Nordsachsens Landrat Kai Emanuel hat am Donnerstagnachmittag (16.04.) gemeinsam mit Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer, der Rektorin der TU Bergakademie Freiberg, Prof. Dr. Jutta Emes, sowie Vertretern des GlasCampus, des Glashandwerkes und der ausführenden Baufirma Züblin den symbolischen ersten Spatenstich für die Errichtung des Glaskompetenzzentrums Torgau vollzogen.
Bis Ende 2027 entsteht direkt neben dem Beruflichen Schulzentrum Nordsachsen (BSZ) und in unmittelbarer Nähe zum Industriegebiet Solarstraße ein rund 3.300 Quadratmeter großer Hallenkomplex mit Lehr-, Versuchs- und Pilotanlagen, Werkstätten sowie Seminarräumen. Die nutzbare Geschossfläche beträgt 5.300 Quadratmeter. Zur Ausstattung gehören unter anderem ein moderner Maschinenpark und ein Versuchsofen für die Glasforschung. In einem zweiten Bauabschnitt folgt ab 2027 der Umbau des ehemaligen Torgauer Volkshochschulgebäudes in ein Internat mit 42 Plätzen. Für beide Bauabschnitte sind Kosten von insgesamt rund 35 Millionen Euro veranschlagt. Davon stammen 34 Millionen Euro Fördermittel aus dem Just Transition Fund, mit dessen Hilfe der Strukturwandel infolge des Braunkohleausstiegs bewältigt werden soll.
Alleinstellungsmerkmal des Glaskompetenzzentrums ist die enge Verzahnung von beruflicher und handwerklicher Aus- und Weiterbildung mit universitärer Forschung. So wird die TU Bergakademie Freiberg künftig auf dem Campus Torgau eine exzellente Umgebung für die Entwicklung neuer Technologien zur klimafreundlichen Glasproduktion und für den Einsatz alternativer Brennstoffe vorfinden. In der Fachkräfteinitiative GlasCampus arbeiten TU Freiberg, BSZ Nordsachsen, die Glaserinnung und Unternehmen der nordsächsischen Glasindustrie bereits seit 2019 gemeinsam an Schulungs- und Weiterbildungsprogrammen für die Branche.
„Das Glaskompetenzzentrum wird die Glasindustrie mit Innovationen und Lösungen inspirieren und sie gleichzeitig mit hochqualifizierten Fachkräften versorgen“, so Nordsachsens Landrat Kai Emanuel, der das Projekt nicht nur als Branchen-Leuchtturm betrachtet. „Diese Investition zeigt, was möglich ist, wenn Menschen an eine Idee glauben, sie gemeinsam vorantreiben und nicht beim ersten Gegenwind aufgeben, sondern Optimismus wagen.“
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer: „Mit dem Glaskompetenzzentrum entsteht ein starker Ort, der Industrie, Handwerk und Wissenschaft zusammenbringt, Wertschöpfung sichert und neue Perspektiven schafft. Dieser Spatenstich steht für einen gemeinsamen Aufbruch und für einen Leuchtturm, der weit über die Region hinaus strahlen wird. Mit Innovation, Forschung und Ausbildung in die Zukunft wird die gewachsene Glastradition auch in Zukunft fortgeführt.“
Prof. Dr. Jutta Emes, Rektorin der TU Bergakademie Freiberg: „Für die TU Bergakademie Freiberg mit unserer über 260-jährigen Tradition in den Geo-, Material- und Ingenieurwissenschaften ist es eine besondere Freude und Verantwortung, an der Entwicklung dieses neuen Glaskompetenzzentrums mitzuwirken. Es wird ein Ort sein, an dem neue Ideen entstehen, die den Werkstoff Glas noch leistungsfähiger, nachhaltiger und vielseitiger machen. Es sollen zudem Technologien entwickelt werden, die die Nutzung erneuerbarer und sauberer Energieträger in der Glasproduktion in wirtschaftlicher Weise ermöglichen. Glas ist ein Werkstoff mit enormem Zukunftspotenzial: Ob in der Energie- und Umwelttechnik, in der Digitalisierung oder in modernen Bau- und Werkstofflösungen – Glas spielt eine zentrale Rolle in vielen Schlüsseltechnologien unserer Zeit. Gerade deshalb ist es entscheidend, Forschung, Entwicklung und industrielle Anwendung hier am Glaskompetenzzentrum Torgau miteinander zu verbinden.“

Symbolischer Spatenstich für den Bau des Glaskompetenzzentrums Torgau (von links): Alfred Thiele (Unternehmer, Beirat GlasCampus), Dr. Uwe Schneider (Schulleiter BSZ Nordsachsen, Beirat GlasCampus), Frank Tollert (Vizepräsident Handwerkskammer Leipzig), Arnd Steyer (Obermeister Glaserinnung), Michael Kretschmer (Ministerpräsident Sachsen), Prof. Jutta Emes (Rektorin TU Freiberg), Kai Emanuel (Landrat Nordsachsen), Gerald Endlich (Direktionsleiter Züblin). Foto: LRA/Stöber