Der Seelhausener See ist ab sofort offiziell für den Gemeingebrauch freigegeben. Bei der von LMBV und Gemeinde Löbnitz organisierten Feierstunde am Dienstag (05.05.) unterzeichnete Dr. Eckhard Rexroth, 1. Beigeordneter des Landkreises Nordsachsen, die entsprechende Allgemeinverfügung, welche die Nutzung des Gewässers auf sächsischer Seite regelt. Somit ist das Baden am Löbnitzer Strand jetzt offiziell erlaubt. Surfer, Stand-up-Paddler, Ruderer und Segler können die Wasserfläche nutzen, ebenso Angler per Boot. Lediglich der westliche Teil des Sees ist von der Nutzung ausgenommen, weil dieser zum Europäischen Vogelschutzgebiet Goitzsche und Paupitzscher See gehört.

„Ich bin glücklich und zufrieden: Elf Jahre haben wir in Löbnitz neben dem Wasser gewohnt und durften es nicht benutzen. Die Allgemeinverfügung ist eine gute Kompromisslösung“, freute sich Bürgermeister Detlef Hoffmann bei der Feierstunde am Löbnitzer Strand. Bereits 2015 fanden erste Gespräche statt, um die Nutzung des Sees zu regeln. „Die Entstehung des Papiers war kein einfacher Prozess, weil Natur- und Vogelschutz sowie der Aufenthalt von Rastvögeln im Winter mit touristischer Nutzung in Einklang gebracht werden mussten“, erklärte Bau- und Umweltdezernent Rexroth. „Die Allgemeinverfügung ist zwar noch nicht in allen Teilen perfekt, doch wir unterzeichnen sie jetzt, damit die Menschen endlich legal ins Wasser gehen können.“

Der Seelhausener See ist aus dem ehemaligen Baufeld Rösa entstanden, das Teil des Tagebaus Goitzsche war. Von 1985 bis 1991 wurde dort Kohle gefördert. „Der See ist das Ergebnis intensiver Bergbaugeschichte“, erinnerte Elke Kreische-König vom Sanierer LMBV. Die Landschaft hat sich grundlegend verändert. Mulde, Lober und Leine wurden verlegt. Zudem beeinflussten die Hochwasser von 2002 und 2013 die Gegend massiv. „Seit 1991 haben die beiden Braunkohleländer Sachsen und Sachsen-Anhalt rund 85 Millionen Euro in diesen Bereich investiert, allein 16 Millionen für das Beseitigen der Hochwasserschäden“, sagte Kreische-König.

Die Sanierung dauert weiter an. Bis Mitte der 2040er-Jahre sollen Lober und Leine in den See eingebunden, der künstliche Kanal zwischen Großem Goitzschesee und Seelhausener See zurückgebaut und ein Überleiter zwischen beiden Gewässern geschaffen werden. Derzeit entsteht am Löbnitzer Strand eine Ferienhaussiedlung.

LMBV-Bereichsleiterin Elke Kreische-König, Bau- und Umweltdezernent Dr. Eckhard Rexroth und Bürgermeister Detlef Hoffmann (v. l.) bei der Freigabe des Seelhausener See. Foto: LRA/Bley

Daten Seelhausener See

Fläche634 ha
Volumen73,6 Mio. m³
Maximale Tiefe26,8 m
Mittlere Tiefe12,6 m
Endwasserspiegelhöhe+78 m NHN

 

Weitere Infos:

https://loebnitz-am-see.de/baugeschehen-am-seelhausener-see/

https://www.lmbv.de/seelhausener-see-zulassung-des-gemeingebrauchs-erfolgt/

Im Seelhausener See sind ab sofort Baden und Wassersport erlaubt. Foto: LRA/Bley