Vor dem Internationalen Tag der Frauen in ländlichen Gebieten am 15. Oktober fordert die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Nordsachsen mehr Aufmerksamkeit für Probleme, die abseits der Ballungszentren bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie entstehen. Dieser Spagat dürfe nicht zu Lasten der Frauen gehen, so Antje Eberlein.

Gerade auf dem Land wiegen lange Wege zu Kitas, Schulen oder Pflegeheimen schwer. Sie erhöhen den Zeitdruck auf Familien und erzeugen Spannungsfelder zwischen privatem und beruflichem Leben. „Sehr oft sind es dann Frauen, die ihre Arbeitszeiten reduzieren und auf Karriereschritte verzichten“, sagt Antje Eberlein.  Echte Chancengerechtigkeitist aus ihrer Sicht daher immer auch eine Frage der regionalen Infrastruktur. „Hier müssen wir die Rahmenbedingungen anpassen, damit Familien die Sorgearbeit gerechter aufteilen und beide Partner im Beruf Verantwortung übernehmen können.“ Die Gleichstellungsbeauftragte plädiert zudem für den gezielten Ausbau von Homeoffice, für flexible Arbeitszeiten, eine moderne Führungskultur mit familien- und pflegesensiblen Chefetagen sowie gleiche Chancen bei Fortbildungen und der Besetzung von Leitungsposten.

Wenngleich die Beschäftigungsquote nordsächsischer Frauen im Bundesvergleich sehr hoch ausfalle, seien sie in wirtschaftlichen Führungspositionen oder in der Kommunalpolitik unterrepräsentiert. Antje Eberlein: „Eine gerechtere Aufteilung der Sorgearbeit würde Frauen die nötige Zeit verschaffen, um sich in diesen Bereichen stärker einzubringen.“

Nordsachsens Gleichstellungsbeauftragte Antje Eberlein. Foto: LRA/Stöber