekosten anders zu regeln.
Gespräche mit einzelnen Landräten geben Anlass zur Hoffnung. Nicht zuletzt, weil möglicherweise mehr meist jüngere Leute im ländlichen Raum wohnen bleiben können.
Sie hätten trotzdem die Möglichkeit, ihre Ausbildung oder Berufssuche in der benachbarten Großstadt bzw. dem Nachbarkreis wahr zu nehmen, ohne von Fahrkosten erschlagen zu werden. Fast jeder Jugendliche, welcher nicht ohne Kosten in die Großstadt kommt, verlässt den ländlichen Raum!
Unsere Kostenberechnungen ergaben einen Mehraufwand für das Land im unteren zweistelligen Millionenbereich.
Wenn man bedenkt, wie oft die Schulträger den Elternanteil für sozial Schwache tragen, müssen eine große Erleichterung für die finanziell gebeutelten Städte und Landkreise im Freistaat erreicht werden.
Als ersten Schritt dahin sollten wir die Tickets zum Beispiel hier im Raum Leipzig sofort zum nächsten Schuljahr regional ausrichten.
Ein Ticket, wie es zum Beispiel die HTWK für ihre Studenten als MDV-Vollticket anbietet, brauchen unsere Schüler der Region Leipzig und zwar maximal für denselben Preis und perspektivisch wie im ganzen Freistaat kostenfrei.
Was für 6000 Studenten möglich ist, muss für ungleich mehr Schüler der Region auch möglich sein. Auch eine Kopplung des Tickets mit dem Schülerausweis wäre denkbar.
Und wer nicht glaubt, dass so etwas gut funktionieren kann, dem empfehlen die Eltern- und Schülerräte einen Blick in die Region Hannover. Dort wird vorgelebt, wie man in einer Region auf Augenhöhe Probleme gemeinsam angeht, Kosten senkt und viele Sachen vereinfacht. Vielleicht lohnt sich mal ein Blick über den Tellerrand. Auch schaffen es einzelne Bundesländer, Kreise oder Kommunen heute schon für die Schüler kostenfreien Schülerverkehr zu organisieren wie auch Niedersachsen mit der Region Hannover.
Damit das nicht zu Verwerfungen führt, muss es zwingend Ziel sein für alle Schüler und Auszubildende in Sachsen zu ermöglichen mit dem Schülerausweis zu jeder Form von Bildung, Ausbildung, Praktika, praktischen Unterricht, Berufs- und Ausbildungsmessen usw. zu kommen.
Unterstützen Sie uns in diesem Begehren zum Vorteil Sachsens.
Im Auftrag des Stadtelternrates Leipzig, der Kreiselternräte Nordsachsen und Landkreis Leipzig und der Schülerräte der Region Leipzig.

Thomas Pfeil
Vorsitzender des Kreiselternrates Nordsachsen
034295 72906
pfitschepfeil@t-online.de

Julia Alt
1. Stellvertretende Vorsitzende des Kreiselternrates Nordsachsen
0151 56235870
julia.jonny.alt@gmail.com

Liane Richter
2. Stellvertretende Vorsitzende des Kreiselternrates Nordsachsen
Schriftführerin
0151 61346075
liane.richter.04435@googlemail.com