Nordsachsens Landrat Kai Emanuel hat den gerade erschienenen „ÖV-Atlas 2026“ zum öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in Deutschland als wenig hilfreich kritisiert. Durch die Verwendung veralteter Untersuchungsmethoden entstehe ein verzerrtes Bild, das die tatsächliche Situation nicht korrekt widerspiegle. Das sei unverantwortlich und führe zu falschen Schlussfolgerungen. Laut Atlas der Denkfabrik „Agora Verkehrswende“ hätte Nordsachsen die schlechteste ÖPNV-Anbindung im Freistaat und würde bundesweit nur Platz 291 von 397 belegen.
„Ein moderner ÖPNV braucht auch moderne Qualitätskriterien. Dass die Studie jeden Bus schlechter bewertet als die Straßenbahn und flexible Rufbus-Angebote überhaupt keine Berücksichtigung finden, geht an den Realitäten im ländlichen Raum völlig vorbei“, sagt der Landrat. „Ein Atlas, der den Anspruch erhebt, den Fortschritt der Verkehrswende objektiv abzubilden, muss innovative, funktionierende Bausteine wie das vollflexible On-Demand-System Flexa Nordsachsen zwingend einbeziehen.“ Die negative Darstellung des ÖPNV in Nordsachsen diskreditiere dessen Beschäftigte und auch den Landkreis mit seinem Kreistag als Aufgaben- und Entscheidungsträger insgesamt. „Und wäre der ÖPNV hier tatsächlich so schlecht, dann müssten täglich 8.000 Mädchen und Jungen von ihren Eltern zur Schule gebracht werden.“
Um methodische Lücken zu schließen und ein vollständiges Bild von der Situation im ÖPNV zu gewinnen, hat Nordsachsens Landrat in einem Schreiben an die Berliner Denkfabrik angeboten, sich konstruktiv über die zugrundeliegenden Fahrplandaten und die Integration flexibler Bedienformen in die Bewertungssystematik auszutauschen.

Nordsachsens Landrat Kai Emanuel bei einer Gesprächsrunde. Foto: FBM/Johannes Jost